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Hier schmeckt’s

Viele Kinder bekommen zum Mittag Assiettenessen. In der Kita Am Holländer wird noch selbst gekocht – mit frischen Zutaten.

Von Cathrin Reichelt

Nudeln gehen immer. In allen Variationen. Deshalb putzen die meisten Mädchen und Jungen der Kita Am Holländer ihre Teller mit Nudelsalat und Beefsteak ratzekahl leer. Die Kindertagesstätte ist eine von wenigen im Altkreis Döbeln, in denen noch selbst gekocht wird. „Das ist uns sehr wichtig, auch wenn es viel mehr Arbeit macht“, sagt Kita-Leiterin Rosemarie Mager. Assiettenessen, wie in den meisten anderen Kitas, hat die Einrichtung nur einmal ausprobiert, als vor einigen Jahren die Küche der Einrichtung renoviert wurde. Am Anfang sei das auch in Ordnung gewesen. Aber nach einigen Wochen seien Erzieher und Kinder froh gewesen, dass ihre Küche fertig war und es wieder selbst Zubereitetes gab. „Bei uns ist alles ganz frisch“, sagt Rosemarie Mager. Wenn die Kartoffeln fertig sind, kommen sie auf den Teller und werden nicht erst noch lange durch die Gegend transportiert. Auch werde großer Wert darauf gelegt, dass beim Kochen so wenig wie möglich Fertigware genutzt wird. „Der Kartoffelbrei wird selbst gemacht und kommt nicht aus der Tüte“, meint die Kita-Chefin.

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Jeden Tag gibt’s Nachtisch

Die Köchin gestaltet den Speiseplan sehr abwechslungsreich, richtet sich dabei aber nach den gesetzlichen Vorgaben. Auch die Kinder dürfen ihre Wünsche einbringen. „Die können wir aber nicht immer erfüllen. Sonst gäbe es ständig Makkaroni“, sagt Rosemarie Mager schmunzelnd. Aller zwei Wochen kommt Fisch auf den Tisch und jede Woche einmal ein hochwertiges Fleischgericht, wie Rinderbraten oder Kassler. Auch Eintopf ist ab und zu dabei. Den Jüngsten zuliebe werde immer darauf geachtet, dass das Essen nicht zu sehr gewürzt ist. Die Großen dürfen das nachholen, wenn sie möchten. Jeden Tag gibt es eine Nachspeise. Mal ist es Tropic- oder Erdbeerkompott, mal Birne, mal Melone oder Gurkensalat, manchmal auch nur Saft.

Die Kita stellt sich auch auf Kinder ein, die aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen nicht alles essen dürfen. Da es aber nicht immer möglich ist, den Speiseplan auf diese Einzelfälle auszurichten, geben auch die Eltern Zutaten mit.

219 Mädchen und Jungen im Alter von einem Jahr bis zum Hort werden derzeit im Kinderhaus Am Holländer betreut. Die Hortkinder können entscheiden, ob sie in der Schule mitessen oder in der Kita. Einigen schmeckt’s in der Kindertagesstätte besser. Es gibt sogar Kinder, die die Schule gewechselt haben und fragen, ob sie wieder das Essen vom Kinderhaus bekommen können.

Für die Krippenkinder bereitet die Köchin auch das Frühstück und die Vesper am Nachmittag zu. Für die Größeren geben das Mutti und Vati mit. „Es ist auch immer ein Obst- oder Gemüsesnack dabei“, erklärt Rosemarie Mager. Sie hat außerdem festgestellt, dass es bei den Kindergeburtstagen ein Umdenken bei den Eltern gegeben hat. Früher wurden für eine kleine Feier in der Kita Kuchen gebacken. Heute steht oft eine Obstschale auf dem Tisch.

Weiterbildung erwünscht

Um das frisch zubereitete Mittagessen zu finanzieren, müssen die Eltern etwas tiefer in die Tasche greifen, als in anderen Einrichtungen, in denen das Essen geliefert wird. Aber das nehmen sie gern in Kauf. „Wenn die Eltern ihr Kind bei uns anmelden und dabei hören, dass wir selbst kochen, freuen sie sich darüber“, sagt die Leiterin.

Sie würde sich freuen, wenn sie der Köchin einmal eine Weiterbildung in der näheren Umgebung anbieten könnte. Zwar gäbe es solche, doch die seien weit weg und teuer. „Aber Erfahrungsaustausch ist wichtig“, meint Rosemarie Mager.