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Meißen

Heimatlieder und Muck-Hits

Das 5. Chorfestival bietet nicht nur 900 Sänger, es hat mit Muck und Gunther Emmerlich auch neue Unterstützer.

Götz Bergmann, der künstlerische Leiter des Chorfestivals, erläutert vor der Presse das Programm vor der nagelneuen Fassade der Roten Schule. Auch das Festival hat einiges an Neuem zu bieten.
Götz Bergmann, der künstlerische Leiter des Chorfestivals, erläutert vor der Presse das Programm vor der nagelneuen Fassade der Roten Schule. Auch das Festival hat einiges an Neuem zu bieten. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. „Meißen klingt nach Heimat“ – gleich mit dem Eröffnungskonzert am Freitagabend auf dem Marktplatz wurde das Motto des diesjährigen Chorfestivals in die Tat umgesetzt. Der Chor Blaue Schwerter und der Winzerchor Meißen ließen mit „Am Brunnen vor dem Tore“ stimmgewaltig eines der schönsten deutschen Volkslieder erklingen. 

Den zweiten Teil des Abends bestritt dann Hartmut Schulze-Gerlach – als Sänger den meisten unter dem Künstlernamen Muck bekannt. Chormusik habe ihn einen großen Teil seines Lebens begleitet, sagte er und so erklangen neben zwei gemeinsamen Liedern am Ende „Muck“-Hits wie „Isabell“ und „Hey, kleine Linda“, die inzwischen ja auch schon fast so etwas wie Volkslieder geworden sind. Das Publikum sang kräftig mit und feierte den Gast.

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Was „Meißen klingt nach Heimat“ – das diesjährige Festivalmotto – betrifft, so erklärte dessen künstlerischer Leiter Götz Bergmann, dass Heimatlieder von jeher den Kern des Repertoires vieler Chöre bestimmten. „Uns war es wichtig, dieses wertvolle Kulturgut jenseits völkischer Propaganda oder ausgrenzender Instrumentalisierung wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rufen und anzuregen, diese Lieder zu singen und sie im Bewusstsein zu bewahren.“ 

Deshalb habe man schon seit Frühjahr das „liebste Heimatlied“ der Meißner gesucht und viele Zusendungen, auch mit wunderbaren Geschichten dazu, erhalten. Das Gewinnerlied wird am Sonnabend auf dem Marktplatz bekannt gegeben und natürlich von den 39 Chören aus drei Ländern gesungen und hoffentlich auch vom Publikum.

Nachdem das Chorfestival, eine Initiative des Meißener Kulturvereins, noch im vergangenen Herbst auf der Kippe gestanden hatte, weil sich wichtige Akteure zurückgezogen hatten, findet es in diesem Jahr mit Unterstützung der Stadt statt. Unterstützen werden es auch Hartmut Schulze-Gerlach und Gunther Emmerlich, die künftig sein Kuratorium bilden. Die bisherigen Kuratoren des Festivals, Walter Hannot und Sven Mücklich, werden zu Ehrenkuratoren ernannt.

Das gemeinsame Singen ist sowohl am Sonnabend, wenn alle Chöre gemeinsam auftreten als auch am Sonntag zum Festivalabschluss, bei dem vor allem das Publikum gefragt ist, der Höhepunkt der Veranstaltungstage. Sie sind jeweils ab 16 Uhr auf dem Marktplatz zu erleben. Der amtierende stellvertretende Ministerpräsident Martin Dulig, der in Meißen aufgewachsen ist, ist von Anfang Schirmherr des Chorfestivals. Er erklärte, dass Singen immer etwas Verbindendes habe und so Ausdruck von Miteinander und Wertschätzung sei. „Das gemeinsame Musizieren hat eine lange Tradition und gehört für viele fest in unseren kulturellen und persönlichen Alltag.“ Auch Oberbürgermeister Olaf Raschke hob das gemeinschaftsstiftende Element des kollektiven Singens in seiner Eröffnungsrede des Chorfestivals hervor.

Neu als Auftrittsorte für die Chöre sind in diesem Jahr der Garten des Dorint-Hotels und der Platz an der Roten Schule. Neu ist auch, dass in diesem Jahr die beliebte „Lange Nacht der Kunst, Kultur und Architektur“ ebenfalls am Sonnabend über die Bühne geht und den Meißenern und ihren Gästen so fast ununterbrochen ein buntes und abwechslungsreiches Programm geboten wird. Dass das Chorfestival eintrittsfrei ist, versteht sich für Meißen von selbst.

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