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Heute reicht schon „ein Blümel“ im Schrebergarten

Für einen Garten am Pfaffenberg muss man was leisten, allerdings deutlich weniger als früher. Die Strategie scheint zu wirken.

Bertram Handschuh, Vereinsvorsitzender der Gartensparte Pfaffenberg, vor einem besonders schön gepflegten Garten. Früher war es Pflicht, seine Anlage so, oder so ähnlich, zu bewirtschaften. Heute nicht mehr — aus gutem Grund.
Bertram Handschuh, Vereinsvorsitzender der Gartensparte Pfaffenberg, vor einem besonders schön gepflegten Garten. Früher war es Pflicht, seine Anlage so, oder so ähnlich, zu bewirtschaften. Heute nicht mehr — aus gutem Grund. © Lars Halbauer

Von Marvin Graewert und Rasmus Wittrin 

Waldheim. Musste früher dafür gesorgt werden, dass mindestens ein Drittel der Gartenfläche mit Obst, Gemüse oder Blumen bepflanzt wird, so reicht es heute aus , wenn „wenigstens ein Blümel steht“, wie es Bertram Handschuh ausdrückt. Handschuh ist Vereinsvorsitzender der Gartensparte Pfaffenberg und damit Ansprechpartner für 220 Gartenbesitzerinnen und -besitzer.

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Die Regel wurde aufgehoben, um die Gärten attraktiver zu machen. Denn bis vor etwa eineinhalb Jahren gab es einen klaren Abwärtstrend der Mitgliederzahlen. Von vormals 278 Anlagen werden ohnehin nur noch 240 bewirtschaftet, wovon wiederum etwa 20 leer stehen. Die negative Entwicklungsrichtung konnte aber aufgehalten werden, die Zahl der vermieteten Gärten ist relativ stabil.

Ganz ohne verbindliche Vereinbarungen geht es aber noch immer nicht. „Jeder muss sechs Stunden im Jahr bei einem Arbeitseinsatz mithelfen“, so Handschuh. Wer nicht kann oder will, hat die Möglichkeit, eine Kompensationszahlung von zehn Euro pro Stunde zu leisten.

Das sei nötig, weil immer mehr Mitglieder zu alt werden, um aktiv mitzuhelfen. Außerdem seien die zehn Euro pro Stunde sogar „sehr großzügig“; bei anderen Gartenanlagen könnten schnell mal 15 bis 20 Euro fällig werden.

Trotzdem funktioniert es am Pfaffenberg. Mit nur 20 leerstehenden Gärten steht die Kolonie gut da. In den letzten Jahren sei sogar eine ganze Gruppe junger Leute dazugekommen, erzählt Handschuh. Das Alter der Gartenbesitzer reicht von 25 bis um die 80, die meisten Pächter sind aber zwischen 50 und 70 Jahren alt.

Die Gartensparte Pfaffenberg gehört zu den wenigen Kolonien ihrer Größe, die ein eigenes Fest veranstalten: Das alljährlich veranstaltete Pfaffenbergfest. Der 24. und 25. August ist der Termin für dieses Jahr.

Carsten Tröger, Hauptverantwortlicher des Festkomitees, sagt: „Mittlerweile sind wir fast der einzige Gartenverein in der Größe, der noch ein Fest veranstalten kann. Das hat mehrere Gründe: Zum einem muss man das erst einmal finanzieren, zum anderen muss sich jemand finden, der sich darum kümmert.“ Das sei besonders schwierig, weil die Mitglieder vieler Gartensparten immer älter werden. Viele, die sich früher um die Festvorbereitungen kümmerten, sind heute zu alt dafür.

Trotzdem stellt der Verein auch dieses Jahr wieder das Pfaffenbergfest auf die Beine. Zum Programm gehören unter anderem Schlagersängerin Angelika Martin, Phil-Collins-Double „Mr. Phil“ und Panik Mania mit ihrer Udo Lindenberg Show.

Finanziert wird die Veranstaltung durch Einnahmen, etwa vom Bierwagen, und von Sponsoren. Eintritt zum Fest wird nicht erhoben. Tröger: „Das hat in den letzten Jahren immer sehr gut geklappt, aber da hatten wir auch Glück mit dem Wetter. Bei schlechtem Wetter könnte es auch mal anders laufen.“

Tröger und Handschuh sehen das Pfaffenbergfest auch als Möglichkeit, neue Mitglieder zu gewinnen. Wer einen Garten in der Kolonie pachten möchte, muss mit einem Preis von etwa 120 Euro pro Jahr rechen. Die genaue Höhe hängt von der Ausstattung des jeweiligen Grundstückes ab.

Bei den Pachtgebühren gibt es laut Handschuh immer wieder ein paar Leute, die nicht oder nicht rechtzeitig zahlen. Das seien zwar Ausnahmen, koste aber dennoch viele Nerven. Denn die Einnahmen werden dringend benötigt.

So verbraucht die Gartenanlage allein an Stromkosten bis zu zehntausend Euro pro Jahr. Für die Wasserkosten muss der Verein regelmäßig in Vorkasse gehen. Und dann kommen Sonderausgaben hinzu, wie kürzlich erst der Bau einer Toilette, eines Wirtschaftsraumes und eines Anbaus.

Infos zum Pfaffenbergfest gibt es auf der Internetseite des Vereins unter www.pfaffenberg-waldheim.de

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