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Hier fehlt eine Fußgängerampel

Die Lohmener Straße ist eine Baustelle und unübersichtlich. Anwohner wünschen sich mehr Sicherheit.

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Von Mareike Huisinga

Der neunjährige Clemens Meier geht in Pirna in die dritte Klasse. Da er in der Lugstraße wohnt, kann er zu Fuß zu seiner Grundschule in der Professor-Roßmäßler-Straße laufen. Den Weg kennt er gut. Gefährlich ist es derzeit aber für ihn, die Lohmener Straße zu überqueren. Denn hier wird im Auftrag der Stadtwerke Pirna ein Regenwasserkanal verlegt. Die Folge: Die Straße ist eine Großbaustelle.

Claudia Meier, die Mutter von Clemens, bemängelt die fehlende Sicherheit besonders für Kinder. „Es ist unübersichtlich. Der Verkehr wird wechselseitig mit einer Ampel durch die Baustelle geführt. Dabei kann ein Kind in diesem Alter nicht einschätzen, welche Fahrtrichtung gerade Grün hat“, stellt Claudia Meier fest.

Die Lugstraße führt direkt auf die Lohmener Straße im Ortsteil Copitz. Zwar gibt es von der Lohmener Straße , Höhe Lugstraße, stadteinwärts bis zum Kreuzungsbereich Lohmener Straße/ Albert-Barthel-Straße auf der linken Seite einen Gehwegstreifen für Fußgänger. Allerdings ist dieser Interimsweg sehr schmal und grenzt direkt an die Fahrbahn. Kein durchgängiger Bauzaun sichert den Gehweg zur Straße, sondern lediglich einige Warnbaken separieren die Trassen voneinander. „Aufgrund der mangelnden Sicherheit können wir unseren Sohn diesen Gehweg nicht zumuten“, sagt die Mutter. Sie würde es begrüßen, wenn die Verantwortlichen eine Fußgängerbedarfsampel einrichten würden. „Es gibt ja bereits eine Ampel für die Autofahrer auf der Lohmener Straße kurz vor dem Abzweig in die Lugstraße. Vielleicht könnte man eine Zusatzfunktion für Fußgänger hier schalten?“, fragt sie.

Unterdessen scheinen auch andere Anwohner ein Problem zu haben. Eine ältere Dame, die gerade vom Einkaufen aus Richtung Hauptstraße kommt, stellt ziemlich erbost fest: „Man schleicht hier überall durch. Keiner weiß, wie er gehen soll.“ Dann sucht sie sich kopfschüttelnd ihren Weg nach Hause.

Doch die Stadt sieht keinen Handlungsbedarf. Seit gut drei Wochen gilt aufgrund der Baustelle die neue Verkehrsregelung auf der Lohmener Straße. „Bisher hatten wir keine Klagen von den Anwohnern“, sagt Stadtsprecher Thomas Gockel. Die vorhandene Baustellenampel nahe der Lugstraße könne nicht zur Fußgängerampel nachgerüstet werden. Die Stadt erkennt dafür auch keine Notwendigkeit. „Weil der Verkehr wechselseitig an der Baustelle vorbeigeführt wird, ist das Aufkommen der Fahrzeuge geringer. Denn viele Kraftfahrer meiden die Baustelle und umfahren sie“, erläutert der Stadtsprecher. Die Anwohner müssen sich in Geduld üben. Noch bis Mitte Juli soll nach Informationen der Stadtwerke Pirna zwischen der Kreuzung Hauptstraße/Leglerstraße und der Einmündung Lugstraße ein Regenwasserkanal an der Lohmener Straße in die Erde kommen. Außerdem werden Trinkwasser- und Erdgasleitungen umverlegt. Die Baustrecke ist rund 240 Meter lang. Das teilt Swetlana Irmscher von den Stadtwerken Pirna mit.

Für Claudia Meier und ihre Familie steht jedenfalls fest: Clemens und sein Schulfreund sollen nicht die Lohmener Straße queren. „Während der Bauzeit werden sie die Baustelle weiträumig umgehen“, betont die Pirnaerin.