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Hier gibt es frische Karpfen

Karpfen, Schleie und Forelle gingen beim Chorener Fischmarkt über die Theke.

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Von Frank Klinger

Thomas Jähnichen, der Chef des Chorener Anglervereins, hatte vom LKW herunter den Überblick über das Gewusel der vielen Besucher des neunten Chorener Fischmarkts an der Feuerwache des Ortes. „Leute sind genug da“, freute er sich, „drinnen in der Feuerwache ist alles voll. Unsere Stammkunden kommen jedes Jahr, aber es sind auch viele Auswärtige da. Manche von den Besuchern habe ich hier noch nie gesehen.“

Alle Gäste, ob nun Chorener oder nicht, zog eines an, und das waren die Fische. Die gab es in allen gängigen Arten wie Karpfen, Schleie und Forelle und natürlich in allen Varianten. Lebendige Karpfen gingen genauso über den Verkaufstisch wie frisch ausgenommene und geräucherte Exemplare.

„Wir machen das hier in unserer Freizeit“, meinte Thomas Jähnichen, „Fisch, also Angeln, ist unser Hobby, während Fischer das beruflich machen“, erklärte er mit einem Augenzwinkern, und war froh über das eigentlich gar nicht so angenehme Wetter. „Gut, es regnet etwas, aber das ist immer noch besser als zweistellige Minusgrade, wie wir sie in den letzten drei Jahren zum Fischmarkt hatten. Damals sind uns die Fische in den Kisten angefroren“, meinte er.

Nicht wie angefroren, sondern wie angewurzelt standen dagegen Linus und Finn, die Enkel von Erhardt Bätz aus Nossen, vor den Bottichen mit den lebenden Karpfen. „Die zwei sind zu Besuch bei uns“, erklärte der Großvater, „ich will ihnen heute mal zeigen, wie das hier mit dem Fisch abläuft. Direkt in den Bottich zu schauen, ist interessant für sie.“ Natürlich haben sie nicht nur geschaut, sondern auch Fisch gegessen, genauso wie Ina Schubert aus Choren, die mit ihrer Tochter Sandy je eine frisch gebackene Forelle verspeiste. „Die sind nicht jedes Jahr gleich“, erklärte die Frau eines Chorener Anglers, „aber dieses Mal sind sie perfekt gewürzt.“ Auch Tochter Sandy hat es bestens geschmeckt, während ihre Mutter erzählte, dass sie generell Fischesser sind. „Mein Mann und auch mein Sohn angeln und sorgen so ständig für Nachschub in der Küche“, erklärte sie lachend.

Auch bei Familie Winkler aus Naußlitz kommt öfter Fisch auf den Tisch. „Allerdings bereiten wir ihn nicht gern selbst zu, vom Töten eines lebenden Fisches ganz zu schweigen, deshalb kaufen wir sie hier sozusagen fertig“, erklärten sie, während Harry Müller vom Anglerverein ihre Forellen und Karpfen fachgerecht einpackte.

„Der Heilbutt ist schon alle, davon hatten wir nicht allzu viel“, meinte er an der Verkaufstheke, während Mario Schubert mit seinen Angel-Kollegen an der Schlachtbank zwar eine blutige Arbeit, aber trotzdem viel Spaß hatte. „Frisch ausgenommene Fische gehen sehr gut“, meinte er, als er die nächste Lieferung für die Köche in der Feuerwache vorbereitete. Im Gebäude hatten Alfred Ehrlich und seine Kollegen gut zu tun, denn alle Bänke waren voll besetzt und die Schlange am Verkaufsstand für den gebackenen Fisch riss nicht ab.

„Silvester sind wir noch mal von 9 bis 10 Uhr noch mal hier“, erklärte Thomas Jähnichen. „Dann verkaufen wir die heute bestellten Fische. Ansonsten bereiten wir uns schon auf das Jubiläumsjahr 2013 vor.“ Dann wird in Choren der zehnte Fischmarkt, 15 Jahre Teichfest und der 50. Geburtstag des Angelvereins gefeiert. Als Festessen gibt es natürlich vor allem eins, und das ist Fisch.