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Heißer Juli sorgt für Besucherrekord im Bad

Familie Klein aus Wuppertal ist voll des Lobes für das Gebersbacher Freibad. Das hat sie in einem Brief an die Betreiber geschrieben. „In Zeiten, wo meistens nur gemeckert wird, möchten wir uns [...]...

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Von Anja Köhler

Familie Klein aus Wuppertal ist voll des Lobes für das Gebersbacher Freibad. Das hat sie in einem Brief an die Betreiber geschrieben. „In Zeiten, wo meistens nur gemeckert wird, möchten wir uns [...] mit einem Lob an Sie wenden.“ Anfang Juli waren die Kleins in der Region zu Gast, das Freibad war ihnen von ihrer Tochter empfohlen worden. „Schon beim ersten Besuch haben wir gemerkt, dass dieses Bad anders ist als alle, die wir von zu Hause kennen.“ Von Anfang an sei ihnen die Sauberkeit angenehm aufgefallen – nicht nur im Sanitärbereich, sondern auch auf den Liegewiesen und dem Spielplatz.

Bis Ende August definitiv offen

„Hinzu kam, dass das zumeist junge Personal mit großer Umsicht und beispielhafter Freundlichkeit am Werk war.“ Das habe sich angenehm auf das allgemeine Klima im Bad ausgewirkt. Vor allem der Kollegin am Imbiss habe man den Stress trotz hoher Temperaturen nicht angemerkt. „Übrigens habe ich selten so einen tollen Cappuccino bekommen“, heißt es. Das Fazit der Kleins lautet: „Nicht nur für unsere Enkelin waren die Besuche ein Erlebnis, auch für uns war es ein jederzeit entspannt. [...] Wir wissen jetzt, wo wir bei unserem nächsten Sommerbesuch baden gehen.“

Lutz Iwan, Geschäftsführer des Bad-Betreibers WelWel aus Döbeln, freut die positive Resonanz. Auch in Sachen Besucherzahlen ist er recht zufrieden, wenngleich diese noch nicht an die des Rekordsommers 2006 heranreichen. Damals waren während der gesamten Saison über 20000 Gäste da gewesen, 2009 waren es 18000. Bis dato sind es in diesem Jahr zwischen 13000 und 14000. „Die Wochen im Juli waren gigantisch“, sagt Iwan auf gestrige Nachfrage des DA. Nun wünsche er sich noch ein bis zwei Wochen mit „richtig schönem Wetter“. Bis Ende August werde das Freibad ganz sicher geöffnet sein, ab September solle wochenweise und je nach Wetterlage entschieden werden. Falle die Temperatur unter 20 Grad, habe der Badbetrieb keinen Sinn, weil dann das Wasser zu stark auskühle.

Vermutlich würden noch mehr Menschen der Region das Freibad im Ziegra-Knobelsdorfer Ortsteil Gebersbach besuchen, gäbe es einen Radweg bis nach Waldheim. „Das ist schon so lange ein Thema und ich sage dass zu jeder Eröffnungsfeier“, so Iwan gegenüber dem DA. Getan habe sich bis jetzt aber noch nichts. Dabei könnte es etwa für Jugendliche von Vorteil sei, kämen sie mit Drahtesel und ohne Elterntaxi sicher bis hierher. „Außerdem haben die Waldheimer damals auf ihr Bad verzichtet, sodass es auch für sie schön wäre, könnten sie unser Bad mit dem Fahrrad erreichen“, so Iwan, der das Projekt in jedem Fall unterstützen würde. Gleicher Meinung ist auch Helga Busch (parteilos), Bürgermeisterin der Gemeinde. „Ich denke, dass es generell mehr Radwege geben müsste“, sagt sie auf DA-Nachfrage. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum sie innerorts vorhanden sind. Außerhalb der Ortschaften und damit dort, wo Autos schneller unterwegs sind und es für Radler gefährlicher ist, aber fehlen. „Einerseits reden wir von Gesunderhaltung und davon, dass unsere Kinder und Jugendlichen ihre Hintern von den Computern weg bewegen sollen, und andererseits werden wir daran gehindert, die Voraussetzungen dafür schaffen.“

Verkehrszählung nötig

Dass der fehlende Radweg für Jugendliche tatsächlich ein Thema ist, hatte zuletzt das von der Friedrich-Ebert-Stiftung initiierte Planspiel Kommunalpolitik Ende April bewiesen. In einer Stadtratssitzung mit Jugendlichen hatte die „gespielte“ UBW-Fraktion die Anfrage nach der Verlängerung des Radweges Gebersbach-Waldheim gestellt.

Wie Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (CDU) bestätigt, laufe derzeit ein Planfeststellungsverfahren in Sachen Radweg, der entlang der Staatsstraße vom Ortsausgang Gebersbach bis zum Kreisel in Waldheim reichen soll. Dazu stehe die Stadt in Kontakt mit dem zuständigen Straßenbauamt. Problematisch sei, einen Nachweis für den Radweg-Bedarf zu erbringen. Denn dazu müsste eine Verkehrszählung von Radlern durchgeführt werden. Die Radler aber fehlen, weil es den Radweg (noch) nicht gibt. „Damit beißt sich die Katze in den Schwanz“, so Blech.