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Heiraten hoch zu Ross

117 Paare gaben sich dieses Jahr in Großenhain und Zabeltitz das Ja-Wort. Doch die Zahl der Eheschließungen geht zurück.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen wird in Sachsen wieder mehr geheiratet. Rund vier Prozent mehr Eheschließungen wurden 2012 im Vergleich zum Vorjahr im Freistaat registriert. In der Großenhainer Pflege ging die Zahl der Eheschließungen jedoch weiter zurück. 117 Paare gaben sich 2013 das Ja-Wort im Großenhainer Standesamt, noch 130 waren es 2012. Im Jahr davor wurden 143 Ehen geschlossen, und ein Jahr vorher sogar noch 150. Diesen Trend bestätigen auch andere Standesämter der Region: In Schönfeld heirateten 2013 63 Paare im Gegensatz zu 70 Paaren im Vorjahr. Das Ebersbacher Standesamt meldete für dieses Jahr 14 Trauungen. 2012 waren es noch 22.

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Auch muss es nicht immer ein Schloss sein. Die meisten in Großenhain angemeldeten Eheschließungen fanden im Standesamt des Rathauses statt (59). Im Palais Zabeltitz heirateten 35 Paare und im Kulturschloss Großenhain 23. Ausschlaggebend könnte sicherlich gewesen sein, dass fürs Palais und das Kulturschloss ein finanzieller Aufschlag verlangt wird.

Außergewöhnlich waren bei einigen Paaren vor allem die Transportmittel, mit denen sie zur Trauung gekommen sind. „Sie reichten von der klassischen Kutsche über den Traktor bis zur Limousine“, sagt Stadtsprecherin Diana Schulze. Ein Brautpaar war offensichtlich reiterisch geprägt oder große Fans des Märchenklassikers „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Wie in diesem Film erschienen sie hoch zu Ross, um den Bund fürs Leben einzugehen.

Wegen Flut in Lauterbach geheiratet

In Schönfeld ist das Traumschloss ausschließlicher Ort für Eheschließungen. Auch Paare aus den Gemeinden Lampertswalde, Thiendorf und Tauscha heiraten hier. „Die Hälfte der Brautpaare ist aus der Region, die andere kommt von weiter her“, sagt Standesbeamtin Sylvia Ruhland. Im vorigen Jahr schlossen sogar noch im Dezember drei Paare den Bund fürs Leben.

Von den 14 Ebersbacher Trauungen wurden neun in Schloss Lauterbach vollzogen. Hier kann seit Sommer 2008 geheiratet und/oder gefeiert werden. Eine ganz besondere Hochzeit zelebrierte dort eine Chemnitzer Hochzeitsgesellschaft mit 70 Personen im Juli: Die Eheschließung wurde mit einem Pastor im Park unter freien Himmel nachgespielt. „Die eigentliche Trauung muss aber im Standesamt vollzogen werden“, sagt Standesbeamtin Petra Schopies.

Ein Paar aus Bad Schandau hat im Sommer wegen der Flut in Lauterbach geheiratet. Im Elbtal stand das Standesamt unter Wasser und musste absagen, andere Häuser waren einfach schon ausgebucht.

Kinder heißen wieder altdeutsch

Insgesamt rückläufig sind nicht nur die Trauungen, sondern auch die Geburten. Kamen in Großenhain 2012 noch 155 Kinder zur Welt, davon 73 Jungen und 82 Mädchen, waren es bis jetzt in diesem Jahr rund 130 Kinder, davon über 70 Jungen und über 50 Mädchen. Max und Neele führen in Großenhain die Namens-Hitlisten an. Sowohl alte deutsche als auch kurze Namen liegen im Trend. Die Tendenz zu doppelten Vornahmen geht dabei zurück. Das hat man auch in Ebersbach festgestellt. Allerdings ist die Geburtenfreudigkeit an der Großen Röder konstant. Hier stehen 35 diesjährige Geburten (20 Mädchen und 15 Jungen) genauso vielen aus dem Vorjahr gegenüber. Da waren es auch erstaunlicherweise 20 Mädchen und 15 Jungen. Besondere Spitzenreiter bei Vornamen gibt es dort nicht.