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Herbstsonne scheint seit zehn Jahren

Das DRK-Altenpflegeheim im Seniorenzentrum am Kamenzer Hutberg genießt einen guten Ruf. Hier wird Familie gelebt.

© Matthias Schumann

Von Ina Förster

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Es ist Kaffeezeit in der Herbstsonne. Leise dudelt der Fernseher im Hintergrund. Zwei ältere Damen verfolgen die Nachmittags-Schmonzetten im ARD. Zwei andere Omas werfen gerade einen Luftballon hin und her. Auf dem Tisch steht frischer Kuchen. Die rührigen Pflegerinnen tun ein paar Stücke auf die Teller. „Guten Appetit Frau Berndt“, wünschen sie. Die 97-jährige Kamenzerin hat gerade aus dem Panoramafenster nach draußen gesehen. Wer da so auf Besuch kommt, erkennt man hier am besten. Oder wer im Innenhof mit dem idyllischen Teich gerade spazieren geht. Das ist ihr Lieblingsplatz. Das gibt sie schmunzelnd zu. Als Frida Berndt noch besser fort konnte, war sie unentwegt in der Altstadt unterwegs. Sie ist rüstig für ihr hohes Alter. Nun hat sie seit geraumer Zeit ihren Platz in der Kamenzer „Herbstsonne“ gefunden.

Qualitätsnoten sind durchweg prima

Das DRK-Altenpflegeheim öffnete selbst schon am 25. Januar 2005 seine Pforten im Seniorenzentrum am Ulmenweg. Zehn Jahre im Dienst alter und pflegebedürftiger Personen – das will etwas heißen. Vor allem, wenn die Qualitätsnoten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen durchweg im obersten positiven Bereich lagen. Aktuell bei einer schönen 1,1. Damit muss man sich nicht verstecken. Das zeichnet das Haus, aber auch vor allem das gesamte Team von 51 Mitarbeitern aus. „Ich bin sehr stolz auf meine Leute und möchte ihnen auch einmal auf diesem Weg Danke sagen. So macht Arbeit Spaß und ich kann wirklich guten Gewissens sagen: Ich liebe meinen Job“, freut sich Silvia Holling. Sie hat das Heim schon mit eingerichtet, feierlich eröffnet und führt es auch heute noch mit Herz und Verstand.

Die 68 Heimplätze inklusive einer speziellen Demenzstation für 15 Erkrankte sind durchweg belegt. Auf drei Ebenen gibt es fünf kleinere Wohngruppen. Zur leichteren Orientierung wurden die Bereiche farblich markiert und mit Symbolen ausgestattet. Vor allem wunderschöne große Wandgemälde erleichtern den alten Leuten das Zurechtfinden. Die Anmeldeliste ist wie zu erwarten lang. Doch wo ist sie das heutzutage nicht? Chefin Silvia Holling erinnert sich: „Als wir vor zehn Jahren starteten, war das nicht ganz so. Wir waren das dritte Pflegeheim in der Stadt. Und damals auch das teuerste, weil wir einen freien Träger hatten und staatlich nicht gefördert wurden.“ Aber nach einem halben Jahr stellten sich die Weichen um – auf Richtung Erfolgskurs. Seitdem setzt man hier am Ulmenweg auf eine ganzheitliche Betreuung, aber vor allem auch auf familiären Umgang. Auf das gewisse Etwas.

Anlage ist gepflegt und großzügig

Allein die zentrumsnahe Lage besticht. Das Areal ist gepflegt und großzügig. Es gibt einen wunderschönen Sinnesgarten mit australischen Rothörnchen, einen Snoezelenraum, ein Nostalgiezimmer. Der Friseur kommt mehrmals die Woche vorbei und arbeite hier im Salon. Die Arztversorgung ist vor Ort gewährleistet. Größere und kleinere Ausflüge werden gemacht. Wie der Osterspaziergang mit Sack und Pack rund ums Gelände, wo selbst Rollstühle mitrollen und man Eier sucht. Überhaupt steht das Feiern hoch in der Gunst der Bewohner.

Auch Hausmeister Olaf Klaus verwirklicht sich im gesamten Haus kreativ. Überall begegnet man seiner Holzdeko. Jahreszeitlich gestalten die Mitarbeiter außerdem gemeinsam mit den Heimbewohnern die Gänge. Man sieht liebevoll gestaltete Foto-Collagen, gemalte Bilder, kleine Basteleien.

Fachkräftemangel wächst

Gleich nebenan befindet sich die betreute Wohnanlage der Herbstsonne mit 59 Einheiten. Sie wurde schon fünf Jahre eher als das Heim eingeweiht. Der Hutberg, das Wahrzeichen der Stadt, ist von manchen Fenstern aus gut zu sehen. Wer rüstig ist, der braucht nur ein paare Schritte bis zum Hauptweg. Doch wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Auch Frida Berndt ist zufrieden mit ihrer neuen Heimstatt. „Es ist ein Paradies für Leute wie mich. Freundliche Rundumbetreuung, nette Menschen überall. Ich bin sehr zufrieden hier. Schreiben Sie das ja auf“, lacht sie. Heimleiterin Silvia Holling freut sich über jedes Lob. Vor allem über das von Angesicht zu Angesicht.

Die letzten zehn Jahre scheinen wie im Flug vergangen zu sein. Leidiges Thema ist wie überall der Fachkräftemangel. „Die physische und psychische Belastung steigt, trotz Einsatz immer modernerer Hilfsmittel“, sagt die 59-Jährige. Dabei sei die Vergütung so schlecht nicht. Doch das Durchschnittsalter der Menschen steigt. Die Gesellschaft vergreist. Mehr Heime, wie die Herbstsonne wären deshalb schön …

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