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Heidenau fährt Rad

Die Heidenauer steigen immer öfter von vier auf zwei Räder um. Sie haben durchschnittlich mehr Fahrräder als Autos und einige Forderungen an die Stadt.

Ein Zeichen, das die Heidenauer in ihrer Stadt gern noch öfter hätten.
Ein Zeichen, das die Heidenauer in ihrer Stadt gern noch öfter hätten. © Daniel Schäfer

Zum Einkaufen mit dem Fahrrad, auf Arbeit mit dem Fahrrad, zum Sport mit dem Fahrrad: Gut jeden achten Weg legen die Heidenauer inzwischen radelnd zurück. Das ist das Ergebnis der jüngsten Studie repräsentativer Verkehrserhebung. 2013 war es nicht mehr mal jeder zehnte Weg, für den die Heidenauer das Fahrrad nehmen. "Damit verzeichnet Heidenau mit einer Steigerung von einem Viertel einen relativen hohen Radverkehrszuwachs", sagt Janek Mücksch, Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen.  Für ihn hat das nur Vorteile. „Wenn mehr Menschen Rad fahren, ist es in der Stadt weniger laut, die Luft wird sauberer, die Menschen gesünder und es gibt weniger Staus." Aber: Die Stadt muss den Veränderungen auch gerecht werden und dem Rad mehr Platz einräumen.

Komfortabler, einfacher, sicherer

Trotz des Radlerzuwachses ist Heidenau noch weit von einer Radfahrerstadt entfernt. Im sächsischen Vergleich liegen zum Beispiel Radebeul und Coswig  mit 17 Prozent Radverkehrsanteil vor Heidenau. Delitzsch weist sogar eine Quote von über 26 Prozent auf. Der ADFC sieht die Ursachen dafür in der Kommunalpolitik. "In anderen Städten wird noch viel mehr Rad gefahren, weil die Städte mit der Förderung des Radverkehrs schon viel weiter sind." Heidenaus Politik und Verwaltung müssen jetzt weitere Maßnahmen ergreifen, damit die Wege der Heidenauer mit dem Rad komfortabler, einfacher und sicherer werden, heißt es. 

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Das wissen Räte und Stadtspitze theoretisch längst, doch praktisch hapert es. Zum Beispiel an der Breite von Straßen. So  hat auch die Gabelsbergerstraße beim Ausbau voriges Jahr keinen Radweg erhalten. Auch der Kampf um einen Radweg an der S172 wird seit Langem vergeblich geführt. Dazu gab es auch immer mal Anfang Mai kleine Fahrrad-Demos der Linken. Doch außer Aufmerksamkeit haben die nichts gebracht. Umso erstaunlicher die Tatsache, dass dennoch mehr Rad gefahren wird. 70 Prozent wünschen sich eine engagierte Förderung des Radverkehrs in Heidenau. 

Radler fühlen sich gefährdet

Es sagen aber auch 60 Prozent der Heidenauer Radler, dass sie sich auf dem Fahrrad gefährdet fühlen. Wie sich die neuen Verkehrsregeln hinsichtlich des Abstandes beim Überholen von Radfahrern auf Straßen da auswirken, wird erst in der nächsten Studie erkennbar sein. 

Trotz allem geben  41 Prozent der Heidenauer, die sich an dieser Studie beteiligten, an, dass sie mindestens einmal pro Woche mit dem Rad fahren. Nur 24 Prozent nutzen das Fahrrad nie. Ein durchschnittlicher Heidenauer Haushalt verfügt statistisch über mehr Fahrräder als Autos: Nur ein Auto nämlich, aber 1,82 Fahrräder. 

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Das System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) ist ein seit 1972 laufendes Forschungsprojekt der Technischen Universität Dresden und die älteste Zeitreihe zum Verkehrsverhalten in deutschen Städten. Für die Erhebung im Jahr 2018 wurden 500 zufällig ausgewählte Heidenauer zu ihrer privaten Mobilität an einem normalen Werktag in Heidenau befragt. Sachsenweit waren fast 22.000 Menschen in 25 Städten an der Studie beteiligt. 

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