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Hausbesitzer zahlen für den Lichtenberg

Der Stadtrat vergibt den ersten Auftrag im Sanierungsgebiet, der über die Ausgleichsbeträge finanziert wird.

Von Antje Stork

Nächste Woche beginnen die Bauarbeiten am Lichtenberg in Leisnigs Altstadt. Dieses Bauvorhaben ist das erste der Sanierungsprojekte der Stadt, die über die sogenannten Ausgleichsbeträge der Leisniger Grundstücksbesitzer finanziert werden.

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In der weniger als 1,50 Meter breiten und etwa 70 Meter langen Gasse soll Großpflaster gelegt und der Asphalt erneuert werden. Die Ränder und Anschlüsse zu den angrenzenden privaten Grundstücken werden mit Kleinpflaster als eine Art Rinne voll gebunden ausgeführt. Aufgrund des starken Weggefälles wird auf beiden Seiten für Fußgänger ein Geländer angebracht. Um den Weg barrierefrei zu gestalten, wird auf Treppenstufen verzichtet. „Die Bauarbeiten beginnen in der nächsten Woche. Ob sie allerdings auch noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können, steht noch nicht fest. Das hängt von der Witterung ab“, so Bauamtsleiter Thomas Schröder.

150 000 Euro freiwillig gezahlt

Knapp 38 000 Euro kostet dieses Bauvorhaben. Die Stadträte haben die Vergabe an die Firma Andrä in Leisnig beschlossen. Finanziert wird das Sanierungsprojekt aus den sogenannten Ausgleichsbeträgen, die Grundstückseigentümer seit 2012 freiwillig zahlen. Damit werden sie dafür zur Kasse gebeten, dass ihre Grundstücke durch Investitionen in die Stadtsanierung eine Wertsteigerung erfahren. Die finanzielle Beteiligung der Grundstücksbesitzer hatte bei einigen Betroffenen für Diskussionen und Unverständnis gesorgt. Sie machten darauf aufmerksam, dass einige Grundstücke eine extreme Hanglage aufweisen oder zu weiten Teilen als Gartenland genutzt werden. Dies wurde nochmals von Gutachtern überprüft. Mittlerweile weist das Treuhandkonto des Sanierungsträgers, auf dem die Beträge der Eigentümer eingehen, mehr als 150 000 Euro auf. Das freiwillig gezahlte Geld kann die Stadt nun verwenden, um in die Stadtsanierung zu investieren. Das zu sanierende Gebiet umfasst den engeren innerstädtischen Bereich, einschließlich großer Teile der Altstadt. Die städtebauliche Sanierung wird allerdings Ende 2015 abgerechnet. Alle Ausgleichsbeträge, die anschließend per Bescheid von den Eigentümern eingefordert werden müssen, gehen danach an den Freistaat Sachsen.

Weitere Vorhaben zur Erneuerung wurden bislang noch nicht konkret beschlossen. Vorgesehen ist allerdings, auch die Sanierung des Lindenplatzes über diese Ausgleichsbeträge zu finanzieren.