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Sachsen

Werden Sie Gaulands Nachfolger, Herr Chrupalla?

Seit Frauke Petrys Abgang 2017 gehören dem AfD-Bundesvorstand keine Sachsen mehr an. Das könnte sich nun ändern.

Tino Chrupalla vertritt die AfD seit 2017 im Bundestag.
Tino Chrupalla vertritt die AfD seit 2017 im Bundestag. © Nikolai Schmidt (Archiv)

Sachsens AfD spielt in der Gesamtpartei eine besondere Rolle. Die mittlerweile ausgetretene Gründerin Frauke Petry führte den Landesverband 2014 zu einem bemerkenswerten Wahlerfolg. Im Freistaat zog die Partei erstmals in ein Landesparlament ein. Mittlerweile ist sie in allen 16 Landtagen sowie im Bundestag vertreten.

Seit Petrys Abgang 2017 gehören allerdings dem AfD-Bundesvorstand keine Sachsen mehr an. Das könnte sich ändern. Der Görlitzer Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla ist als Bundesvorsitzender der AfD im Gespräch. Er könnte im Herbst auf Alexander Gauland folgen, der sich womöglich – offiziell ist nichts bestätigt – auf sein Amt als Fraktionsvorsitzender im Bundestag konzentrieren will. 

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Chrupalla äußerte sich zu den internen Diskussionen, über die zuvor das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet hatte, auf Anfrage nicht. Im November steht die Vorstandswahl auf einem Parteitag an. Der zweite Bundeschef, Jörg Meuthen, will weitermachen. Er könnte dann die Doppelspitze mit Chrupalla bilden, falls der 78-jährige Gauland tatsächlich nicht mehr antritt.

Ein interner Pluspunkt für Chrupalla ist sein Erfolg bei der Bundestagswahl 2017. Damals gewann er den Wahlkreis in der Region Görlitz gegen den langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten und heutigen Regierungschef Michael Kretschmer. Ostsachsen ist ohnehin eine AfD-Hochburg. Dort sowie in der Sächsischen Schweiz gewann die Partei vor zwei Jahren drei Bundestagsdirektmandate. Im Freistaat wurde sie damals stärkste Kraft und wiederholte das bei der Europawahl, als sie erneut die CDU hinter sich ließ.

Die jüngsten sächsischen Ergebnisse – ähnlich sind sie in Brandenburg und Teilen Thüringens – stehen im Kontrast zu den Resultaten im Bund. Bei der Europawahl kam die AfD deutschlandweit auf elf Prozent und schnitt schwächer ab als bei der Bundestagswahl. Die internen Erwartungen waren deutlich höher. Ein Parteichef aus Sachsen könnte enttäuschte Mitglieder besänftigen. 

Am Rande des Landesparteitages vor zwei Wochen erklärte Chrupalla, er stehe nicht für die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl im September zur Verfügung. Damit dürfte Sachsens AfD-Chef Jörg Urban, der ohnehin den ersten Platz auf der Landesliste innehat, Kandidat der Partei für das Amt des Ministerpräsidenten werden. Chrupalla konzentriert sich, so das Kalkül, auf den Bund.

Der 44-jährige Handwerksmeister, der Vizechef der Bundestagsfraktion ist, gilt als gut vernetzt in den verschiedenen Parteiströmungen. Womöglich ist er in der Gesamtpartei auch eher vermittelbar als der radikaler auftretende thüringische Landeschef Björn Höcke. 

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