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Heim Kriebethal schließt im September

Die Pflegeeinrichtung entspricht nicht mehr den erforderlichen Standards. Deshalb müssen die Bewohner bald umziehen.

Im September werden die Bewohner des Pflegeheims Kriebethal nach Mittweida oder Hainichen umziehen. Das Gebäude entspricht nicht mehr den für Altenpflegeheime geforderten Standards.
Im September werden die Bewohner des Pflegeheims Kriebethal nach Mittweida oder Hainichen umziehen. Das Gebäude entspricht nicht mehr den für Altenpflegeheime geforderten Standards. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Keine Nasszelle auf dem Zimmer, sondern nur ein Waschbecken und Brandschutzauflagen, die nur mit einem hohen Aufwand zu erfüllen wären. Das sind die Hauptgründe, die den Kreisverband Döbeln-Hainichen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dazu bewogen haben, das Altenpflegeheim an der Goethestraße in Kriebethal als solches zu schließen.

„Um den derzeitigen Standards gerecht zu werden, hätten wir sehr viel investieren und gleichzeitig die Kapazität der Plätze herunterfahren müssen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Jörg Hirschel. Damit sei die Einrichtung nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben.

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Keine Fördermittel

Für die insgesamt 40 Bewohner bedeutet das, dass sie spätestens Mitte September umziehen müssen. Das wird schon seit längerem vorbereitet. Der DRK-Kreisverband lässt an dem bereits bestehenden Altenpflegeheim in Mittweida einen Anbau errichten. „Insgesamt investieren wir dort 3,2 Millionen Euro“, sagt Jörg Hirschel.

Fördermittel bekommt der DRK-Kreisverband dafür nicht, weil der Anbau als Heimerweiterung gilt. Hirschel bedauert das. „Wir haben das Stammhaus 2004 unter ganz anderen Rahmenbedingungen errichtet“, erklärt er. In den zurückliegenden Jahren habe sich die Pflege extrem gewandelt. „Es gibt jetzt viel mehr Demenzerkrankungen und Bewohner, die auf den Rollstuhl angewiesen sind“, sagt er. Damit seien auch räumliche Veränderungen verbunden.

Derzeit befinden sich die Bauarbeiten am neuen Anbau in der Endphase. „Wir werden Anfang bis Mitte September umziehen“, sagt Enrico Preiß, stellvertretender Heimleiter. Das werde mithilfe eines Umzugsunternehmens organisiert. Die Bewohner können ihre privaten Möbel von Kriebethal mit ins neue Heim nehmen.

Im Anbau in Mittweida werden allerdings nur 27 Männer und Frauen aus der Kriebethaler Einrichtung ihr neues Heim finden. Der andere Teil wird im Altenpflegeheim in Hainichen wohnen. „Wir haben alle Bewohner gefragt, wo sie gerne hin möchten“, erklärt Enrico Preiß. Den Wünschen sei man weitestgehend entgegengekommen.

Leer stehen wird das Gebäude, das der Gemeinde Kriebstein gehört, auch nach dem Umzug nicht. „Wir haben das Haus gepachtet und wollen die Immobilie weiter bewirtschaften“, so Jörg Hirschel.

Geplant sei, dass zunächst die Ausbildungsabteilung in das ehemalige Pflegeheim einzieht. Die mit dem neuen Ausbildungsjahr einhergehende Neustrukturierung der Pflegeberufe habe auch Auswirkungen auf die Ausbildung beim DRK. „Während der zentralen Praxistage, an denen die Azubis aus allen DRK-Einrichtungen zusammenkommen, können die Räumlichkeiten in Kriebethal gut genutzt werden“, so Hirschel. So seien praxisnahe Übungen beispielsweise in den komplett eingerichteten Pflegebädern möglich.

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Festhalten will der DRK-Kreisverband überdies an seinen Plänen für die Einrichtung einer Tagespflege in Kriebethal. Wann und in welchem Umfang diese realisiert werden können, sei allerdings noch völlig offen.

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