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Hickhack um Baugerüst

Zwei Roßweinerinnen sollen ein Gerüst gestohlen haben. Beide erhielten einen Strafbefehl. Nur eine muss zunächst Geld zahlen.

©  dpa / Symbolbild

Von Helene Krause

Döbeln. Im Sommer 2016 sollen zwei Frauen Gerüstteile einer ortsansässigen Gerüstbaufirma gestohlen haben. Die Teile lagen – schon eingewachsen – auf einem Grundstück in Wettersdorf. Der damalige Besitzer war bis 2012 bei der Dienstleistungsfirma beschäftigt und hatte sich die Gerüstteile auf unbestimmte Zeit ausgeliehen. Von einem auf den anderen Tag zog er weg.

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Das Gerüst im Wert von rund 2 000 Euro brachten die beiden Frauen auf das Grundstück einer Bungalowsiedlung in Choren. Als der Besitzer des Wettersdorfer Grundstückes davon Wind bekam, erstattete er Anzeige wegen Diebstahls. Das Paar erhielt einen Strafbefehl. 

Weil eine der beiden Frauen ihren Einspruch an die Staatsanwaltschaft Chemnitz richtete und nicht ans Amtsgericht Döbeln, kam nur eine wegen Diebstahls vor Gericht. Laut Strafbefehl sollte die 39-Jährige eine Geldstrafe von 2 000 Euro zahlen. Das sind 50 Tagessätze zu je 40 Euro.

„Mein Ex-Schwiegersohn hat das Gerüst abgebaut“, sagte die Angeklagte zu Beginn der Verhandlung. „Wir haben es nach Choren gebracht, damit es nicht auf dem offenen Grundstück herumliegt. Wir haben uns nichts dabei gedacht.“

Ende Dezember 2016 verkaufte der Eigentümer das Anwesen in Wettersdorf. Irgendwann erfuhr er von dem Diebstahl und bekam den Hinweis, wo es verblieben ist: in Choren. Daraufhin durchsuchte die Polizei beide Grundstücke.

 In Wettersdorf fanden die Beamten noch Gerüstteile im Wert von rund 625 Euro. Unter der Terrasse des Bungalows in Choren lag der größere Rest. So schilderte es der ermittelnde Kriminalbeamte als Zeuge.

Um den Sachverhalt weiter aufzuklären, müssten die Verwandten der Angeklagten als Zeugen gehört werden. Doch denen steht ein Zeugnisverweigerungsrecht zu. Richterin Christa Weik stellt mit Einverständnis von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und der Angeklagten das Verfahren ein. 

Als Auflage muss die Beschuldigte innerhalb von drei Monaten 600 Euro an das Kinderhospiz Bärenherz zahlen. Andernfalls wird das Verfahren wieder aufgenommen und sie verurteilt. Das Gerüst hat die Roßweiner Firma zurückerhalten.

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