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Haben Sie Ihrer Mutter vergeben, Herr Kaiser?

Kurz vor Beginn der Kaisermania am Elbufer stellen SZ-Leser ihre brennendsten Fragen an Roland Kaiser.

SZ-Leser fragen Roland Kaiser.
SZ-Leser fragen Roland Kaiser. © dpa/privat

Immer wenn Roland Kaiser zuletzt in Dresden interviewt wurde, durfte eine Frage nicht fehlen: Warum haben Sie gerade hier so viel Erfolg? Das langweilte den Sänger irgendwann selbst - und die Leser genauso. Diesmal dürfen deshalb die Leser selbst ihre Fragen loswerden.

Renate Menzer
Renate Menzer © privat

Renate Menzer (Dresden): Stört es Sie, wenn Ihre Fans Sie „Roli“ nennen?

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Nein, überhaupt nicht. Das ist eine Abkürzung meines Vornamens, den die Menschen gerne nutzen. Solange sie mit einer positiven Grundstimmung auf einen zugehen, ist alles okay.

Susan Witas (Hamburg): Wie oft im Jahr können Sie Ihrem Hobby, dem Fliegen, nachgehen?

Ich fliege 50 bis 60 Stunden im Jahr, das schaffe ich schon. Es gibt eine Regelzeit, die man für die Verlängerung der Lizenz erfüllen sollte. Da bin ich weit drüber.

Gabi Schütte (Heide): Wie nennt Frau Kaiser Ihren Mann? Roland oder Ronald?

Beides. Wenn wir sehr privat sind, nennt sie mich manchmal auch Ronald. Das ist ihrer persönlichen Stimmung überlassen. Da ist ja keine Wertung dahinter.

Helena Hyska (Prag): Was sind die drei wichtigsten Dinge, die Sie in Ihrem Leben gelernt haben?

Das Letzte, was ich gern gelernt habe, ist, höflich und freundlich „Nein“ sagen zu können. Dann habe ich gelernt, demütig zu sein im Leben und dankbar für das Glück, das einem begegnet. Und ich habe gelernt, auf meine Freunde und meine Familie zu achten, dass man die Menschen mit Respekt und mit Anstand behandelt.

Helga Schröder (Berlin): Wie haben Sie sich gefühlt, in der damaligen DDR aufzutreten?

Das war immer geprägt von sehr viel Emotionalität. Man musste lernen, leise Töne zu nutzen, weil die Menschen leise Töne schon verstanden haben. Man musste nicht laut werden mit seiner Bekundung zu bestimmten Umständen, sondern man konnte mit Florett arbeiten. Gerade die Konzerte im neu eröffneten Friedrichstadtpalast 1988 waren etwas Besonderes. Für beide Seiten. Für die insgesamt 6.000 Karten soll es ungefähr 250.000 Anfragen gegeben haben.

Anja Dettmann (Chemnitz): Wer entscheidet in Ihrer Familie, wie lange Sie weitermachen?

Das wird in meiner Familie der liebe Gott machen. Wenn man nicht mehr gesund ist, dann kann man das nicht mehr tun. Und wenn die Menschen sagen, wir wollen diesen Künstler nicht mehr sehen, dann sollte man es auch sein lassen. Das sind die beiden entscheidenden Faktoren, die das bestimmen werden. Zurzeit macht mir das aber so viel Spaß, wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Silvana Scheer
Silvana Scheer © privat

Silvana Scheer (Dresden): Gibt es etwas, das Sie immer wieder in Rage bringt?

Mich bringt Intoleranz in Rage. Mich bringt das Nach-unten-Treten in Rage. Das sind Charaktereigenschaften, die mich zornig machen.

Birgit Weiß (Kamenz): Können Sie sich vorstellen, bei einem Projekt wie „Sing meinen Song“ dabei zu sein, bei dem Sänger die Songs eines anderen Künstlers interpretieren?

Das Projekt ist generell interessant, aber sehr aufwendig umzusetzen. Dafür müsste ich lange Zeit aus meiner gewohnten Umgebung aussteigen, und daran habe ich eher wenig Freude. Wir hatten schon mal Gespräche, aber das hat zeitlich nicht gepasst.

Wilfried Schulze (Freital): Der Spielmannszug an den Instrumenten und Sie am Mikrofon – wäre das eine Option für Sie?

Eher nicht, nein.

Wolfgang Müller (Dresden): Wie gestalten Sie die Wartezeit, wenn Sie bei Veranstaltungen mit mehreren Künstlern hinter der Bühne auf Ihren Auftritt warten müssen?

Das passiert meist beim Fernsehen. Dann unterhält man sich mit den Kollegen, mit denen man sich unterhalten will. Zum großen Teil ist ja Fernsehen geprägt vom Warten. Für 15 Minuten aktiv vor der Kamera wartet man inklusive Probentagen manchmal 15 bis 20 Stunden. Wenn ich mal oben vor dem Himmelstor stehe und mich Petrus noch nach einem letzten Wunsch fragt, dann würde ich gern die Wartezeit, die ich in meinem Leben in Hallen verbracht habe, noch mal hinten dranhängen dürfen. Da würde ich noch eine Weile leben.

Susan Witas
Susan Witas © privat

Susan Witas (Hamburg): Ihre Schuhe sehen immer sehr groß aus. Welche Schuhgröße haben Sie?

Ich habe keine großen Schuhe. Das ist Schuhgröße 43,5.

Renate Menzer (Dresden): Sind Sie ein Frühaufsteher oder ein Langschläfer?

Ich bin eher Frühaufsteher. Gegen halb acht oder acht beginnt mein Tag.

Anja Dettmann (Chemnitz): Haben Sie Ihrer leiblichen Mutter vergeben, dass sie Sie nicht haben wollte?

Ich war meiner Mutter nie böse. Im Gegenteil, ich bin ihr sogar dankbar. Durch ihre Entscheidung hatte ich das große Glück, zu einer Pflegemutter zu kommen, die mich sehr liebevoll und wohl behütet aufgezogen hat.

Boris Wujesch (Kamenz): Stimmt es, dass Sie beim diesjährigen Adventskonzert im Rudolf-Harbig-Stadion gemeinsam mit dem Dresdner Kreuzchor auftreten werden?

Davon weiß ich nichts, aber das ist ein wunderbarer Chor und wenn es mal zeitlich passt, ist das alles andere als abwegig, klar.

Silke Pokorny (Riesa): Wie viel nehmen Sie auf der Bühne von Ihren Fans wirklich war?

Ganz viel. Erst mal habe ich gute Augen. Selbst in der Halle kann ich trotz der hellen Spots bis zur fünften, sechsten, siebten Reihe gucken. Open Air kann ich die Leute sogar sehr, sehr weit weg noch erkennen und kann mit ihnen auch kommunizieren. Einige treue Zuschauerinnen und Zuschauer sehe ich regelmäßig in meinen Konzerten. Die Menschen reisen viel mittlerweile.

Britta Schirmer (Köln): Nach welchen Kriterien suchen Sie neue Songs aus?

Nach Geschmack. Es muss vor allem so sein, dass es um eine Lebenssituation geht, die man nachvollziehen kann in meinem Alter. Es muss zu mir passen. Die alten Hits darf man deswegen natürlich trotzdem nie im Leben vergessen.

Annegret Hannappel (Duisburg): Sie hatten mal die Absicht, kleinere Konzerte zu veranstalten. Wann darf ich darauf hoffen?

Da bin ich mit meinem Konzertveranstalter immer wieder im Gespräch. Wir wollen das sicher irgendwann umsetzen. Mal wieder ein bisschen Nähe haben, direkt, auf kleinem Raum, mit kleiner Besetzung und auch mal mehr Zeit für das Wort innerhalb eines solchen Abends. Das ist ja bei großen Konzerten eher nicht möglich.

Thomas Stranowsky (Dresden): Wie weit sind die Vorbereitungen und Planungen für das Musical?

Die sind relativ weit. Das wird spannend. Einen Titel gibt es aber noch nicht.

Petra Lachmann 
Petra Lachmann  © privat

Petra Lachmann (Dresden): Wann ziehen Sie in unser wunderschönes Dresden?

Die Frage wird mir wiederholt gestellt, dabei habe ich das nie angekündigt. Ich habe immer gesagt, ich lebe in Münster und bin damit sehr zufrieden. Sollte ich irgendwann mal umziehen, dann wäre Dresden auf jeden Fall eine Alternative.

Veronika Hempel (Mahlow): Könnten die Karten für die Kaisermania künftig personalisiert werden, um sie nicht überteuert bei Ebay kaufen zu müssen?

Das Problem des sogenannten „Ticket-Zweitmarktes“ ist mir bekannt und gemeinsam mit meinem Veranstalter Semmel Concerts, der hierzu gerne detailliert Auskunft gibt, arbeiten wir seit geraumer Zeit daran, das Problem zu lösen. Erste Erfolge hatten wir schon, aber es gibt auch noch viel zu tun. Daher können wir den Fans nur immer wieder dazu raten, Konzertkarten ausschließlich bei vom Veranstalter autorisierten Vorverkaufsstellen zu erwerben.

Christin Reck (Dresden): Warum lagen Sie als „Tatort“-Leiche in der Gerichtsmedizin auf dem Bauch und nicht auf dem Rücken?

Weil der Einstich auf dem Rücken war, wenn ich das richtig verstanden habe.

Andrea Wolferseder
Andrea Wolferseder © privat

Andrea Wolferseder (Rosenheim): Tragen Sie im Sommer auch mal Shorts und kurzärmelige Shirts?

Natürlich gern, privat schon. Ich trage ja zu Hause keinen Frack wie beim Opernball.

Siegfried Lucas (Dresden): Ich würde mich freuen, wenn du bei deinen Auftritten in Dresden ein paar Worte für die SPD zu den Besuchern sagen könntest und dadurch unseren Wahlkampf in Sachsen unterstützt.

Ich trenne meine Bühne ganz genau von meinen politischen Überzeugungen. Die Menschen, die zu mir kommen, wollen sich unterhalten lassen. Und genau das mache ich. Wenn ich über Politik sprechen möchte, nutze ich andere Gelegenheiten und dann kann jeder gern meine Meinung hören.

Anke Schranner: Haben Sie sich gut mit Dieter Thomas Heck verstanden?

Das war sehr kollegial. Bis kurz vor dem Tod haben wir oft miteinander telefoniert. Auch zu Geburtstagen und Jahreswechseln.

Rita Mitschke (Bautzen): Was hat Sie bewogen, den Semperopernball zu moderieren?

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Erst war die Anfrage da für diese spannende Aufgabe. Und dann ist da natürlich die Verbundenheit zur Stadt. Ich hatte ja vorher schon zwei, dreimal den Opernball als Gast erlebt, darunter einmal als Mitternachts-Act und einmal als Vater. Das ist eine großartige Veranstaltung. Deswegen mache ich auch weiter.

Die Leserfragen stellte Henry Berndt.


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