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Herrnhuter Liste tritt gestärkt an

Die Wählervereinigung schickt die meisten Kandidaten ins Rennen. Und hat ihren Horizont buchstäblich erweitert.

Von Anja Beutler

Dem Namen merkt man es nicht an – aber doch hat sich just vor der Wahl bei der Herrnhuter Liste einiges getan. Denn die bürgerliche Wählervereinigung hat sich erweitert und ist jetzt gewissermaßen eine Groß-Herrnhuter Liste. Und darüber ist der Vorsitzende des Wählervereins, Konrad Fischer, auch sehr stolz. Denn zur Kommunalwahl Ende Mai treten nun auch Kandidaten aus bisherigen Bürger- oder Wählergruppierungen aus den Ortsteilen auf der Liste an. Einzig die Berthelsdorfer haben sich entschieden, nicht der Herrnhuter Liste beizutreten. In Strahwalde, Ruppersdorf, Herrnhut – und nun auch Großhennersdorf – sprechen jetzt alle Kandidaten von freien Wählervereinigungen mit einer Stimme. Das ist durchaus sinnvoll, denn in dem mit 18 Mitgliedern halbierten Rat wird es für kleine Vereinigungen schwieriger werden, eigene Kandidaten unterzubringen. Ganz neu ist für die Herrnhuter Liste, dass sie auch in Großhennersdorf Fuß gefasst hat – in dem Ortsteil, der bislang unter den CDU- und den Grünen-Kandidaten aufgeteilt wurde. Drei Kandidaten stellen sich hier zur Wahl – auch persönlich zum ersten Mal überhaupt. Generell sind von den 17 Kandidaten der Herrnhuter Liste sieben Kandidaten aktuell nicht im Rat vertreten.

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Mit einem Altersschnitt von 51 Jahren und einer Frauenquote von 33 Prozent setzt die Herrnhuter Liste durchaus auf ein dynamisches Bild – wobei die Spanne vom 33-jährigen Landwirt bis zum 65-Jährigen Ruheständler reicht. Inhaltlich hat sich die Wählervereinigung kein festes Programm gegeben. Das mag verwundern, scheint doch auf diese Weise die Ausrichtung mehr als flexibel. „Das ist sie aber nicht“, betont Konrad Fischer. Was die Herrnhuter Liste eine, sei ein Hang zum Pragmatismus und der Wunsch, nicht nur die Ortsgruppe einer übergeordneten Partei zu sein, deren Richtlinie man zu verfolgen habe. „Ich glaube, Parteienpolitik oder ideologische Ausrichtung spielt in der kommunalen Politik auch gar nicht so starke eine Rolle“, sagt Fischer. Vielmehr gehe es darum, die Probleme vor Ort auszumachen und anzupacken. Und die – so ist sich die Herrnhuter Liste sicher – kenne man: „Da gibt es aktuell die Probleme mit einer ausreichend schnellen Versorgung mit Breitbandanschlüssen beim Internet“, benennt Fischer ein Beispiel. Natürlich spielten auch die lokale Wirtschaft, der Straßenbau oder auch die Bildung oder die medizinische Versorgung vor Ort eine wichtige Rolle. Aber solche Probleme erkenne man auch ohne extra Programm.