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Heiße Show auf dem Party-Tresen

Manchmal reichen gut anderthalb Stunden, um einen jahrelangen Kult heraufzubeschwören. 101 Minuten, solange dauert der Hollywood-Streifen „Coyote Ugly“, der im Jahr 2000 in die deutschen Kinos kam. Angelehnt...

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Von Tom Vörös

Manchmal reichen gut anderthalb Stunden, um einen jahrelangen Kult heraufzubeschwören. 101 Minuten, solange dauert der Hollywood-Streifen „Coyote Ugly“, der im Jahr 2000 in die deutschen Kinos kam. Angelehnt an die Geschichte um ein verzweifeltes Mädchen namens Violet, das ihr Lebensglück als Sängerin und Tänzerin in der gleichnamigen Bar findet, hat sich eine regelrechte Party-Industrie entwickelt. Am Sonnabend findet im Club Fahrenheit100 die erste feucht-fröhliche Sause dieser Art in Dresden statt.

Neuheit in Dresden

Sechs Mädels bilden die frisch gegründete Ortsgruppe des Filmkults: die Wild Coyotes. „Wir haben die Mädels nicht im einzelnen ausgesucht“, sagt Thomas Braun, der die Tänzerinnen über die Agentur Kibra Events vermittelt. Den Anstoß dafür sollen vielmehr Nelly, Jezz und Franzi von den Crazy Dolls gegeben haben, den „verrückten Puppen“, wie sich die Motivationskünstlerinnen nennen. Zwar dürfen sich die Wild Coyotes aus rechtlichen Gründen nicht Coyote Ugly Girls nennen, doch der Inhalt der Party soll dem US-Import in nichts nachstehen: Eine Coyote Bar, Coyote Deko, teils kostenlose Drinks und passende Partymusik soll es geben. Das DJ-Duo Brothers of Bass wird unter anderem dafür sorgen, dass die Wild Coyote Girls den reizvollen Tanz zum Hit „Can’t Fight the Moonlight“ aufnehmen.

„Die wichtigste Fähigkeit eines Coyote-Girls ist es, das Publikum animieren zu können“, sagt Braun. Und neben tänzerischen Fähigkeiten sollten sie auch eine gewisse Trinkfestigkeit an den verstrichenen Tag legen. Schließlich soll ja nicht der Eindruck entstehen, dass nur das wilde Publikum mit Hochprozentigem „abgefüllt“ wird. „Die Coyotes wollen mit dem Publikum spielen und holen ständig Leute auf die Bühne.“

„Wir haben auch eine Feuerspuckerin dabei“, so Braun. Die Feuershow im Fahrenheit sei aber nur eine abgespeckte Indoor-Variante einer weitaus feurigeren Zündel-Performance, die für den Sommer in Planung ist. Zunächst sollen erstmal bis zu 800 Leute die Party auf ihre Tauglichkeit testen. Das schlüpfrige Nachtclub-Ambiente wird wohl vornehmlich männliche Jungspunde unter 25 anlocken. Aber je nachdem, wer den Weg zu den Wild Coyotes antritt, komme es immer auch auf die Laune des Publikums an, wie der Abend verläuft. „Die Mädels treten in mehreren Runden an, sodass die Show insgesamt an die zwei Stunden dauert.“ Auch in den Pausen bleiben die scharf dekorierten Mädels aktiv und schenken den Gästen an der Bar Getränke ein.

Party-Boom und kein Ende

„Die Clubs gab’s in den USA ja schon vorher“, so Braun über die Entwicklung des Trends. Seit dem Kinostart des Films hätten sich schnell tanz-, sing- und trinkfreudige Interessengemeinschaften gebildet und auch hierzulande die ersten Bars im Stil des Hollywood-Streifens eröffnet, unter anderem in Koblenz und Kassel. Dann haben viele Künstler-Agenturen angefangen, die „Coyote Ugly“-Show mit ins Programm zu nehmen. Mehr als 1000 Shows sind seitdem gelaufen. „Bei uns gab es das bis jetzt aber noch nicht“, so Braun.

Inzwischen hätten bereits andere sächsische Städte Interesse an der exzessiven Dresdner Show bekundet. „Damit wollen wir zeigen, was Feiern eigentlich ist“, sagt Braun. Kenner des Kultfilms, aber auch andere Partygänger sollten sich von diesem Urteil am besten selbst überzeugen.

Party der Wild Coyotes, Sonnabend ab 22Uhr, Fahrenheit 100, Werner-Hartmann-

Straße 3, Eintritt: bis 23 Uhr vier Euro

www.wild-coyotes.de