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Hier rollt ab Ende August wieder der Verkehr

Zeitgleich mit der Stadtbrücke wird die Hauptstraße freigegeben. Anwohner atmen auf. Es gibt aber auch Klagen.

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© Norbert Millauer

Von Mareike Huisinga

Es riecht streng nach Bitumen. Gerade bringen Bauarbeiter die Schwarzdecke auf. Dann wird es laut, die schwere Rüttelmaschine glättet die klebrige Masse.

Die Sanierung der Hauptstraße in Pirna-Copitz ist fast abgeschlossen. Die Trasse wird am 30. oder 31. August für den Verkehr freigegeben, teilt Pirnas Bauamtsleiter Uwe Schädlich mit. Ursprünglich war angedacht, dass die Autos bereits zum Schulanfang wieder über die Hauptstraße rollen können. „Das hätte aber wenig Sinn gemacht, denn wir wollen die Straße gemeinsam mit der Stadtbrücke wieder eröffnen, sonst müssten wir den Verkehr großräumig umleiten.“

In den nächsten Tagen wird noch der Asphalt in dem oberen Baubereich aufgebracht. Außerdem müssen in diesem Abschnitt die Gehwege noch gepflastert werden. Die Hauptstraße wird grüner. Es sollen noch mindestens fünf Bäume auf der östlichen Straßenseite gepflanzt werden. „Schön wäre auch eine Allee gewesen“, “, erklärt Schädlich. Aber auf der anderen Straßenseite liegen zu viele Leitungen und Rohre. Es sei gar nicht daran zu denken, dort Bäume zu pflanzen.

Mit der Freigabe der Straße Ende des Monats hinkt die gesamte Baumaßnahme im Zeitplan hinterher. Die Arbeiten starteten bereits im September 2011 und sollten eigentlich in diesem Mai abgeschlossen sein. Die Verzögerung hat mehrere Gründe. Die Stadtwerke Pirna, die neue Medien an der Trasse verlegen ließen, stießen auf zahlreiche alte und nicht dokumentierte Rohre. Dadurch hatte die Verlegung der Medien mehrfach neu geplant werden müssen, teilt Swetlana Irmscher von den Stadtwerken mit. „Auch die Wetterverhältnisse der letzten Monate haben die Bau- und Montageteams oft an ihre Belastungsgrenze gebracht“, sagt Irmscher.

Während der Bauzeit gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern und Geschäftsinhabern, die unter anderem über Lärm und Umsatzeinbußen klagten (SZ berichtete). Die Stadtverwaltung kennt diese Kritik und kann sie auch teilweise nachvollziehen. „Eine solch große Baumaßnahme bedeutet natürlich Einschränkungen“, sagt Stadtsprecher Thomas Gockel und wirbt um Verständnis. Am Ende zähle jedoch das Ergebnis. „Die Straße hat durch die Erneuerung eindeutig eine Aufwertung erfahren“, sagt Gockel.

Das bezweifelt ja wohl auch niemand. Sämtliche Kanäle, Kabel und Leitungen wurden neu verlegt. Jetzt gibt es ein Trennsystem von Schmutzwasser- und Regenwasserkanal. Die vorher überdimensionierte Fahrbahn wurde schmäler, es sind Parkbuchten an den Seiten entstanden. Früher parkten die Autos teilweise auf den Gehwegen. Um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen, haben Fachleute einen neuen Radweg stadtauswärts auf der rechten Seite angelegt. Außerdem wurden mehrere Fußgängerüberwege mit Verkehrsinseln geschaffen. Insgesamt hat die Stadt Pirna 1,2 Millionen Euro in den Ausbau der Straße investiert.

Die ersten Tage werden für Autofahrer eine Umstellung. Mit der Erneuerung der Straße wurde in einigen Bereichen die Verkehrsführung geändert. Kraftfahrer können jetzt direkt von der Lohmener Straße auf die Hauptstraße einbiegen und müssen nicht mehr den Schlenker über die Albert-Barthel- und Pillnitzer Straße machen. Von der Pillnitzer ist das Einbiegen für Pkws in die Hauptstraße künftig nicht mehr möglich. Sie müssen entweder über die Rudolf-Renner-Straße stadteinwärts fahren oder die Albert-Barthel-Straße wählen, um auf die Hauptstraße zu gelangen. „Ziel ist, dass wir den Durchgangsverkehr auf der Hauptstraße vermindern, um sie als Einkaufsstraße zu beleben“, erklärt Gockel.