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Heute beginnt das Parkseminar

Mehr als 110 freiwillige Helfer werden bis Sonntag im Zabeltitzer Barockgarten Hand anlegen.

© a.hübschmann

Von Susanne Plecher

Heute Vormittag werden die Helfer des Parkseminars im Zabeltitzer Barockgarten begrüßt, belehrt, in Gruppen eingeteilt. Um 13 Uhr beginnen sie mit den Arbeiten. Mit dabei ist Rudolf Schröder. Der 80-jährige Gartenbauingenieur gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet und hat die Parkseminare mit begründet. Seit 1979 gibt es sie im zweijährigen Rhythmus. Die SZ sprach mit ihm über den Park und die Frage, wie sich so viele Freiwillige immer wieder motivieren lassen.

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Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Herr Schröder, wie schätzen Sie den Barockgarten in Zabeltitz ein? Was mögen Sie an ihm?

Ich kenne alle 824 Parkanlagen in Sachsen, den Zabeltitzer Barockgarten schon seit 1960. Das Tolle an ihm ist, dass die barocken Strukturen noch so wunderbar erhalten sind, auch wenn im Laufe der Zeit Rückstände in der Pflege eingetreten sind. Insbesondere mag ich die langen Sichtachsen. Sie wieder herzustellen, ist eine der Hauptaufgaben. Vom neuen Schloss geht eine der Achsen über eine Wassertrasse – das Spiegelbassin und das Flaschenbassin. Sie hört dann leider an der Parkmauer auf, was so damals weder gedacht noch ausgeführt war. Früher ging die Achse weiter durch den Auwald der Röder weit in die Landschaft hinein. Wir sind mit dem Naturschutz einig geworden, dass wir die alte Achse wieder schaffen werden. Toll ist, dass die hervorragende Gartengestalterin Kathrin Franz mit ihrem Leipziger Büro die denkmalpflegerische Rahmenkonzeption und eine gründliche, gute Analyse vom Park erarbeitet hat. Sie hat beträchtliche Möglichkeiten aufgedeckt, die es gilt, wieder zu schaffen.

Über 110 Menschen haben sich angemeldet. Wie motiviert man so viele Menschen zum Mitmachen?

Das ist schon fast zur Tradition geworden, weil es ein freudiges Zusammenwirken ist. Erst stellt man vor, was gemacht werden soll, dann wird den ganzen Tag gearbeitet, abends gibt es Fachvorträge. Das ist alles immer sehr schön und so gut, dass die, die mit dabei waren, wieder mitmachen wollen. Wir können auf einen festen Stamm zurückgreifen, sonst könnten wir das nicht machen. Denn der Aufwand ist sehr vielschichtig, und das geht auch nicht zum Nulltarif. Die Teilnehmer bezahlen ihren Anfahrtsweg, geben ihre Arbeitskraft. Wir geben die kostenlose Unterbringung und die Verpflegung. Manchmal gibt der Bäcker die Semmeln für das Frühstück und der Fleischer beteiligt sich. Dadurch kann man die Kosten drücken, aber es bleibt immer ein Rest. Es werden Materialien, Pflanzen und Technik gebraucht.

Fachkenntnis ist dabei nicht nötig?

Das Parkseminar ist offen für jedermann, auch wenn er nicht Fachmann ist. Er muss interessiert sein. Wir hatten bisher immer ein buntes Gemisch von der Jugend bis zum Alter. Jeder arbeitet nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Es gibt leichte Arbeiten wie Äste tragen und Säuberungsarbeiten, und auch schwerere Arbeiten, die eine bestimmte Ausbildung voraussetzen, wie Motorsägen bedienen und Ähnliches. Die große Menge an über 100 Leuten wird eingeteilt in zehn Arbeitsgruppen zu jeweils zehn Mann. Dafür muss ein erfahrener Praktiker, der sich auch in der Theorie auskennt, voranstehen und die Anleitung vor Ort übernehmen.

Haben die Parkseminare bisher auch im Nachhinein Positives für den Park bewirkt?

Auf jeden Fall. Eine Voraussetzung dafür, dass ein Parkseminar stattfinden kann, ist, dass der Park weiter öffentlich bleibt und der Eigentümer willens und fähig ist – auch finanziell – den Park in der Qualität zu halten und weiter voran zu bringen. Das muss gegeben sein, ist aber in der Realität nicht immer so gelaufen. Ein Beispiel ist der Park Hohenhaus in Radebeul. Dort gab es vor der Wende ein Parkseminar und viele Arbeitseinsätze danach. Nachdem die Nachkommen der Besitzer den Park zurückgekauft hatten, war er für die Öffentlichkeit nur noch einmal im Monat zugänglich. Die Pflege des Parkes ist seitdem auch nicht so gelaufen, wie wir uns das vorstellen. Aber es gibt auch positive Beispiele.

Die Ziele für das Wochenende sind sehr ehrgeizig. Sind sie zu schaffen?

Das werden sie zweifellos. Wenn der Wettergott mitspielt, und wir hatten schon viele verrückte Kapriolen in all der Zeit, sollte alles klappen.