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Heidenau braucht eine neue Bundesstraße 172

Heidenau braucht dringend eine Entlastung für die B 172. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -System (IVAS) jetzt vorgestellt hat. Auftraggeber war die Stadt Heidenau.

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Von Martin Busche

Heidenau braucht dringend eine Entlastung für die B 172. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -System (IVAS) jetzt vorgestellt hat. Auftraggeber war die Stadt Heidenau. Der Studie zufolge würde die B 172 dann zu 90 Prozent entlastet. Auch der Verkehrslärm ginge dann um 50 Prozent zurück.

Den Durchgangsverkehr würde das allerdings nicht verringern. Der ist nämlich enorm. Rund 53 Prozent aller Autofahrer halten nicht in Heidenau, sondern fahren durch. Elf Prozent fahren nach Pirna oder kommen aus der Kreisstadt, sind also auf dem Weg nach Dresden. Den Streckenverlauf der neuen B172 hat die Studie noch nicht festgelegt. Favorisiert wird allerdings einen Parallelstrecke zur alten Verbindung. Ein Rückbau der alten B172 macht aber keinen Sinn. Schließlich würde sich dann dort ein neues Nadelöhr bilden und wiederum Stau verursachen. Auch die neue Autobahn sei zwar wichtig für den Durchgangsverkehr, würde das Stadtzentrum selber aber nicht entlasten. Schnellstraßennutzer kommen nämlich erst gar nicht durchs Zentrum. Außerdem ist in den ersten drei Jahren des neuen Jahrtausends die Zahl der Führerscheininhaber um 18 Prozent gestiegen. Heidenau hat also mehr Autos denn je. Die Ingenieure sehen für die nächsten Jahre also eine stärkere Verkehrsbelastung auf die Stadt zukommen. Auch Fußgänger haben es in Heidenau nicht leicht. Gerade zwischen Praktiker-Markt und Wal Mart sei eine Fußgängerampel dringend notwendig, mahnen die Planer an. Wer dort die B172 überqueren wolle, spiele mit seinem Leben.

Ebenfalls unzureichend angebunden ist das neue Stadtzentrum. Dort fehlen schlicht Busverbindungen, die Käufer ins Zentrum fahren. Ernst-Thälmann-Straße und Bahnhofstraße sind überhaupt schlecht erschlossen. Der Bahnhof könnte mehr Fahrradabstellplätze gebrauchen. Dort sind alle Laternenmasten „ausgebucht“. Außerdem sprechen sich die Verkehrsplaner für Tempo 30 in den Wohngebieten aus. Das trage zur Sicherheit der Fußgänger bei.

Neben der Bundesstraße machen sich die Planer auch Gedanken um die Zukunft der Dresdner und Pirnaer Straße. Die drohen nämlich zur Rennstrecke zu werden, wenn beide fertig saniert sind. Das dürfe nicht sein, so das Fazit der Experten. Außerdem sei dort auch der Schwerlastverkehr ein Problem. Einige Brummifahrer kämen mit ihren LKWs nicht auf die Bundesstraße, weil die Durchfahrthöhe zu gering sei.

Das Ingenieurbüro hat nur einen Zwischenbericht abgeliefert. Die endgültigen Ergebnisse sollen dem Stadtrat in den nächsten Monaten präsentiert werden.