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Herrnhut geht bei Dorfpreis ins Rennen

Die Stadt bewirbt sich als sächsischer Kandidat um den Europäischen Dorferneuerungspreis. Die Idee dazu kam gar nicht von Herrnhutern selbst.

Von Anja Beutler
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Herrnhut vereint Dorf- und Kleinstadtleben. Der Freistaat sieht hier auch eine gute Mischung aus Tradition und Wandel.
Herrnhut vereint Dorf- und Kleinstadtleben. Der Freistaat sieht hier auch eine gute Mischung aus Tradition und Wandel. © Matthias Weber

Die ersten Bewerbungsunterlagen sind abgegeben, im Frühsommer kommt eine Delegation der EU und im September steht das Ergebnis fest. Dann weiß Herrnhut, wie gut es beim Europäischen Dorferneuerungspreis abgeschnitten hat. Herrnhut und Dorferneuerung? Das klingt zunächst ein bisschen seltsam, bestätigt auch Bürgermeister Willem Riecke (Herrnhuter Liste). "Aber es geht darum, wie die Herausforderungen der vergangenen Jahre gelöst, einen Wandel angestoßen haben", sagt Riecke.

Nominiert hat die Stadt der Freistaat selbst. "Man hat uns gefragt. Wir wissen allerdings nicht genau, was der ausschlaggebende Punkt war, dass wir auserwählt wurden", gesteht Bürgermeister Riecke. Aber für den Freistaat Sachsen gehe nun eben Herrnhut ins Rennen. Mit der derzeit laufenden Bewerbung um den Titel als Unesco-Welterbe habe das nichts zu tun, betont Riecke. Es gehe bei diesem Preis vielmehr um die Entwicklung der vergangenen Jahre.

Herrnhuts Geschichte ist nur ein Teil

Ein Punkt sind da zum Beispiel die vielen Eingemeindungen zur Stadt Herrnhut: Ruppersdorf, Strahwalde, Rennersdorf und Berthelsdorf sowie Großhennersdorf gehören zur Stadt Herrnhut, haben aber ihre Identität dennoch behalten. "Schaut man 15 Jahre zurück, da waren wir noch regelrecht solitär", vergleicht der Bürgermeister. Auch Vereinsleben, Engagement der Bürger, Ökologie und Wirtschaft sowie Tourismus und die besondere Geschichte Herrnhuts seien Themen, die berücksichtigt werden, zählt der Bürgermeister auf. Da habe man einiges vorzuweisen, unter anderem auch, weil man mit den Nachbarn intensiver zusammengearbeitet hat - zum Beispiel, um Fördergelder für den ländlichen Raum zu erhalten.

Zu gewinnen gibt es "keine großen Summen", weiß Riecke. Aber Prestige und Bekanntheit auf alle Fälle: "Die Preisverleihung im September in Österreich ist eine Art Messe, wo wir uns präsentieren können", sagt er. Zentrales Element sei dabei ein großes Poster, das den Ort buchstäblich versinnbildlichen soll. Für die Bewerbung hat die Stadt ein Team aus dem Ort zusammengestellt, zu dem auch Experten aus dem Regionalmanagement hinzugestoßen sind. "Sie haben uns vieles abgenommen", betont Riecke. Auch deshalb war es Herrnhut möglich, die Bewerbung ins Werk zu setzen, denn Zeit und Ressourcen kosten solche Papiere immer.

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