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Görlitz

Herrscht Raubrittertum auf Parkplätzen?

Görlitzer fühlen sich abgezockt von Firmen, die für Discounter Parkplätze verwalten – nur weil die Parkscheibe im Auto fehlt.

Wer mit seinem Fahrzeug auf dem Parkplatz von Penny an der Bahnhofstraße in Görlitz steht, muss sich an bestimmte Regeln halten - sonst drohen Strafen.
Wer mit seinem Fahrzeug auf dem Parkplatz von Penny an der Bahnhofstraße in Görlitz steht, muss sich an bestimmte Regeln halten - sonst drohen Strafen. © Nikolai Schmidt

Immer mehr Discounter lassen die Parkplätze vor den Einkaufsstätten von speziellen Firmen verwalten und überwachen. In Görlitz gehören unter anderem Edeka in der Dresdener Straße, Penny in der Bahnhofstraße und Aldi in der Pontestraße dazu. Hier bestimmen die Unternehmen die Regeln auf den Parkplätzen. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Strafe rechnen. Und die fällt saftig aus. 

Hartmut Konietzko hatte das vor Kurzem selbst erlebt. Nachdem er an einem Sonnabend zwischen 9 und 10 Uhr vom Einkauf aus dem Edeka in der Dresdener Straße zurückkam, „prangte schon der Strafzettel in Form eines Überweisungsformulars an meiner Autoscheibe“, berichtet der Mann. Er sollte 24,90 Euro an die fair parken GmbH Düsseldorf bezahlen. Die überwacht den Parkplatz. Hartmut Konietzko sieht diese Verfahrensweise als Abzocke und modernes Raubrittertum an. Die Strafe von knapp 25 Euro wertet er als viel zu hoch, „nur weil mein schweres Vergehen im Nichtauslegen einer Parkscheibe bestand“, sagt er verärgert. 

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Johanna Wünsche aus Görlitz hatte da mehr Glück. Auch sie fand nach dem Einkauf beim Aldi in der Pontestraße einen Strafzettel am Auto vor. Sie hatte ebenfalls nicht an die Parkscheibe gedacht. „Als ich den Kassenzettel über meinen Einkauf beim Parkplatzbetreiber nachreichte, wurde aus Kulanz die Strafe zurückgenommen“, berichtet die Frau. An die Parkscheibe will sie künftig denken.

Hintergrund für die Überwachung der Parkplätze durch Serviceunternehmen ist, dass Supermärkte ihren Kunden oftmals anbieten, kostenlos zu parken. Das soll Kunden anlocken. Wenn sie nicht ständig auf die Uhr schauen müssen, ob das Parkticket schon abgelaufen ist, verweilen sie länger im Geschäft und machen mehr Umsatz, so das Ansinnen. Allerdings werden solche kostenlosen Parkplätze häufig auch von Dauer- und Fremdparkern genutzt, die nur ihr Auto abstellen und gar nicht einkaufen. 

Deswegen beauftragen immer mehr Handelseinrichtungen Firmen mit der Parkplatzüberwachung. Und die nehmen ihren Auftrag sehr ernst. Je mehr Parker gegen die Parkregeln verstoßen – die sind meist gut sichtbar auf den Parkplätzen ausgehängt – desto mehr lässt sich verdienen. Fazit: Die ausgelegte Parkscheibe spart auf diesen Plätzen viel Geld.

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