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Heitmann und Iltgen beenden ihre politische Karriere

Die Dresdner CDU bereitet sich auf das neue Wahljahr 2009 vor. Erstmals will sie mit Linken kooperieren.

Von Thilo Alexe

Zwei prominente Dresdner CDU-Politiker beenden ihre berufliche Laufbahn. Die Landtagsabgeordneten Steffen Heitmann und Erich Iltgen werden sich 2009 nicht mehr zur Wahl stellen, wie Unions-Kreischef Lars Rohwer am Mittwoch bekannt gab. Beide hätten in Gesprächen mit ihm signalisiert, dass sie den Weg für jüngere Kandidaten freimachen wollen. „Das zeigt Größe“, sagte Rohwer.

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Der heute 63-jährige Heitmann engagierte sich 1989 in der Bürgerrechtsbewegung „Gruppe der 20“. Zehn Jahre lang war er unter Kurt Biedenkopf Justizminister. Nach umstrittenen Äußerungen zur Rolle der Frau verzichtete Heitmann 1994 auf die Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten.

Der heute 68-jährige Iltgen leitete in den 80er-Jahren die Dombauhütte der Dresdner Kathedrale. In der Wendezeit moderierte er den Runden Tisch im Bezirk. Seit 1990 ist Iltgen Landtagspräsident.

Behr im Landtag?

Mit dem von Rohwer verkündeten Rückzug ist das Rennen um die Landtagsnachfolge der beiden Abgeordneten eröffnet. Für Iltgens bisherigen Wahlkreis im Dresdner Osten erwarten Beobachter eine CDU-interne Kampfkandidatur zwischen dem Schönfeld-Weißiger Ortsvorsteher Hans-Jürgen Behr und dem Landtagsabgeordneten Christian Piwarz. Weniger klar ist derzeit, wer in Heitmanns Wahlkreis in Blasewitz und Loschwitz antritt. Rohwer kündigte an, dass sich in drei weiteren Wahlkreisen die Mandatsträger erneut zur Wahl stellen wollen. Das sind neben Rohwer selbst (Dresdner Westen), Friederike de Haas (Alt- und Neustadt), sowie Andreas Grapatin (Norden und Pieschen).

Die Dresdner Union will die Direktkandidaten für die Landtagswahl am 15. November küren. Bislang hat die CDU in den sechs Dresdner Wahlkreisen stets Erfolge verbuchen können. Mit Spannung wird allerdings das Resultat im Wahlkreis in Alt- und Neustadt erwartet. Dort hatte die PDS 2004 stark abgeschnitten. Möglicherweise wird der OB-Kandidat der Linken, Klaus Sühl, die CDU in diesem Wahlkreis herausfordern.

Derweil bereitet sich der Dresdner Verband auch auf die 2009 anstehende Bundestagswahl vor. Als sicher gilt, dass die beiden CDU-Abgeordneten Arnold Vaatz und Andreas Lämmel erneut antreten wollen. Auch sie sollen am 15. November nominiert werden.

Mitte Januar sollen schließlich die Stadtratskandidaten gekürt werden. Rohwer deutete an, dass die CDU auch Parteilose, die sich im Stadtteil engagieren, als Kandidaten gewinnen will. Zudem sei denkbar, dass prominente „Woba-Verkäufer“ aus der Linksfraktion.PDS wie etwa Barbara Lässig auf CDU-Ticket antreten können.