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Heißer Tag für die Feuerwehr

In Waldheim haben die Kameraden unter reellen Bedingungen geprobt.

Holger Bretschneider von der Waldheimer Feuerwehr bei der Bergung von Kanistern.
Holger Bretschneider von der Waldheimer Feuerwehr bei der Bergung von Kanistern. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Waldheim.  Jede Menge Qualm gab es am Wochenende bei der Richzenhainer Feuerwehr. 80 Feuerwehrleute trainierten an zwei Tagen die Brandbekämpfung mit Atemschutzgerät und Vollschutzanzug. Silvio Röser von der Firma Atemschutz Röser installierte dafür zwei große Container mit einem Parcours in unterschiedlichen Temperaturklassen.

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Die Ortswehren aus Richzenhain, Geringswalde, Waldheim, Hartha, Mügeln, Milkau, Leisnig, Etzdorf, Arnsdorf, Gebersbach, Böhrigen, Pappendorf, Nauendorf und Marbach und einzelne Gäste aus Dresden trainierten unter der Aufsicht von vier Atemschutzexperten. Auch Bürgermeister Steffen Ernst und die Ordnungsamtsleiterin Christin Rost machten sich vor Ort ein Bild. Dafür stieg die Amtsleiterin sogar selbst in einen Feuerwehranzug, um die Bedingungen der Kameraden einmal hautnah mitzuerleben. „Wir wollen den Kameraden der Feuerwehr so realistisch wie möglich Trainingsbedingungen bieten, um für den Ernstfall gewappnet zu sein,“ so der Veranstalter, „In den Containern ist ein Heizsystem, welches ausschließlich unbehandelte Rest-Holzpaletten verbrennt und damit einen massiven Rauchgasstrom in dem Parcours erzeugt. Im vorderen Bereich erzielen wir Temperaturen von 200 bis 300 Grad, im hinteren Bereich sogar 400 Grad.“

Begleitet werden die Feuerwehrleute jeweils von einem Ausbilder, immer zu zweit geht es in die absolute Finsternis, durch den Rauch sieht man die Hand vor Augen nicht. Ohne Weiteres darf man allerdings nicht ins Feuer gelassen werden. Neben der brandfesten Schutzausrüstung aus Spezialgeweben, feuerfesten Schuhen und Helmen braucht man auch einen sogenannte G26/3 Tauglichkeitsnachweis, der die Fitness der Kollegen widerspiegelt. Ziel ist es, Dummy-Puppen und andere Gegenstände im Dunkeln unter Vollschutz zu ertasten und zu bergen. Die Feuerwehrleute waren nach dem Durchgang, der etwa 20 bis 25 Minuten dauerte, völlig erschöpft: Max Nabor und Holger Bretschneider von der Waldheimer Freiwilligen Feuerwehr berichten schweißüberströmt: „Du bist auch im Einsatz nur auf Knien unterwegs und spürst, wie die Hitze überall strahlt. Normalerweise würde man sich ja umdrehen und rausgehen, das geht ja hier natürlich nicht.“

Zu der etwa sechs Wochenenden umfassenden Grundausbildung gehören ständige Weiterbildungen wie diese zur Qualifikation eines Feuerwehrmannes oder Feuerwehrfrau dazu, um im Ernstfall fit zu sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bezahlt werden die Ausbildungen von der Kommune. Die zwei Teilnehmer aus Dresden waren allerdings selbstzahlende Gäste – so verrückt können nur Feuerwehrleute sein.

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