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Heiße Sommer und eine „30“ im Schnee

RAUSCHWALDE. Wenn die Mittelschüler ihre Ferien genießen, laufen die Vorbereitungen für das Geburtstagsfest.

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Von Susan Ehrlich

Als das Jubiläumsfoto entstand, war noch tiefster Winter. Aber das stört an der Rauschwalder Mittelschule niemanden. „Der Schnee, der im März lag, bildet doch einen guten Kontrast zur 30, zu der sich unsere Schüler formiert haben“, sagt Schulleiter Gerd Fischer. Und wer weiß schon, wie das Wetter ist, wenn der 30. Geburtstag der Schule Ende September gefeiert wird?

Als vor über 30 Jahren in Rauschwalde ein Neubau nach dem anderen entstand, zogen viele junge Familien in den Stadtteil. Die damals schon bestehende 13. Oberschule (Diesterwegschule) konnte deren Kinder unmöglich alle fassen. Ein zweiter Schulbau musste her. Und so entstand in unmittelbarer Nachbarschaft die 18. Oberschule, die den Namen „Herbert Balzer“ erhielt. „Der Grundstein wurde 1975 gelegt, und mit dem Schulbeginn im September 1976 wurde die Schule eingeweiht“, sagt Angela Lange vom Görlitzer Schul-, Sport- und Sozialamt. Der Unterricht startete damals mit den Klassenstufen 1 bis 9 und 676 Schülern.

13. POS wurde Grundschule

So viele sind es heute freilich nicht mehr. Aus der 13. POS ist nach der politischen Wende eine Grundschule geworden. Die ehemalige 18. Oberschule wurde 1992 zur Mittelschule Rauschwalde. „Zurzeit zählen wir etwa 350 Schüler und über 30 Lehrer“, sagt der Schulleiter. Etliches hat sich inzwischen getan. Denn 30 Jahre Schulbetrieb hinterlassen ihre Spuren. Um das zu dokumentieren, werden fürs Geburtstagsfest Ende September noch Fotos gesucht. Sie können im Sekretariat abgegeben werden.

Bald rundum neue Fenster

Bald dürften neue Fotos zur Chronik hinzukommen. Denn an Stelle Gerd Fischers langjährigem Sorgenkind – der immer maroder gewordenen Ulberhalle – entsteht in den nächsten Monaten eine nagelneue Sporthalle. „Sie ist nicht nur für den Unterricht, sondern gerade auch für den außerschulischen Bereich wichtig“, sagt er. Denn Sportvereine, die hier künftig wieder Training und Wettkämpfe abhalten, holen die Jugend von der Straße, ist Fischer überzeugt.

Doch nicht nur die Turnhalle verändert das Gesicht des Schulgeländes. Erst im vergangenen Jahr hat die Stadt die Fenster zur Straße hin erneuert. „Das soll 2007/08 an den anderen Seiten des Gebäudes fortgesetzt werden“, sagt Angela Lange. Auch ein neues Biologiekabinett ist geplant, nachdem in den vergangenen Jahren neue Fachräume für Chemie (1996), Physik und Hauswirtschaft sowie ein Nähmaschinenkabinett (2005) entstanden sind. „Derzeit sind wir bemüht, im Schulhaus noch einiges zu bewegen, um uns als Geburtstagskind zu schmücken“, sagt Annerose Hennig. Die Lehrerin steckt als Mitglied des Organisationsteams mitten in den Festvorbereitungen.

Doch auch ohnedem lobt Gerd Fischer: „Unsere Schule hat unheimlich gute Bedingungen.“ Er nennt den nahen Sportplatz, verweist auf das Nachmittagsangebot des Kinderschutzbundes in der Schule, die gute Zusammenarbeit mit dem ASB als Nachbarn und den offenen Schulhof, den junge Leute auch nach Schulschluss nutzen können. Ebeneso wissen Schulleiter und Lehrer die Elternarbeit und damit verbunden den Förderverein zu schätzen. Die Einrichtung der Bibliothek, des neuen Speisesaals sowie der Küche seien einige Früchte aus dem guten Lehrer-Eltern-Verhältnis. Was Lerninhalte angeht, kann Gerd Fischer unter anderem mit einem ausgebauten sprachlichen Zweig an seiner Schule punkten. „Der ist wichtig für den Übergang aufs berufliche Gymnasium“, sagt er dazu.

Häufiger wegen Hitze frei

Ein Nachteil fällt Gerd Fischer doch noch ein: „Das Schulgebäude erwärmt sich im Sommer viel mehr als die alte Bausubstanz in der Stadt.“ Das bringe die Schüler schneller zum Schwitzen – oder beschert ihnen Hitzefrei. Da sorgt das winterliche Jubiläumsfoto doch gleich wieder für etwas Abkühlung.