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Radebeul

Helle Räume und mehr Platz

Ein Jahr lang wurde das Gebäude der Freie Célestin-Freinet-Schule komplett saniert und ausgebaut. Überraschungen blieben dabei nicht aus.

Die Klassenleiterinnen Jule (l.) und Simone (r.) räumen mit Referendarin Laureen eines der neuen Klassenzimmer im Dachgeschoss ein.
Die Klassenleiterinnen Jule (l.) und Simone (r.) räumen mit Referendarin Laureen eines der neuen Klassenzimmer im Dachgeschoss ein. © Norbert Millauer

Friedewald. Noch stehen die Container im oberen Teil des Grundstücks der Freinet-Grundschule in Friedewald. Doch wenn am Montag das neue Schuljahr beginnt, werden sie nicht mehr gebraucht. Denn Schüler und Lehrer können nach genau einem Jahr wieder das mehr als 100 Jahre alte Schulhaus nutzen. Seit August vergangenen Jahres wurde es komplett saniert und obendrein das Dach ausgebaut.

In den vergangenen Tagen herrschte daher deutlich mehr Geschäftigkeit, als zum Ende der Ferien sonst üblich ist. Vier Tage lange bekamen die pädagogischen und technischen Mitarbeiter der vom Kinderland Sachsen e.V. getragenen Schule beim Transportieren von Möbeln und Kartons Unterstützung von Profis. Aber auch Eltern packten mit an, damit zum Schulstart für die rund 80 Kinder alles bereit ist. Mittendrin erledigten Handwerker und Bauleute noch die letzten Arbeiten.

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Sylvia Kreller, der Schulleiterin, steht trotz des hektischen Gewimmels die Freude ins Gesicht geschrieben. Denn dank der vom Freistaat geförderten Investition des Vereins sind die Räume nicht nur viel heller und freundlicher, sie haben durch Schallschutzdecken zudem eine bessere Akustik bekommen. Und vor allem gibt es jetzt auch mehr Platz.

Das Schmuckstück sind die beiden lichtdurchfluteten neuen Klassenräume im Dach. Von hier geht der Blick auf der einen Seite weit in die Landschaft, während auf der anderen die beiden Jungstörche in ihrem Nest beobachtet werden können.

Auch über das neu entstandene Kunstkabinett und den separaten Werkraum freut sich die Schulleiterin. „Bisher gab es nur ein gemeinsames Zimmer, das nicht einmal so groß war wie jetzt der Werkraum. An den aus Gipskarton bestehenden Vorwänden des Kunstkabinetts können die Kinder ihre Zeichenblätter anpinnen und sich im freien Ausdrucksmalen betätigen. Einen speziellen Palettentisch für Farbe, Wasser und Pinsel baut der Vater eines Kindes gerade noch. Auch in einem der Klassenräume im Erdgeschoss ist ein Papa mit Handwerkszeug am Arbeiten. Er baut in einer Nische eine Zwischenebene ein.“

Vorbei ist mit dem Ausbau die Zeit, in der sich der Speiseraum im Keller des Hauses befand. Auch der Musikunterricht war dort angesiedelt. Beides ist ins Erdgeschoss umgezogen. Mit einer großen Essenausgabe, deren beide Fenster durch Rollos geschlossen werden können. Eine große breite Außentreppe sorgt zudem für einen zweiten Fluchtweg über alle Etagen.

Veranschlagt waren für den Bau 1,2 Millionen Euro. Vom Freistaat war eine Förderung in Höhe von 480.000 Euro zugesagt worden. „Der Bau wird auf jeden Fall teurer, sagt Katrin Merker, Geschäftsführender Vorstand des Kinderland-Vereins. Um wie viel genau, könne sie aber noch nicht sagen. 

Mit 120.000 Euro würden aber allein die Mehrkosten für die Beseitigung des bei den Sanierungsarbeiten am Westgiebel entdeckten Hausschwamms zu Buche schlagen. Dort stießen die Bauleute in zwei Etagen auch auf komplett eingemauerte Fenster. „Wir sind aber froh, dass es auf der Baustelle nie Stillstand gegeben hat, obwohl es manchmal nicht einfach war, Firmen zu finden“, so Karin Merker.

Am 21. September findet in der Schule ab 14 Uhr ein Tag der offenen Tür, verbunden mit einem Einweihungsfest, statt. Ehemalige Schüler und Eltern sind herzlich dazu eingeladen, so die Schulleitung. Am Sonntagnachmittag können sich schon die Anwohner umsehen.

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