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Heimatliebe mit Weitblick

Neukirchs Kulturförderverein belebt seit zwanzig Jahren das Dorf. Mit beachtlichen Angeboten.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Neukirch. Höher als auf den Valtenbergturm geht’s im Landkreis Bautzen nicht. Es sei denn, man steigt in ein Flugzeug. Der Aussichtsturm auf dem 587 Meter hohen Berg bot in den vergangenen Jahren mehrfach den Anlass für Feste, organisiert vom Kulturförderverein „Neukircher Heimat“.

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Der Blick vom Turm ins Land weitet den Horizont. Auch hier gibt es Parallelen zum Kulturverein. Seine Aktivitäten haben eine Breite, die so ziemlich einzigartig weit und breit sein dürfte. Seine Mitglieder organisieren Vorträge und Sagenabende, Fahrten ins Theater und, stets verbunden mit einem kulturellen Abstecher, ins Thermalbad Wiesenbad.

Der Kulturförderverein zeichnet verantwortlich für den Neukircher Weihnachtsmarkt. Er gibt die Neukircher Heimatblätt’l und einen Ortskalender heraus. Er realisierte mit Partnern zwei große Buchprojekte zu Neukircher Pfarrern in vergangenen Jahrhunderten und Neukirchern, die als Mitglieder der Herrnhuter Brüderunität auf mehreren Kontinenten wirkten. Projekte, bei denen es um richtig viel Geld ging und die in wirtschaftlicher Hinsicht eine Herausforderung waren. Und der Verein hat ein Bänkeprogramm aufgelegt, die die Wanderwege rund ums Dorf noch attraktiver machen.

Angebote werden gut angenommen

Chorkonzert am Sonnabend

20 Jahre Kulturförderverein werden am Sonnabend, 14. April, in der Neukircher „Eiche“ gefeiert – Einlass ab 15 Uhr, Beginn gegen 15.20 Uhr.

Das Programm gestalten die Chöre aus Rammenau und Steinigtwolmsdorf. Vereinsvorsitzender Jens Riedel hält die Festrede.

Karten für sechs Euro (inklusive Kaffeegedeck) verkaufen der Gasthof zum Erbgericht, die Papeterie Darkow, die Valtenberg-Apotheke und das Fotogeschäft Schierz.

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Aktuell sind es 27 Frauen und Männer um den Vereinsvorsitzenden Jens Riedel, die sich in ihrer Freizeit im Kulturförderverein engagieren. Neben dem Naturschutzzentrum und dem Jugendverein Valtenbergwichtel ist es der dritte Neukircher Verein, der in seinen Aktivitäten weit ausstrahlt. Den Anstoß, den Verein vor 20 Jahren zu gründen, hatte der Heimatforscher und ehemalige Lehrer Siegfried Heinrich gegeben. 1997 feierte das Dorf sein 775-jähriges Bestehen, unter anderem mit einem großen Festumzug. Die Euphorie, die damals durchs Dorf ging, wollte man nutzen, um zunächst einen Heimatverein zu etablieren. Im April 1998 fanden sich dann 36 Interessierte zusammen, die den Kulturverein „Neukircher Heimat“ gründeten.

„Es ist doch gut, wenn im Dorf was passiert“, sagt der jetzige Schatzmeister Lothar Raasch. Veranstaltungen sorgen mit dafür, dass sich die Menschen in ihrem Ort wohlfühlen. Und die Angebote werden meist gut angenommen. Das motiviert. Der 64-Jährige, der als Selbstständiger in der Versicherungsbranche tätig ist, schaut wie viele andere Vereinsmitglieder nicht zur Uhr, wenn große Veranstaltungen anstehen. In der Woche vor dem Weihnachtsmarkt nimmt er sich für die Vorbereitungen meist frei. Vereinsvorsitzender Jens Riedel, 53 Jahre, ehemaliger Post-Mitarbeiter und jetzt EU-Rentner, ist innerhalb des Vereins auf vielen Gebieten zu Hause. Gisela Palme hat ihre Spezialstrecke: Die 70-Jährige ist eine von jenen, die sich um die Wanderbänke kümmern. Damit diese lange halten, zieht sie mit Pinsel und Farbeimer los.

Aus dem Festjahr das Beste machen

In den ersten zehn Jahren seines Bestehens wirkte der Kulturförderverein vor allem intern, sagt Jens Riedel. Danach ging es Schlag auf Schlag: Das Fest zum 150-jährigen Bestehen des Valtenbergturmes war die erste große öffentliche Veranstaltung des Vereins. Seit 2009 gibt er den Neukircher Kalender heraus und übernahm diese Aufgabe von Dr. Petra Glathe, der Inhaberin der Valtenberg-Apotheke. Der Kalender für das Jahr 2010 war der Erste, der in Vereinsregie entstand. Seit dem Jahr 2010 koordiniert der Kulturförderverein alle Aktivitäten für den Weihnachtsmarkt im Rittergut. Vor zwei Jahren kam am Vorabend noch eine Glühweinprobe hinzu.

Vom Elan des Festumzuges 1997 haben die Neukircher Kultur-Enthusiasten nichts verloren. Im Gegenteil, sie denken schon über neue Projekte nach. Im Jahr 2022 feiert Neukirch sein 800-jähriges Bestehen. Anlass für Bürgermeister Jens Zeiler (CDU), kürzlich zu einer ersten Ideenkonferenz einzuladen. Rund 40 Leute saßen am Tisch, natürlich auch Vertreter des Kulturfördervereins. Da ist Potenzial und Lust, aus dem Festjahr das Beste zu machen.

www.neukircher-heimat.de