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Aus Wut gegen Blitzer getreten

Weil der Mitarbeiter des Kreisordnungsamtes in Herrnhut in der Feuerwehrzufahrt parkte, reagierten Passanten doppelt emotional.

Mobile Blitzer - wie hier am Zittauer Ring - werden von Autofahrern generell wenig geliebt.
Mobile Blitzer - wie hier am Zittauer Ring - werden von Autofahrern generell wenig geliebt. © Thomas Eichler (Archiv)

Beinahe eskaliert ist eine Geschwindigkeitskontrolle am Donnerstagmorgen, als ein Kreis-Mitarbeiter zum Messen in Herrnhut am Ortsausgang Richtung Zittau vor Ort war. Er hatte sein Fahrzeug dabei in einer Feuerwehrzufahrt abgestellt - was auch für ihn nicht gestattet ist. Ein Passant, der auf dem Fußweg unterwegs war und offenbar die Blitzaktionen oder auch das Parkverhalten des Kreismitarbeiters kritisch sah, trat gegen das Gerät. Der SZ liegt ein Video davon vor. 

Auch Kraftfahrer Robby Häschke berichtete der SZ, dass er den Kreismitarbeiter zur Rede gestellt habe. Eine Mitarbeiterin des Rathauses, die hinzugerufen wurde, klärte dann die Situation - der Geschwindigkeitsmesser parkte seinen Wagen an anderer Stelle ab.

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Dass der Landkreis oder auch die Polizei in Herrnhut die Geschwindigkeit messen, ist keine Seltenheit: Nahezu regelmäßig jede Woche ist mit Kontrollen am Ortseingang oder auch in Strahwalde zu rechnen - nicht immer zur Freude der Anwohner und Autofahrer, die mitunter die Blitzaktionen ungerecht oder als Abzocke empfinden. Vom Landkreis wird der Konflikt auf SZ-Nachfrage bestätigt: "Das betreffende Fahrzeug wurde für den Aufbau- und Abbau der Messanlage kurzfristig in der Feuerwehrzufahrt abgestellt", teilte Kreissprecherin Julia Bjar mit. Die Anlage bestehe aus mehreren Teilen und habe ein entsprechendes Gewicht. Parkmöglichkeiten seien nur begrenzt vorhanden. Ganz nachvollziehen lässt sich Letzteres allerdings nicht, da sich direkt gegenüber der Messstelle ein großer Parkplatz der Stadt befindet, auf dem in aller Regel immer freie Plätze vorhanden sind.

Dass der Kreis in Herrnhut an der besagten Stelle immer wieder blitzt, hat seinen Grund: Hier gilt seit einigen Monaten Tempo 30 bereits am Ortseingang, weil sich direkt an der Straße der Eingang zu einem Kindergarten befindet. Auch eine Schule, die Herrnhuter Diakonie und der Sitz der Evangelischen Brüder-Unität befinden sich in der Nähe. Die Ortsdurchfahrt hat schmale Gehwege und Fußgänger müssen die Fahrbahn queren. Eltern und Kita-Personal hatten mehrfach über Gefahren durch Raserei geklagt, sogar Unterschriften gesammelt. Die Messungen sollen dazu führen, dass die Autofahrer sich generell besser disziplinieren und das vorgeschriebene Tempo beachten: "Im besagten Bereich halten sich viele Kraftfahrer nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde", teilt die Kreissprecherin als Resümee mit. Das habe auch die aktuelle Geschwindigkeitsmessung wieder gezeigt. In drei Stunden fuhren demnach 61 Kraftfahrer schneller als erlaubt.

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Herrnhuts Ordnungsamtsleiterin Anja Nocke, die selbst zum Zeitpunkt der Streitigkeiten zu einem anderen Termin unterwegs war, bedauert den Vorfall. Sie mahnt zu Zurückhaltung und warnt davor, persönliche Ressentiments auf diese Weise zu befriedigen. "Hier im Rathaus laufen zu diesem Thema beide Meinungen immer wieder zusammen", betont sie. Zum einen beschwerten sich nach wie vor Anwohner oder auch Eltern der Kita, dass im Ortskern nach wie vor zu schnell gefahren werde. Zum anderen gebe es Kritik an den Geschwindigkeitsmessungen, die manch einer als ungerecht empfinde, schildert sie.

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