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Weißwasser

Hermannsdorfer See wird größer

Die Leag setzt im Lausitzer Revier ihren Kohleabbau wie geplant fort. Dennoch gibt es Veränderungen, die nicht allein Folgen für Weißwasser haben.

© Symbolfoto: www.pixabay.com

Von Sabine Larbig

Weißwasser. In der Arbeitsgemeinschaft Leag äußerten sich Vertreter des Bergbaubetreibers über weitere Pläne des Unternehmens. Wie diese aussehen, darüber informierte Oberbürgermeister (OB) Torsten Pötzsch im Stadtrat. „Das Revierkonzept soll umgesetzt werden und neue Geschäftsfelder, wie beispielsweise ein Ersatzbrennstoff-Kraftwerk in Jänschwalde und ein Batteriewerk in Schwarze Pumpe, sollen entstehen sowie Flächen vom Kraftwerk Boxberg vermarktet werden“, so Pötzsch.

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Auch zur Entwicklung der Bergbaufolgelandschaft sei sich beim Treffen geäußert worden. Laut Pötzsch sei darüber informiert wurden, dass der künftige Restsee des Tagebaus Nochten/Reichwalde näher an Mühlrose rücken soll. Der Hermannsdorfer See östlich von Weißwasser solle zudem größer als geplant werden. „Der See wird künftig 300 statt der ursprünglichen 250 Hektar Fläche umfassen“, so Pötzsch. Unverändert bleibt, dass der Hermannsdorfer See kein Badegewässer und auch nicht touristisch genutzt werde. Er bleibt ein reiner Naturschutzsee, den die Bergbaubetreiber Vattenfall und Nachfolger Leag künstlich anlegten. Der See mit zwei Inseln und einer Halbinsel trägt den Namen des einstigen Weißwasseraner Ortsteils.

Bis 2004 wurde im Bereich des Sees noch Kohle gefördert. Von 2005 bis 2013 schütteten Bergleute dann die Fläche und Uferkanten auf und formten das Seebecken.

Nach der Flutung – laut Pötzsch soll sie im Jahr 2026 abgeschlossen sein – wird der See der erste Naturschutzsee in Verantwortung des Bergbaubetreibers sein, während die Kohleförderung im Tagebau Nochten weitergeht. Allerdings wird der Hermannsdorfer See sich vollständig selbst überlassen. Was sich an Flora und Fauna ansiedelt, ist der Natur überlassen.

Wer das Werden des Sees erleben will, kann dies aus der Ferne tun. Entweder, indem er über den 13 Kilometer langen Hermannsdorfer Radweg, der vom Aussichtsturm „Schwerer Berg“ am Stadtrand von Weißwasser entlang der östlichen Grenze des Tagebaus Nochten zum Findlingspark Nochten führt, radelt, oder auf den Aussichtsturm steigt. Ob und wie lange es den Turm noch gibt, ist indes noch ungeklärt. Laut Pötzsch sei in der Arbeitsgemeinschaft Leag darüber informiert worden, dass sowohl ein Rückbau als auch ein (Ver)Kauf mögliche Optionen seien. Zudem sei geplant, dass der Radweg nach Boxberg an die Stadt Weißwasser übergeben wird. „Von der Idee sind wir nicht erbaut“, so Weißwassers Stadtoberhaupt, der sich lieber mehr Wald und weniger Offenland zum Schutz für die Stadt und ihrer Bürger wünscht. „Die Sandstürme bleiben. Abhilfe ist nicht zu sehen“, begründet Pötzsch. Auch zu möglichen Geldern der Leag für Weißwasser seien beim Treffen keine konkreten Aussagen gemacht worden. „Es wurden aber schon keine großen Gewinnabsichten oder -chancen angekündigt, von denen die Stadt profitieren könnte.“ Laut Pötzsch sei somit nicht viel Erbauendes für Weißwasser in Sicht.