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Kamenz

Hier baut die Stadt eine neue Sporthalle

Die Großröhrsdorfer Vereine brauchen mehr Platz. Der Schulsport ebenso.

Das markante Bild wird bald mit der Halle verschwinden.
Das markante Bild wird bald mit der Halle verschwinden. © Archivfoto: René Plaul

Großröhrsdorf . Was sich die Großröhrsdorfer Sportvereine schon lange wünschen, damit macht die Stadt Großröhrsdorf jetzt Ernst: Die Stadt geht jetzt den ersten großen Schritt in Richtung Baustart einer neuen Sporthalle mit zwei Feldern.

Voraussetzung für den Bau sind Fördermittel. Um die beantragen zu können, muss die Stadt schon eine aussagekräftige Vorplanung mit einreichen können. Die ist nun auf dem Weg. Die Stadt vergab jetzt die ersten Leistungsphasen für diese Planung an ein Planungsbüro in Freital. Das habe Erfahrung mit Sporthallenbauten, heißt es. 73 000 Euro werden dafür veranschlagt. Wenn das steht, werden auch genauere Aussagen zur Größe, dem Aussehen und den Kosten vorliegen. Derzeit schätzt die Stadt den finanziellen Aufwand auf 3,6 Millionen Euro. Die Hälfte soll über die Fördermittel finanziert werden. Den Antrag will die Stadt bereits bis 30. September einreichen, damit das Vorhaben jetzt schnell Fortschritte machen kann. Der Rest werde aus der Stadtkasse gedeckt werden müssen. Vielleicht lassen sich auch noch weitere Zuschüsse erschließen. Der Baustart hänge dann stark von der Genehmigung der Fördermittel ab, schätzt Bürgermeisterin Kerstin Ternes ein. Zu wünschen wäre ein Baustart im kommenden Jahr oder dann 2021. Darum müsse sich dann freilich ihr Nachfolger im Bürgermeisteramt Stefan Schneider kümmern, sagt die scheidende Bürgermeisterin. 

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Priorität für scheidende Bürgermeisterin

Kerstin Ternes war für die neue Legislaturperiode nicht mehr angetreten. Aber es sei ihr wichtig gewesen, dieses Projekt noch vor dem Ende ihrer Amtszeit auf den Weg zu bringen. „Wir sprechen ja schon lange darüber, seitdem die alte Halle des Landkreises nicht mehr in Betracht kam.“ Zeitweilig hatte die Stadt auch mit dem Gedanken gespielt, das Gebäude des Kreises zu übernehmen, den Gedanken dann aber verworfen. Einerseits wegen des schlechten Zustands. Eine Sanierung wäre aus Sicht der Stadt nicht wirtschaftlich gewesen. Andererseits wäre die Einfeldhalle aus Sicht der Stadt für den Bedarf der Stadt nicht mehr groß genug gewesen. Kerstin Ternes: „Wir haben große Probleme, unseren ganzen Vereinssport unterzubringen.“ Die neue Halle des Landkreises reiche nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Grundschulturnhalle sei voll belegt, ebenso die Bretniger Halle und die uralte Jahnturnhalle keine wirkliche Option. Einige Großröhrsdorfer Sportler sind wohl auch nach Pulsnitz ausgewichen. Aber dort sind Hallenzeiten ebenso knapp. Das verschärft sich derzeit noch durch die Schließung der Sportstätte Kante. So denkt Pulsnitz sogar an den Neubau einer zweiten städtischen Halle.

© SZ-Grafik

In Großröhrsdorf ist Bürgermeisterin Ternes froh über die gute Entwicklung der Vereine im oberen Rödertal von Ballsportarten bis zum Tischtennis und der Leichtathletik: „Dem müssen wir Rechnung tragen“, so Kerstin Ternes. Sie wisse auch, dass es im Schulsport immer enger zugeht und die städtische Halle Entlastung bringen kann: „Das wäre sinnvoll.“ Über einen Nutzungsvertrag ließe sich das mit dem Kreis vereinbaren. Vormittags seien bestimmt Kapazitäten. Die Rathauschefin stellt aber klar: „Die Vereine haben Vorrang.“

Areal steht fest

Solche Vertragsverhandlungen liegen eher noch in der Ferne. Fest steht aber das Areal, auf dem die neue Großröhrsdorfer Sporthalle entstehen wird. Es sollte natürlich ein städtisches Grundstück sein und so nah wie möglich am Schulzentrum liegen. Das wurde nun südlich vom Schulzentrum hinter dem Festplatz und neben dem Stadion gefunden. Derzeit Grünland. Wo genau die Halle auf dem Areal platziert wird, sei noch variabel. Zuvor seien noch etliche Dinge zu klären, wie Abstände zur Wohnbebauung. Günstig sei der Stand auch, weil der benachbarte Festplatz bereits erschlossen ist und damit die entsprechenden Medien anliegen.

Bleibt noch die Frage, was aus der alten Sporthalle des Landkreises wird. Der marode Bau dümpelt vor sich hin. Dazu heißt es aus dem Landratsamt: „Der Abriss ist noch für dieses Jahr geplant“, so Sprecherin Sabine Rötschke. Zu den Kosten könne der Kreis noch nichts sagen, derzeit laufe die Ausschreibung. Die freie Fläche werde dann auch gleich gebraucht: „An dem Standort sollen dann vorübergehend die Ausweichmodule für Klassenzimmer aufgestellt werden.“ Zu Erinnerung: Der Kreis will für 641 000 Euro Unterrichtscontainer aufbauen. Die gestiegene Zahl der Schulanmeldungen an beiden Einrichtungen im Schulzentrum – Gymnasium und Oberschule – zwinge zu dieser Ausgabe, so die Begründung. Und auch die Schüler drängen künftig in die Sporthalle(n).

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