merken
PLUS

Hausmeister entdeckt Handgranate

In der DRK-Kita „Veensmännel“ ist die Munition aufgetaucht. Dabei greift ein Notfallplan. Doch der Fund bleibt einmalig.

© SZ Thomas Eichler

Von Thomas Christmann

Der Bereich bleibt noch abgesperrt. In dem 80 Zentimeter breiten, langen und tiefen Loch hat Jörg Schöne inzwischen das Fundament gegossen. Dort will der 54-Jährige nach dem Aushärten den Basketballkorb für die Mädchen und Jungen anbringen. Mehrere Varianten in dem rund 500 Quadratmeter großen Garten der DRK-Kita „Veensmännel“ an der Lessingstraße in Ostritz ging der Hausmeister zuvor durch, entschied sich wegen des nötigen Platzes aber für diese Stelle.

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Dort grub Schöne vor einigen Tagen das Loch und schaufelte die Erde auf die Schubkarre. Oben drauf entdeckte er einen länglichen, verrosteten Gegenstand, in Größe eines Tennisballs. „Der sah komisch aus.“ Der Hausmeister legte das Teil in einen Eimer sicher ab. Ein Anruf bei der Polizei folgte. Zu der Zeit spielten rund 50 Kinder im Garten. Diese haben die Erzieher unter einem Vorwand zur Sicherheit ins Haus geholt. „Sie bekamen nichts mit“, sagt die stellvertretende Kita-Leiterin Petra Mummert. Fachkundige des Kampfmittelbeseitigungsdienstes bestätigten dann nach Auskunft der Polizei, dass es sich vermutlich um eine Handgranate aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges handelt. Das Sprengmittel soll aber keinen Zünder mehr besessen haben. Der Beseitigungsdienst nahm die Munition mit und suchte den Garten gleich noch nach weiterer ab – allerdings ohne etwas zu finden.

Dabei wäre die Kita auf eine Evakuierung vorbereitet gewesen. „Wir tun alles, um jegliches Risiko auszuschließen“, sagt Alexander Peter vom DRK-Kreisverband Görlitz. „Uns überrascht nichts.“ Derartige Dinge würden bis auf Leitungsebene durchgespielt. So greift ein Notfallplan. Die Kinder und Erzieher wären dann nach Rücksprache mit der Bürgermeisterin vorübergehend in die Turnhalle gegenüber gezogen. Erfahrung hat das DRK über den Katastrophenschutz ausreichend sammeln können. Beispielsweise begleiteten die Kameraden mehrere Evakuierungen wegen Bombenfunden oder Hochwassern. So hat der Fund laut Peter keinerlei Anspannung ausgelöst. Bis zum Fest am Kindertag sollte der Basketballkorb aufgestellt sein, den sich die Jungen und Mädchen aus dem Hort gewünscht haben.