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Herrliche Ausblicke auf acht Kilometern

Ein Rundwanderweg soll bestehende Routen verbinden und attraktive Aussichten bieten.

Reinhardtsdorf-Schöna.

Schrammsteinmassiv, großer Winterberg und Zirkelstein – drei der schönsten Erhebungen in der Sächsischen Schweiz. Atemberaubende Blicke nicht nur auf diese Berge in nur dreieinhalb Stunden gemütlicher Wanderung? Zwischen Reinhardtsdorf, Schöna, Schmilka und Krippen könnte dies bald auf einem attraktiven Rundwanderweg möglich sein.

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Dem Kreiswegewart der Sächsischen Schweiz, Peter Mildner, kam die Idee dazu bei einem seiner Kontrollgänge durch das linkselbische Sandsteingebirge. „Der Rundweg würde verschiedene Aussichtspunkte verbinden“, sagt er. Deshalb schlug Mildner der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna eine Variante vor, die vorhandene Wege verbinden soll. Bürgermeister Olaf Ehrlich (parteilos) zeigt sich aufgeschlossen und hat für den 12. März eine Ortsbegehung anberaumt. Die SZ ist den geplanten Rundwanderweg mit dem ortskundigen Krippener Gerd Englick abgegangen:

Reinhardtsdorf

Ausgangspunkt ist der Parkplatz vorm Sport- und Freizeitzentrum in Reinhardtsdorf. Auf dem Weg zur Hundskirche entlang der Uckerleite geht es durch Felder auf einem Pfad in Richtung Wald. Rechter Hand zeichnen sich die Kaiserkrone und der Zirkelstein ab. Geradeaus erhebt sich eindrucksvoll das Schrammsteinmassiv. Der 60Meter hohe Kletterfelsen Teufelsturm liegt im Blickfeld. „Den nutzten die Bauern früher als natürliche Sonnenuhr“, erklärt Englick.

Zwischen den Bäumen läuft der Wanderer oberhalb des Hirschgrundes auf festem Lehmboden weiter. Mehrere Erdwälle haben sich scheinbar parallel zueinander aufgetürmt und bieten einen merkwürdigen Anblick. Die Herkunft sei unbekannt, erzählt Englick. „Die Bodenwellen erinnern an prähistorische Verteidigungsanlagen“, sagt er. „Aber das Forstamt vermutet, dass es Schleifspuren vom Holztransport sind.“

Hundskirche

Oberhalb der Schmilkaer Hirschmühle erreicht man die zwei Aussichtspunkte an der Hundskirche. Wobei der Name „Hundskirche“ irreführend ist, wie Englick erzählt. „Richtig müsste es Hunskirche heißen.“ „Hun“ sei mittelhochdeutsch für Höhe.

Von dieser lässt es sich trefflich ins Tal Richtung Schmilka, großer Winterberg und Böhmische Schweiz blicken. Allerdings endet die bisherige Wanderroute hier. Es bleibt nur der Weg zurück. Englick: „Die Hundskirche ist eine regelrechte Sackgasse.“ Dabei sind es bis zum Mittelhangweg nur knapp 100 Meter. Der Haken: Der Abstieg verläuft durch ehemaliges Steinbruchgelände. „Doch mit vertretbarem Aufwand kann ein Wanderweg angelegt werden“, sagt Englick.

„Dabei lässt sich der alte, noch gut erhaltene Steinbrecherweg geschickt einbinden.“ Die Stufen sind zumindest zum Teil noch vorhanden. Auch Kreiswegemeister Mildner sieht in der Neuanlage kein Problem. Beispielsweise könnten ABM-Kräfte Stufen aus Holzbohlen einbauen.

Kleine Bastei

Auf dem Mittelhangweg läuft der Wanderer auf halber Höhe durch den Wald und parallel zur Elbe ein geraumes Stück, bevor er den Aufstieg zur „Kleinen Bastei“ erreicht. Dieser stellt die einzige körperliche Herausforderung dar. Dabei wird deutlich, dass auch hier eine Ausbesserung der Stufen notwendig ist.

Verlässt man den Aussichtspunkt wieder, gelangt der Naturfreund über die Felder zurück nach Reinhardtsdorf. Oft kommt das Beste zum Schluss. Auf diesem Rundweg ist das ebenso: Beim Blick zurück kommt jeder Winnetou-Fan ins Schwärmen, so majestätisch erhebt sich das Schrammsteinmassiv. In der Ferne Richtung Ort zeichnet sich die Silhouette der Dorfkirche ab. „Auch die lässt sich gut in den Rundweg einbauen“, sagt Englick. Besonders die Innenarchitektur sei beeindruckend. Zurück am Parkplatz hat der Wanderer acht Kilometer in den Beinen.Lars Kühl