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Heidenau fehlt das breite Angebot

Lebensmittel, Arznei und Drogerieartikel werden in der Stadt gekauft. Für alles andere ist Dresden die Nummer eins.

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Von Heike Sabel

Die Ernst-Thälmann-Straße soll ihren Namen behalten. Dieser Meinung sind drei Viertel der Heidenauer, die sich an der Umfrage des Interessenvereins Stadtzentrum im vorigen Jahr beteiligten. Der Verein hat die Umfrage jetzt umfassend ausgewertet. Es hatten sich zwar aufgrund der Zeitpunktes der Veröffentlichung in der Hochwasserzeit nur 32 Einwohner beteiligt, dennoch bilden die Antworten einen guten Querschnitt, schätzt der Verein ein.

Die meisten, nämlich 90 Prozent, leben gern in Heidenau und loben die Infrastruktur, die vielen Grünflächen, Parks und Spielplätze. Die reichliche Hälfte sieht Heidenau als Familienstadt, 42 Prozent jedoch als Schlafstadt. Viele wünschen sich ein reichhaltigeres kulturelles Angebot, sagt Vereinsvorsitzende Claudia Benedickt. „Gastronomie, Bars und Tanz stehen ganz oben auf der Wunschliste. Auch Kino und Museum tauchten in den Antworten immer wieder auf.“

Alle Geschäfte waren mal da

Die Einkaufsmöglichkeiten werden als gut befunden. Jedoch fehlen vor allem im Zentrum einige Sortimente. Das hatte auch schon 2010 eine Analyse ergeben. Vermisst werden unter anderem Schuhe, Haushaltwaren, Dekoration und Kunstgewerbe. Das alles hat es in Heidenau gegeben, bis vergangenes Jahr gab es auch einen Buchladen. Inzwischen hat auch das traditionelle Gardinengeschäft auf der Ernst-Thälmann-Straße geschlossen.

Junge Familien wünschen sich außerdem Kindermode und einen An- und Verkauf für Kinder, sagt Claudia Benedickt. Diese Sortimente könnten auch für die Zentrumsmanagerin ein Ansatzpunkt bei der Suche nach neuen Händlern für leere Geschäfte sein. Lebensmittel, Medikamente und Drogerieartikel kaufen die Heidenauer in erster Linie in ihrer Stadt, alles andere mehr in Dresden. „Sicherlich ist das zum Teil mit den Arbeitsorten begründet, doch daran wird zu arbeiten sein“, sagt Claudia Benedickt.

Mit dem Jahreswechsel hat der Wochenmarkt mangels Nachfrage aufgegeben. Jedoch war das Angebot zum Schluss auch immer geringer. In der Umfrage hatten sich 80 Prozent für den Markt ausgesprochen. Sie wünschten sich vor allem Frisches, Regionales, Bioprodukte, Obst und Gemüse sowie Wild und Geflügel. Interessenverein und Zentrumsmanagerin suchen nun nach einer Lösung. Die Stadtverwaltung hingegen sieht keinen Handlungsbedarf.

„Wir haben aus den Fragebögen vielen Ideen mitgenommen, in den nächsten Jahren wird daran zu arbeiten sein“, sagt Claudia Benedickt. „In diesem Jahr wollen wir gemeinsam mit dem Zentrumsmanagement unser Heidenauer Stadtzentrum weiter beleben und attraktiver gestalten.“