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Dresdner Handballer wollen in den Pokal

Der HC Elbflorenz verpasst zwar erneut den Sprung ins Achtelfinale. Das ändert aber nichts an seinen ehrgeizigen Plänen - auch für die 2. Bundesliga.

Trainer Rico Göde (links) und Präsident Uwe Saegeling haben noch einiges vor mit dem HC Elbflorenz.
Trainer Rico Göde (links) und Präsident Uwe Saegeling haben noch einiges vor mit dem HC Elbflorenz. ©  Robert Michael

Dresden.  Das ist nun alles andere als eine Überraschung. Der Handball-Zweitligist HC Elbflorenz ist in der 1. Runde des DHB-Pokals ausgeschieden. Diese Hürde haben die Dresdner noch nie überwunden.

Zwar zog die Mannschaft von Trainer Rico Göde – ebenfalls nicht unerwartet – ins Finale ihres Viererturniers in Pforzheim ein, dank eines 31:28-Erfolgs (17:12) am Samstag gegen den Drittligisten TuS Fürstenfeldbruck. Am Sonntag war in der Bertha-Benz-Halle von Pforzheim dann der Erstligist Bergischer HC aber eine Nummer zu groß. „Der Bergische HC hat eine überragende vergangene Saison hingelegt und sich meiner Meinung nach noch einmal verstärkt“, hatte Göde bereits vor dem Final-Wochenende die krasse Außenseiterrolle seines Teams hervorgehoben. Die Elbestädter unterlagen mit 22:28 (11:10). Der Bundesligist, Siebenter des Vorjahres, hatte zuvor Gastgeber Pforzheim souverän mit 35:23 besiegt.

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Allerdings formuliert der erst 13 Jahre junge Verein, der am nächsten Samstag mit einem Heimspiel gegen Eisenach in seine dritte Zweitliga-Saison startet, gleich ehrgeizige Ziele. „Idealerweise wollen wir auch im kommenden Jahr im DHB-Pokal antreten“, sagt Uwe Saegeling.

Der Cup-Wettbewerb wird mit der Spielzeit 2020/2021 reformiert. Die bisherige Form mit dem Start durch die Viererturniere entfällt. Stattdessen wird der DHB-Pokal mit 44 Teams ausgetragen. Davon spielen 24 eine Qualifikation aus. Daran nehmen zwölf Klubs aus den 3. Ligen und die ersten zwölf Mannschaften der 2. Bundesliga teil. Folglich gibt der Präsident mindestens Platz zwölf als Saisonziel aus. Exakter will sich der Unternehmer nicht festnageln lassen, sondern „genau auf das“.

Göde wird da vor seiner ersten kompletten Saison als Zweitliga-Trainer ein wenig konkreter: „Wir möchten wieder in den Pokal. Das bedarf also mindestens Platz zwölf. Wir reden da aber nicht über Platz eins bis drei. Da gibt es ganz andere Mannschaften in der Liga. Wenn es besser wird als Platz zwölf, habe ich nichts dagegen“, erklärt der 37-Jährige.

Der Präsident behält die Geheimniskrämerei bei

Für dieses Vorhaben hat Göde im Verbund mit Manager Karsten Wöhler die Mannschaft leicht umgebaut. Sechs Abgängen stehen sechs Neuzugänge gegenüber. „Ich bin sehr glücklich, so wie die Mannschaft jetzt aussieht. Ich denke, dass wir stärker sind als letztes Jahr“, schätzt Saegeling ein. „Wir haben uns auf Außen verstärkt, am Kreis und auch im Rückraum. Das ist eine neue Qualität, die wir jetzt haben und die wir ab jetzt mit Ergebnissen unterlegen müssen“, betont der Vereinsboss.

Allerdings ist Kreisläufer Jonas Thümmler der einzige Neuzugang von einem höherklassigen Verein. Der 1,92 Meter große Kerl, der am Mittwoch 26 Jahre alt wird, hatte beim Erstligisten Erlangen kein neues Vertragsangebot erhalten und sich schließlich für Dresden entschieden. Die fünf anderen Neuzugänge kommen aus dem in der vergangenen Saison ebenfalls abstiegsgefährdeten Aue (Mindaugas Dumcius), vom Zweitliga-Absteiger Dessau (Philip Jungemann und Marek Vanco) sowie aus der dritten (Max Mohs) und vierten Liga (Tom Göres). Der HC Elbflorenz hat den Abgang von Spielmacher Roman Becvar (TuS N-Lübbecke) nicht kompensiert. Wie sich das auswirkt, wird die Saison zeigen. Dafür soll Sebastian Greß in der Spielgestaltung mehr Verantwortung übernehmen und auch Arseniy Buschmann wieder mehr Spielanteile erhalten. „Wir müssen auch sehen, dass die Entwicklung des Vereins in einem Zeitraum stattfindet, der auch händelbar ist. Luftschlösser zu bauen, wäre falsch, glaube ich“, sagt Saegeling.

Immerhin plant der Zweitligist erneut mit einem höheren Etat. Die genaue Summe hat Saegeling schon für die vergangene Spielzeit verheimlicht. Die Geheimniskrämerei behält er bei. Die letzte genannte Etatsumme stammt aus der Premierensaison in der 2. Liga. Damals kalkulierte der HC Elbflorenz mit 1,4 Millionen Euro. „Ja, der Etat ist wieder ein bisschen höher. Das muss auch so sein. Wir wollen uns entwickeln. Viele vorhandene Sponsoren haben ihr Engagement erhöht. Natürlich wird auch das Perspektivteam mehr Geld kosten“, erinnert Saegeling an den Aufstieg der zweiten Mannschaft in die 3. Liga.

„Auch unsere Nachwuchsarbeit kostet Geld“, erklärt der Geschäftsführer der Saegeling Medizintechnik GmbH. Für die neue Spielzeit hat der Klub beispielsweise sechs neue Nachwuchstrainer verpflichtet. „Zum Teil auf Übungsleiterbasis oder im geringfügigen Bereich, aber wir müssen da was bezahlen. Das ist eine Entwicklung. Da kann man gar nicht genügend Geld investieren“, sagt Saegeling.

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