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Heimspiel für Hannah

Am Wochenende wetteifern in Holschdubrau junge Dressurreiter. Auch der Gastgeberverein hofft auf gute Platzierungen.

© Carmen Schumann

Von Kerstin Fiedler

Sie reitet schon, seitdem sie drei Jahre alt war. Heute ist Hannah Lehder zwölf und bereitet sich auf die sächsischen Meisterschaften der jungen Reiter und Junioren vor. Hannah ist Mitglied im Reit- und Fahrverein Neschwitz, der diese Meisterschaften bereits zum vierten Mal ausrichtet. Sie nimmt zum zweiten Mal daran teil, und zwar in der Dressur. „Ich war zwar im vorigen Jahr nicht schlecht, aber dieses Mal habe ich mir vorgenommen, unter die besten Acht zu kommen“, sagt sie selbstbewusst. Ihr macht das Reiten viel Spaß. Und das nicht nur, weil das offensichtlich in der Familie liegt. Vater Frank Lehder ist Vereinsvorsitzender, Bruder Rico hat schon einige Erfolge bei Turnieren erzielt. Er wird am Wochenende für das Stallzelt zuständig sein. Und was ist das Besondere am Reiten? „Es ist toll, mit dem Tier zusammenarbeiten zu können. Da sind Pferd und Reiter ein Team. Gegeneinander wird das sonst nämlich nichts“, sagt sie.

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Während Hannah übt, sind sehr viele Vereinsmitglieder in die Organisation einbezogen. Immerhin kommen über 200 Reiter und 350 Pferde. Da muss alles abgestimmt sein. „Wir sind ja turniererfahren“, sagt Frank Lehder. Schließlich richtet der Verein seit Anfang der 80er-Jahre Turniere aus, seit 2001 auf dem Platz in Holschdubrau. Neu in diesem Jahr ist ein Jungpferdetag, der bereits am Donnerstag stattfindet. „Hier werden junge Pferde, die zwischen vier und sieben Jahre alt sind, von erfahrenen Reitern geprüft“, sagt Frank Lehder. Doch es finden auch Wettbewerbe außerhalb der Meisterschaften statt. Die Prüfungen sind aber in den Tagesablauf integriert worden. „Wir können ja nicht jedes Mal die regionalen Reiter prellen, auch sie sollen ihre Leistungen bei verschiedenen Prüfungen testen können“, so der Vereinschef. – Janine Radtke wird an diesem Wochenende nicht an dem Turnier teilnehmen. Sie ist seit 2010 Vereinsmitglied und wird die Tage in der Meldestelle arbeiten. Die 29-Jährige kam über eine Freundin zum Reit- und Fahrverein, die dort ein Pferd zu stehen hat. Derzeit konzentriert sich Janine Radtke auf ihr eigenes Pferd und plant, an Turnieren teilzunehmen. „Ich habe von Anfang an gespürt, dass es im Verein gut funktioniert. Toll ist die Nachwuchsförderung“, findet Janine Radtke. Die ist ja auch ein Hauptaugenmerk des Vereins. Es gibt eine Warteliste. Von Montag bis Sonnabend wird trainiert. Aber es gibt eben nur eine gewisse Anzahl an Übungsleitern. „Wir freuen uns natürlich über das Interesse, aber es ist finanziell ganz schön schwierig, alles hinzubekommen“, sagt Frank Lehder. Deshalb ist er froh, dass er für die nächsten vier Jahre einen Sponsor binden konnte. Mit dem Kieswerk Nowotnik wurde jetzt ein Vertrag geschlossen. Inhaber Hans Georg Nowotnik findet es gut, dass man als Unternehmen in einer Region der Region etwas zurückgeben kann. Außerdem wohnt auch seine Frau Mareike in Luppedubrau. Beide wollen sie später hier ihren Alterssitz nehmen. „Uns interessiert am Verein die soziale Arbeit. Nachwuchsarbeit ist sehr wichtig“, so Hans Georg Nowotnik. – Neben dem sportlichen Aspekt kommt aber auch der Spaß nicht zu kurz. Für die Fußballfans gibt es die regensichere Variante des Public Viewing in der Reithalle, Einlagen gestalten den Abend bunt. Und am Sonntag starten die beliebten Kutschenwettbewerbe. „Wir würden uns über viele Besucher freuen“, so Frank Lehder.