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Hello, salut, priwjet

Mit Französisch, Englisch und Russisch kommt man weit. Zum Beispiel nach Hamburg. Das hat die Kamenzerin Beatrice Bergel am Sonntag vor einer Woche herausgefunden. Die 15-jährige Gymnasiastin war in die norddeutsche Metropole gereist, um ihr Talent zu testen.

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Von Heike Markus

Mit Französisch, Englisch und Russisch kommt man weit. Zum Beispiel nach Hamburg. Das hat die Kamenzerin Beatrice Bergel am Sonntag vor einer Woche herausgefunden. Die 15-jährige Gymnasiastin war in die norddeutsche Metropole gereist, um ihr Talent zu testen. Ihre Begabung: Sie redet gern und gut, und nicht nur auf Deutsch. Beim Sprachenturnier „Fit in vier Sprachen“ war sie mit 174 Jugendlichen dabei. Zusammen mit sechs Zehntklässlern aus Sachsen errang sie einen vierten Platz.

„Am Tag vor der Abreise habe ich die totale Krise gekriegt“, sagt Beatrice und lacht. Da habe sie schnell nochmal in das russische und das französische Grammatikbuch reingeguckt. „Und dann kam gar keine Grammatik dran!“ Dafür mussten die jungen Sprachtalente zeigen, dass sie fit in ihrer Muttersprache sind. Textverstehen war angesagt, und zwar auf Deutsch. Anschließend ging alles ganz schnell – Englisch, Französisch und Russisch im Stundentakt. „Am Ende fielen mir nur noch französische und englische Vokabeln ein“, sagt Beatrice. Das war ungünstig, denn sie musste auf Russisch ein Bild beschreiben.

Gewöhnlich fliehen Menschen Situationen, in denen sie schweißnasse Hände und schlotternde Knie bekommen. Wer lässt sich schon freiwillig prüfen? Eine Lehrerin vom Lessinggymnasium hatte Beatrice die Teilnahme am Wettbewerb vorgeschlagen. Und musste ihre Schülerin nicht lange überreden. „Dabei habe ich noch nicht einmal die besten Noten“, sagt Beatrice. Aber sie hat etwas anderes zu bieten: „Ich bin total verquatscht.“ Und sie fürchtet sich nicht vor vielen Zuhörern. Das ist wichtig fürs Fremdsprachen lernen: Wer ungewohnte Laute über die Lippen bringen will, darf keine Angst vor Fehlern haben.

Ihr Sprachentalent hat Beatrice ganz zufällig entdeckt. Naturwissenschaften begeisterten die junge Gymnasiastin nicht so sehr. Also hat sie sich für das sprachliche Profil im Unterricht entschieden. Mit Berufswünschen habe das nichts zu tun. „Als Dolmetscherin das ganze Leben Sachen übersetzen, ob das Spaß macht?“ Eher nicht, glaubt Beatrice. Aber Sprachen sind vielseitig verwendbar. Englisch etwa eignet sich prima für die Unterhaltung mit der ungarischen Austauschschülerin. Ungarisch kann Beatrice nämlich nicht.

Englisch ist auch toll, wenn man die Fahrgäste in einer Londoner U-Bahn „belauscht“. Oder wenn man Musiksender guckt, „da versteht man, was die Leute im Fernsehen sagen“. Franzosen findet Beatrice beim Reden „sehr höflich“.

Nur die Russen hat sie noch nicht in ihrem Land besucht. Aber nach Moskau wolle sie „übelst gern“ einmal reisen. Und dann noch ihr Spanisch aus der sechsten Klasse auffrischen. Und Italienisch lernen. „Das nehme ich vielleicht nach der Schule in Angriff.“