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Hier rollt ein Wald nach Dresden

Am Wochenende wurden bei Leupoldishain Bäume gefällt, die in Dresden aufgestellt werden. Die Aktion sorgt für Kritik.

Per Tieflader wurden die Bäume am Mittwochvormittag von der Maschinenstation Königstein nach Dresden verfrachtet.
Per Tieflader wurden die Bäume am Mittwochvormittag von der Maschinenstation Königstein nach Dresden verfrachtet. © Daniel Schäfer

Ein Lkw mit einer riesigen Fichte hat sich am Mittwoch von Leupoldishain auf den Weg nach Dresden gemacht. 

Der Nadelbaum wird Teil eines Waldes, der an diesem Wochenende auf dem Dresdner Neu- und Altmarkt zu sehen ist. Der sogenannte Waldmarkt wird anlässlich einer Tagung des Deutschen Forstvereins veranstaltet. Mehr als 1.000 Waldexperten aus dem In- und Ausland werden am Wochenende zu Deutschlands größter Forstfachtagung erwartet. Für Nicht-Fachbesucher entsteht im Dresdner Zentrum ein Wald mit Erlebnisangeboten für Familien.

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Dass der Staatsbetrieb Sachsenforst für diese Veranstaltung Bäume in der Sächsischen Schweiz fällen lässt, wird hier mit Kopfschütteln quittiert. Bürger fragen unter anderem, ob die Fällungen mitten in der Brutzeit überhaupt statthaft sind und warum gesunde Bäume sterben müssen, um zwei Tage in Dresden zur Schau gestellt zu werden. Diese Bedenken möchte Renke Cordes, Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst, gern zerstreuen. Für den Waldmarkt seien keine wertvollen Brutbäume verwendet worden. Sie stammen auch nicht direkt aus dem Nationalparkbereich. Die Revierförster vor Ort hätten in ihren Gebieten zwar gezielt nach groß gewachsenen Exemplaren gesucht, die sich für eine Präsentation in Dresden eignen. Gefällt worden seien jedoch nur Bäume, die im Rahmen der regulären Waldpflege demnächst sowieso aus dem Wald entnommen worden wären. „Die Stämme werden nach dem Wochenende aufgearbeitet und weiter vermarktet“, erklärt Cordes. Das Holz wird also verkauft.

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Auch beim Thema Artenschutz gäbe es keinen Anlass für Kritik. Diese Belange würden im Vorfeld jeder Fällung berücksichtigt. „Die Revierförster wissen, ob in ihrem Gebiet gerade gefährdete Tierarten brüten“, sagt der Pressesprecher. Ist das der Fall, werde auf die Tiere Rücksicht genommen. Wie die Waldpflege in der Sächsischen Schweiz funktioniert, das sehen sich etwa 100 Waldexperten an diesem Wochenende an. Sie sind im Rahmen von Exkursionen, die der Forstbezirk Neustadt anbietet, unter anderem im Bielatal und entlang des Forststeiges unterwegs. Zusammen mit den Forstleuten vom Sachsenforst wollen sie bei den Exkursionen Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. „Die Probleme, mit denen Forstleute im In- und Ausland kämpfen, sind oft gleich“, sagt Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirks Neustadt. Zum Beispiel wollen die Fachleute darüber diskutieren, wie die Wälder widerstandsfähiger gegen Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer gemacht werden können.

Waldmarkt auf dem Neu- und Altmarkt Dresden, 10. bis 12. Mai, 10 bis 18 Uhr

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