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Helene Fischer lockt ins Stadion

Das Konzert im Juli 2015 ist schon fast ausverkauft. Ansonsten laufen Veranstaltungen im Stadion aber eher mäßig.

Von Juliane Richter

Auf eine solche Veranstaltung hat Stadionmanager Hans-Jörg Otto lange hingearbeitet: Am 2. Juli 2015 macht Schlagerstar Helene Fischer mit ihrer Farbenspiel-Tournee Halt in Dresden. Schon jetzt ist das Konzert fast ausverkauft. Rund 11 000 Menschen sollen auf dem Rasen vor der Bühne Platz finden, weitere Tausende auf den gelben Tribünen. Der Manager freut sich über das große Interesse vor allem auch, weil die Sängerin ebenfalls in den größeren Stadien Leipzig und Berlin auftritt.

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Durch das Konzert gelingt es erstmals seit dem Kirchentag 2011, das Stadion mit einer Veranstaltung fern des Fußballs zu füllen. In der Vergangenheit hatte sich die Stadion-Projektgesellschaft schon einmal um ein Konzert von Herbert Grönemeyer bemüht – der trat im Juni 2012 allerdings lieber in der Flutrinne auf. Dass das Stadion nur mit Zweitligist Dynamo Dresden funktioniert, verneint Otto. Auch wenn deren Spielbetrieb das meiste Geld einbringt. Demnach zahlt der Verein derzeit rund 4,85 Millionen Euro für die Stadionnutzung. Laut Hans-Jörg Otto sei die Zahl der Drittveranstaltungen seit dem Stadionneubau 2009 ständig gewachsen. Der Umsatz durch diese Veranstaltungen könne im Geschäftsjahr 2013/2014 auf etwa 350 000 Euro gesteigert werden. Im Vorjahr waren es noch 50 000 Euro weniger. Einen deutlichen Zuwachs gebe es zum Beispiel bei den Stadionführungen. „Die bringen uns in diesem Geschäftsjahr etwa 50 000 Euro ein“, sagt der 35-Jährige. Im Vorjahr waren es noch knapp 44 000 Euro.

Richtig gut laufen auch Kindergeburtstage. Eltern können sich mit ihren Kleinen und deren Freunden einmieten, besuchen die Umkleidekabinen der Profifußballer und können eine eigene Pressekonferenz in dem Raum abhalten, wo sich normalerweise Trainer Olaf Janßen den Journalisten stellt. Den ungewöhnlichen Partyspaß gibt es ab 16 Euro pro Person. Ein Angebot, das laut Otto derzeit fast jedes Wochenende genutzt wird – und pro Jahr mittlerweile etwa 9 000 Euro einbringt. „Damit verdienen wir natürlich nicht das große Geld. Aber es ist positiv und die Kinder werden hier im Stadion auch ein bisschen mit dem Thema Fußball infiziert.“ Während die kleinen Angebote funktionieren – darunter vor allem auch firmeninterne Feiern im Businessbereich – konnten sich Veranstaltungen für ein breiteres Publikum bisher nicht durchsetzen. So wird das Laureus-Benefizspiel kein viertes Mal im Stadion stattfinden. Den Veranstaltern waren 10 000 Zuschauer bei der Gesamtkapazität von 30 000 Plätzen einfach zu wenig.

Und auch die Schlagernacht ist ein Format, das nicht funktioniert hat. Nachdem im Jahr 2011 noch 10 000 Zuschauer die Auftritte von Schlagersängern wie Jürgen Drews und Olaf Berger verfolgten, floppte das Konzert vergangenes Jahr total. „Das Interesse war desaströs“, sagt Otto. Das Konzert wurde kurzfristig abgesagt. Einen immer größeren Zuspruch erfährt die Rewe-Teamchallenge, bei der die Teilnehmer im Stadion einlaufen. 2013 verwandelten andauernder Regen und Tausende Läufer den Stadionrasen allerdings in eine Schlammlandschaft. „Wenn es in diesem Jahr wieder so regnet, müssen wir uns da etwas anderes einfallen lassen“, sagt Otto.

Hinzu kommt, dass die Läufer zwar das Stadionflair genießen, jedoch kein Geld einbringen. Um ein neues, ausverkauftes Sportevent zu erreichen, sucht die Projektgesellschaft wiederholt die Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund. Für ein U21-Länderspiel habe das Stadion genau die richtige Größe. Zudem habe die Stadt zur Frauen-Fußball-WM ihre Fußballbegeisterung bewiesen. „Aber da scheiden wir halt aus“, sagt Otto und verweist auf das schlechte Image von Dynamo Dresden.

Der Verein wiederum lobt die Bemühungen der Projektgesellschaft, Nutzungen in den Businessbereichen zu akquirieren. „Jede zusätzliche Veranstaltung bringt, sofern sie mit einem positiven Ergebnis abschließt, eine wenn auch sehr geringe Entlastung der Stadionkosten für den Verein“, sagt Geschäftsführer Ralf Gabriel. Das sei aber noch nicht genug. Denn die Projektgesellschaft kann lediglich nur die Räume vermieten – das aber nicht mit speziellen Dynamoangeboten, wie einem Spielergespräch. Auch hier soll eine Neuordnung der Stadionverträge in Zukunft noch mehr ermöglichen.