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Heiratsantrag für Prinzessin Kristin

Prinz René überraschte mit dem Kniefall vor seiner Freundin die Radeburger Karnevalisten während der Ehrung der besten Umzugsgruppen.

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Von Sven Görner

Als am Faschingsabend nach Lampionumzug und Höhenfeuerwerk die Radeburger Narren und ihre Gäste zu der mit großer Spannung erwarteten Umzugsprämierung in den Saal des „Hirsch“ einrückten, wussten nur zwei Leute, dass es in dieser Nacht noch einen besonderen Höhepunkt geben würde. Lediglich Olaf Häßlich, den Präsidenten des Radeburger Carnevals Clubs (RCC), hatte Prinz André I. in seinen am Rosenmontag gefassten Plan eingeweiht. „Ich wusste, dass sich Kristin schon lange wünscht, dass wir heiraten“, erzählt André Eilke, der im zivilen Leben eine kleine Bau- und Immobilienverwaltungsfirma betreibt. „Als ich ihr dann zur Entkrönungszeremonie den Antrag gemacht habe, standen nicht nur ihr, sondern auch vielen anderen im Saal die Tränen in den Augen“, ergänzt der 39-Jährige.

Gelungene Überraschung

„Ich war sehr überrascht, weil ich damit nicht gerechnet hatte“, gestand Kristin Andres auf SZ-Nachfrage. „Bisher hatte René immer etwas abgeblockt.“ So langsam setzt sich bei der 29-Jährigen allerdings die Aufregung dieser selbst für Radeburger Verhältnisse ungewöhnlichen Faschingsnacht. „Den Termin und die Ausgestaltung der Feier werden wir uns jetzt ganz in Ruhe überlegen“, sagt die nun Ex-Prinzessin, die als Kaufmännische Leiterin bei der Wasserversorgung und Stadtentwässerung in Radebeul arbeitet.

Auch wenn die Geschichte fast märchenhafte Züge hat, ist der Antrag dennoch kein direktes Ergebnis der Regentschaft der beiden Radeburger beim Karneval in der Zille-Stadt. Immerhin sind René und Kristin schon seit acht Jahren ein Paar, sie haben bereits einen drei- und einen einjährigen Sohn.

Dritter Sieg in Folge

Für einen Paukenschlag hatte vor dem Antrag des Faschingsprinzen schon die Wertung der Umzugsjury gesorgt. Als beste der über 70 Umzugsgruppen wurden zum dritten Mal in Folge die 20 Frauen und Männer um Conny Ottlinger prämiert. Bis auf die jetzt in Rödern lebende Chefin sind alles Radeburger. Fast. „Meine Schwester, die nach Holland gezogen ist, reist jedes Jahr zum Umzug an und ist in unserer Gruppe mit dabei“, verrät Conny Ottlinger und ergänzt: „Mit dem Sieg hatten wir nicht gerechnet. Langsam wird uns das Ganze etwas unheimlich.“

Schrieb die Gruppe im Vorjahr zum 50. Jubiläum des RCC mit riesigen Tintenfässern Vereinsgeschichte, präsentierte sie sich diesmal als aufwändig kostümierte Blumen.

„Total zufrieden“ mit dem zweiten Platz ihrer Gruppe ist Ines Naujokat. „Unsere Truppe ist etwas geschrumpft, weil nach dem Jubiläum in Vorjahr einige Mitglieder aufgehört haben“, erzählt sie. Doch die verbliebenen sieben Leute haben ihre ganze Kreativität und ihr handwerkliches Geschick in die Waagschale geworfen. „Die Jungs haben sehr viel bei den Kostümen geholfen. Vor allem bei den Flügeln, was sehr aufwendige Schneid- und Klebarbeiten waren“, sagt Ines Naujokat. Den zweiten Platz hat die Gruppe auch in der Vergangenheit schon einige Male geschafft. Was noch fehlt, ist der Sprung aufs obere Treppchen.

Auf den bewegen sich auch die 15 Leute um Ines Schneider beharrlich zu. „Bei unserer sechsten Teilnahme haben wir jetzt den dritten Platz geschafft und sind damit sehr zufrieden.“ Wie schon im Vorjahr, als sie mit fantastischen Kostümen den venezianischen Karneval nach Rabu brachten, verhüllten sie erneut ihre Gesichter. „Das ist ein Risiko, weil die Jury auch wertet, wie es den Gruppen gelingt, auf die Zuschauer zuzugehen. Und das ist ohne Mimik natürlich schwerer.“

Viele Leute hätten aber schon während des Umzugs die originellen Kostüme gelobt. Vor allem die Baby-Pinguine auf den Füßen. „Die hat alle unsere Silke gehäkelt. Und außerdem noch für jeden eine Kappe mit Augen und Schnabel, die wir vor und nach dem Umzug und zur Prämierung getragen haben.“