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Heiraten auf großem Fuß

Auf der Zabeltitzer Messe zeigten 35 Ausstatter, dass bei einer Hochzeitsfeier kein Wunsch unerfüllt bleiben muss.

© Lutz Weidler

Von Manfred Müller

Anke Dachsels Trauung liegt noch nicht einmal ein halbes Jahr zurück, und schon darf sie ihr Brautkleid wieder anziehen. Die Riesaerin spazierte bei der Zabeltitzer Hochzeitsmesse als Model im Weiß-Bordeauxfarbenen über den Laufsteg, und bei ihrem Erscheinen ging ein Raunen durch die Besucherreihen.

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Anke Dachsel misst stolze 1,97 Meter. Im Jahr 1999 war sie beim Tag der Sachsen in ihrer Heimatstadt zur größten Frau im Freistaat gekürt worden – ein Titel, den sie mehr als zehn Jahre lang mit Würde trug. „Ich bin stolz auf meine Größe“, sagt sie selbstbewusst. Auch Ehemann Mario hat damit keine Probleme, und das, obwohl er 15 Zentimeter kleiner ist als seine Angetraute. Wo sie sich kennengelernt haben? „Der RTL-Chat hat uns zusammengebracht“, erzählt Anke Dachsel. „Hast du ein Problem mit Körpergröße?“, fragte sie ihren zukünftigen Mann im Chat. „Wieso – bist du so klein?“, fragte der 1,82 Meter große Leipziger zurück. „Als wir uns das erste Mal sahen, haben wir uns sofort ineinander verliebt“, sagt Anke Dachsel.

Cremeweiß bleibt im Trend

Da war auch ihre Schuhgröße 46 kein Hindernis. Wer auf so großem Fuße lebt, kann natürlich nicht bei Zalando shoppen. Zum Schuhkauf fährt die Riesaer Riesin nach Berlin, wo sie in einem Spezialgeschäft einkauft. Es gibt nur eine einzige Firma in Deutschland, die sich auf weibliche Schuh-Übergrößen spezialisiert hat, und deren Filialen liegen in den vier größten Städten.

Auch ein Hochzeitskleid zu finden, ist für eine Fast-Zweimeter-Frau nicht ganz einfach. „Glücklicherweise bin ich auf Maria gestoßen – meinen Goldschatz“, erzählt Anke Dachsel. Damenmaßschneiderin Maria Schönfelder betreibt das Zabeltitzer Hochzeitsmodestudio „White Dreams“, und sie richtet auch die Modenschau im Schloss aus. „So ein Einzelstück zu fertigen, ist eine echte Herausforderung“, erklärt sie. Aber am Ende sei das Kleid so gut gelungen, dass sie es unbedingt noch einmal auf einer Messe zeigen wollte. Zweimal schickte die 25-jährige Zabeltitzerin gestern ihre weiblichen und männlichen Models auf den Laufsteg. Bei den Damen liegt nach wie vor cremeweiß im Trend, zur Geltung gebracht mit bordeauxroten, braunen oder grünen Akzenten. Auch Spitze sei wieder im Kommen, so Maria Schönfelder, entweder als komplettes Kleid oder als Akzent. Bei den Herren wird – ab man es glaubt oder nicht – der royale Gehrock des 19. Jahrhunderts wieder modern. Das Sakko gemustert, durchgehende Knopfleisten, Hemden mit Manschettenknöpfen, ansonsten aber ein sehr reduziertes Outfit. Da passt es ganz gut, dass Bräutigame neben ihren strahlenden Angebeteten ohnehin etwas linkisch wirken. „Es liegt nun mal eher in der Natur von uns Frauen, uns zu zeigen“, lächelt Maria Schönfelder.

Sonnenblumen im Hochzeitsfoto

Das kann auch Bodo Günther bestätigen, der die Paare nach der Trauung fotografisch in Szene setzt. „Die Bräute wünschen sich oft ganze Serien, in denen alle Details von Kleidung und Frisur zur Geltung kommen“, sagt er. Und das nicht im Studio, sondern meist draußen in der Natur. Innenaufnahmen seien die absolute Schlechtwettervariante, erklärt Günther. Er habe schon Fototermine verlegen müssen, wenn es draußen regnete. Schließlich trügen viele Bräute klassische lange Hochzeitskleider, die beim Fototermin nicht nass werden dürfen. Die beliebtesten Orte fürs Foto-shooting sind nach wie vor der Zabeltitzer Barockgarten, das Schönfelder Schloss und der Großenhainer Stadtpark. Auch Sonnenblumen- oder Mohnfelder vor den Toren der Stadt werden gern als Hintergrund-Kulisse fürs Hochzeitsfoto gewählt. Wer im Winter heiratet, will natürlich Schnee draufhaben. „Eine tapfere Braut hat das sogar einmal bei zehn Grad minus in Pumps durchgestanden“, erzählt Bodo Günther.

Mit 35 Ausstattern zeigten bei der Zabeltitzer Hochzeitsmesse so viele wie noch nie die neuesten Trends und Rituale. Von der Trauungszeremonie mit Lasershow bis hin zu selbst geschmiedeten Eheringen – zumindest beim Eintritt in den Ehestand ist nahezu jeder Wunsch erfüllbar.