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Helfer sammeln fürs Rittergut

In der Teichwirtschaft Zeisholz stellten Freiwillige ein buntes Programm auf die Beine – mit einem ernsten Ziel.

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© Heinz Hirschfeld

Von Heinz Hirschfeld

Für Hagen Haedicke, Chef der Teichwirtschaft Zeisholz, und seine rechte Hand Mandy Böhme stellte sich gar nicht erst die Frage der Hilfe. „Das, was in Großgrabe passiert ist, hat uns sehr betroffen gemacht. Aber als Freunde von Frank Geyer vom Rittergut Großgrabe, gab es für uns gar kein langes Zögern. Wir wollten unbedingt helfen“, so Hagen Haedicke. Der Brand auf dem Rittergut hatte Ende April für Entsetzen in der Region gesorgt. Zu Himmelfahrt wollten Hagen Haedicke und seine Helfer nun ein Zeichen setzen. Am Zeisholzer Angelteich hatten sie ein Zelt aufgestellt. Ab 11 Uhr ging dort die Post ab. Livemusik der Schwepnitzer Band „Hauptsache egal“ sorgte für tolle Stimmung. Die Zeisholzer Frauen boten etwa 15 selbst gebackene Kuchen an. Kaffee wurde dazu gekocht. Räucherfisch, Fischsuppe, Fischspieße, sowie Bratwurst und Bier – das sorgte für Genuss in der idyllischen Teichlandschaft im Nordwesten des Kreises.

Zeisholz selbst hat etwa 180 Einwohner. Zum Fest kamen mindestens 250 Gäste ins Zelt der Teichwirtschaft. „Eigentlich wollten wir noch Kutschfahrten durch die Teichlandschaft durchführen, aber die Sache musste ins Wasser fallen, da die Großgraber Pferde noch nicht wieder in der Lage sind, eine Kutsche zu ziehen“, war von Mandy Böhme zu erfahren. Rund 400 Euro Reingewinn hat der Tag dennoch eingebracht. Das Geld geht komplett an das Rittergut Großgrabe.

Viele wollen helfen

Am Beginn des Geländes, wo das Zelt stand, wurden die Gäste sachlich über das informiert, was in Großgrabe geschah. Und es war durchaus eindrucksvoll zu sehen, wie junge Männer in Feierlaune plötzlich helfen wollten. Mario Nicklich aus dem Schwepnitzer Ortsteil Grüngräbchen wird mit seiner Baufirma Wiederaufbauhilfe leisten. Jetzt stand er erstmal am Grill. Eine der fleißigen Kuchenbäcker aus dem Dorf ist Heidrun Meinke. Als Tierfreundin will sie sich nicht ausmalen, was noch alles hätte passieren können. Der 86-jährige Werner Lohde schaute ebenfalls vorbei. Er hatte jahrzehntelang in Zeisholz in der Fischaufzucht gearbeitet. Der Senior, der schon so einiges erlebte, ist einfach fassungslos über den großen Schaden in Großgrabe.

Die Jugend des Ortes hilft auch. So hat Lisa Böhme noch ihre Freundin Zoey Kieback mitgebracht. „Es gibt viel Hilfsbereitschaft in den Orten der Umgebung, damit das Rittergut Großgrabe so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommt. Als wir bei unseren Geschäftspartnern gesagt haben, was wir vorhaben, gab es sofort Resonanz. Getränke-Renner machte Extrapreise, der Bäcker Jörg Berger unterstützte ebenfalls. Unsere Liveband machte ihre Musik billiger, und selbst die aufgestellten Dixie-Toiletten waren günstiger als sonst“, zählt Mandy Böhme auf. So sei das eben auf dem Dorf. Da funktioniere die Hilfe in Notsituationen -– auch ohne große Aufrufe.