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Hier sind die Gäste das Dekor

Wo trinkt es sich am schönsten? Wer mixt die spektakulärsten Cocktails? Die SZ stellt Dresdner Bars vor. Heute: In Frank‘s Bar geht es um das Wesentliche.

© steffen füssel, steffen fuessel

Von Martin Lamß

Das Dekor einer Bar sind ihre Gäste, deshalb ist Frank‘s Bar so schlicht, sagt ihr Gründer Frank Ulbricht. Der Tresen dominiert, füllt beinahe die Hälfte des Raumes aus. Wenn hier 20 Gäste einen Cocktail genießen, hat das Dekor beinah barocke Üppigkeit. Vom Dekor wird anscheinend verlangt, dass es auch eine gewisse Bildung besitzt: Wer seine Drinks wegschaffen muss, findet an der Toilettentür lediglich die Aufschriften „XX“ und „XY“. Für alle, die sich an ihren Biologieunterricht nur noch erinnern können wie an eine Nacht mit zehn Cocktails: Die Tür mit dem „Y“ ist für Männer gedacht. Y-Chromosom-Träger und Barchef Ulbricht hat sich bei der Konzeption seiner Bar an einer Legende orientiert, dem Schumann‘s in München. Vor allem in den 1980er-Jahren war es der Treff schlechthin für Künstler, Literaten und Journalisten. „Auch dort ist die Einrichtung schlicht, der Fokus liegt auf dem Getränk, und der Spirit des Getränks verbreitet sich.“ Was Ulbricht damit meint: „Es gibt Abende, da wird nach langer Zeit mal wieder ein sehr selten bestellter Drink geordert. Viel später betritt ein anderer Gast den Raum, bestellt genau das gleiche Getränk – und so geht es die ganze Nacht weiter.“ Ein selten, weil meist nur in der Adventszeit bestellter Drink ist der Apfel-Daiquiri, eine Eigenkreation des Hauses aus Äpfeln, Eis und Zimt. Er schmeckt, als hätte ein Apfelstrudel oder Weihnachtsgebäck seinen Aggregatzustand gewechselt, um die Kehle des Gastes herabfließen zu können und Gaumen und Kopf gleichermaßen zu berauschen.

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Ansonsten enthält die Karte Drink-Kategorien, die heute teilweise vergessen sind, beispielsweise Rickeys und Juleps. Ein Rickey ist ein Longdrink mit Limettensaft, ein Julep ein Cocktail aus Minze und Bourbon-Whiskey. Er findet Erwähnung in Literatur und Film, etwa im Roman „Der große Gatsby“. Frank Ulbricht bereitet Juleps in verschiedenen Varianten zu. „Außerdem ist Gin in den letzten zwei, drei Jahren unser Steckenpferd geworden“, sagt der 47-Jährige. Wer bei ihm einen Gin-Tonic bestellt, kann aus 15 Sorten Gin und mehreren raren Sorten Tonic wählen.

Frank‘s Bar, Alaunstraße 80. Geöffnet ist täglich ab 19 Uhr. Cocktails und Drinks kosten von 4,50 bis 10 Euro.