merken

Hier geht’s zum elektronischen Buch

Seit gestern kann man E-Books in der Bücherei ausleihen. Die ersten haben es schon probiert. Unter ihnen auch eine 71-Jährige.

Von Heike Sabel

Erfüllen Sie sich Ihren Wohntraum

Eine Veränderung wäre doch gut, oder etwa nicht? Tipps zum Thema Einrichtung und Wohnen gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de. Ein Blick hinein lohnt sich!

Funktioniert super. Das ist das Resümee von Regina Schlag. Als sie erfuhr, dass man nun auch in der Heidenauer Bibliothek E-Books ausleihen kann, kaufte sie sich ein Lesegerät. Damit wurde sie zur ersten offiziellen Testerin. Ihr Urteil freut die Bibliotheksmitarbeiterinnen. Nur Strickanleitungen würde Regina Schlag nicht mehr am Reader lesen wollen. „Aber Romane sind okay.“

Für die Heidenauerin hat das Buch in elektronischer Form viele Vorteile. Einer davon ist, dass damit auch zig Bücher leichter sind als ein einziges. „Für jemanden, der viel mit dem Fahrrad und dem Auto unterwegs ist, ist das einfach praktisch“, sagt Regina Schlag. Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) ist da noch etwas vorsichtig. Bisher bevorzugt er das „richtige“ Buch. Er lädt gestern offiziell das erste elektronische Buch herunter. Schritt für Schritt, über die Auswahl aus dem Katalog bis zum Anschluss eines Lesegerätes sichert er sich „In Vino Veritas“, einen Krimi. Lesegeräte gibt es in der Bibliothek zu Vorführzwecken. Direkt zum Ausleihen sind sie nicht, aber übers Wochenende zum Probieren können Leser schon mal eines mitnehmen, sagt Leiterin Petra Hänel. Damit war auch die Frage von Gerd Röthig beantwortet.

Für „In Vino Veritas“ hat Opitz zum Lesen 672 Stunden Zeit. An diese Zeiteinheit muss man sich erst gewöhnen. Vier Wochen bleibt das Buch seines. Dann verschwindet es automatisch. Eher zurückgeben ist noch nicht möglich, aber sicher auch eine Frage der Technik und Zeit, sagt Petra Hänel. Die Ausleihfristen sind unterschiedlich, bei Romanen vier Wochen, bei Sachbüchern zwei, ähnlich wie bei klassischen Büchern. Verlängern kann man die Ausleihe der elektronischen Bücher nicht. Dafür läuft man auch nicht Gefahr, für die versäumte Abgabe bezahlen zu müssen. Eine Sonderausleihgebühr für die E-Books gibt es nicht.

Linda Schulz ist gestern mit mehreren älteren Frauen in die Bücherei gekommen und hört zu. Kurz darauf hat sie sich gleich als Leser angemeldet. „Ich will das jetzt probieren“, sagt die 71-Jährige. Sie steht mit Handy und I-Pad auf Du und Du, liest da auch schon. Abends im Bett vor dem Schlafen, beim Arzt. Ihre nächste Anschaffung wird wohl ein E-Book-Reader sein. Für sie und andere Einsteiger bietet die Bibliothek jetzt extra Sprechstunden zum Umgang mit den elektronischen Büchern, ihrer Ausleihe und den Geräten an. Dienstags und freitags von 10 bis 11 Uhr und freitags zusätzlich noch von 15 bis 16 Uhr.

Ernüchternde Bilanz

Bibliothek und Stadt hoffen, dass mit den neuen technischen Möglichkeiten mehr Jugendliche zum Lesen finden. Bürgermeister Opitz war vor dem Termin in der Bibliothek in einer neunten Klasse im Gymnasium zu Gast. Die Antwort auf die Frage, wer von den Schülern Bibliotheksleser ist, erschütterte ihn – ein Mädchen.

Bei Schlags liegt das Lesen in der Familie. Tochter Doreen gewann voriges Jahr den Vorlesewettbewerb und sitzt deshalb heute beim diesjährigen Wettstreit in der Jury. Langsam wird es für Doreen schwierig, in Heidenau ein passendes Buch zu finden, das sie noch nicht gelesen hat. Aber auch da kann die Bibliothek helfen, sagt Kathleen Nachtigall. Bücher können gekauft, bestellt oder innerhalb des Bibliotheksverbundes ausgeliehen werden.

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.