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Hier haben Jungs nichts verloren

Beim TSV Ruppersdorf kicken nicht nur die Damen. Jetzt hat der Verein auch Fußballmädchen.Das Interesse steigt.

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Von Cornelia Mai

Lena Fichtner spielt beim Ruppersdorfer TSV Fußball. Die Sechsjährige ist eines von elf Mädchen im Alter zwischen fünf und elf Jahren, die bei Ines Unger und Julia Nöh alles Wichtige über den Fußball lernen: Wann darf ich aufs Tor schießen? Wo muss ich hinrennen? Wem darf oder muss ich den Ball zuspielen? So nach und nach lernen die Mädchen auch das. „Momentan ist aber noch das meiste spielerisch, steht die Bewegung im Vordergrund“, erzählt Trainerin Ines Unger. Seit September 2011 trainiert sie die Mädchen, die mittlerweile eine ganze Fußballmannschaft ausmachen. Erst kürzlich ist das elfte Mädchen dazugekommen. Zwei der künftigen Fußballerinnen kommen aus Bernstadt, einige aus Herrnhut, die Mehrzahl aus Ruppersdorf. „Aber wir nehmen noch immer Mädchen auf. Wer möchte, kann sich gern bei mir melden“, sagt Ines Unger.

„Seit 2005 gibt es im Verein eine Frauenmannschaft, seit zwei Jahren spielen die Damen in der Kreisliga“, erzählt der Vereinschef Gunter Herrmann. Die Frauen sind zwischen 17 und 50. Da habe es nahe gelegen, über sportlichen Nachwuchs nachzudenken. Und so sei die Idee mit der reinen Mädchenmannschaft entstanden. Der Verein habe dann in den Schulen der Region für den Aufbau der Mädchen-Fußballmannschaft geworben.

Denn bei den ganz jungen Spielern sei es meistens ja so, dass die Mädchen in gemischten Mannschaften mit den Jungen trainieren, erzählt Ines Unger. Das würde manche abschrecken. Lena Fichtner hat ihre Mutti Susanne als Vorbild, die in der Ruppersdorfer Damenmannschaft kickt. Auch Vati Mathias Fichtner findet es gut, dass seine „zwei Mädels Fußball spielen“. Schließlich kickt auch er im Verein – seit etwa acht Jahren aktiv. Dass die Mädchen beim Training unter sich sind, ist für ihn ganz in Ordnung. „Bisher scheint es Lena Spaß zu machen. Ich habe noch nichts Gegenteiliges gehört“, sagt er.

Die anderen Mädchen kommen nicht alle so wie Lena aus Fußballer-Familien. Sie wollten einfach nur Fußball spielen. Dass sie das nun ohne Jungs machen können, die „Weiber“ manchmal „doof“ finden und dann vielleicht auch härter spielen, hat einige der jungen Spielerinnen noch mehr überzeugt, sich beim TSV anzumelden. Trotzdem sind sie schon vom Alter her ein bunt gemischter Haufen. „Sie müssen noch zusammenwachsen“, sagt ihre Trainerin und räumt ein, dass es auch mal Reibereien zwischen den Mädchen gibt: „Der Altersunterschied ist doch enorm. Aber wir sind zwei Trainerinnen und auch die Eltern helfen uns ganz viel“, erzählt sie. Es mache Spaß, mit den Mädchen zu trainieren. Jetzt in der Halle sei das zwar manchmal etwas schwierig. Fußballtechniken seien da nur bedingt zu üben. Deshalb würde viel Wert auf Bewegung – also Rennen mit und ohne Ball sowie andere Spiele – gelegt. Draußen könnten Techniken dann besser trainiert werden. „Ich hoffe, dass wir ab März auf den Rasen können“, sagt Ines Unger.

Anmeldungen für die Fußballmädchen sind jederzeit möglich unter: 0172 1745579

(Ines Unger) oder 0173 3754405 (Julia Nöh,

die zweite Trainerin).