merken
PLUS Bischofswerda

Hier staut es sich noch bis Mitte Oktober

Die Ampel in Geißmannsdorf trifft besonders viele Pendler. Mancher ist genervt. Doch es gibt Gründe, warum die Bauleute nicht wie geplant vorankommen.

Baustellenampel Rot: Viele Pendler sehen das in Geißmannsdorf zweimal am Tag. Der dritte Teilabschnitt zum Breitbandausbau im Ort steht vor dem Abschluss, zwei weitere folgen noch.
Baustellenampel Rot: Viele Pendler sehen das in Geißmannsdorf zweimal am Tag. Der dritte Teilabschnitt zum Breitbandausbau im Ort steht vor dem Abschluss, zwei weitere folgen noch. © Steffen Unger

Geißmannsdorf. Berufspendler, die auf dem Weg zwischen Bischofswerda und der Autobahn, Kamenz oder dem Rödertal durch Geißmannsdorf fahren, stehen in der Regel seit März zweimal am Tag vor einer roten Baustellenampel. Viele nervt’s. „Nunmehr haben wir Mitte August, und es ist kein Ende abzusehen“, schrieb dieser Tage ein Leser an die SZ-Lokalredaktion.

Im Zuge des geförderten Breitbandausbaus im Landkreis Bautzen lässt der Energieversorger Enso zurzeit in Geißmannsdorf auf einer Länge von anderthalb Kilometern bis zu acht Leerrohre verlegen, die danach die Bündel von Glasfaserröhrchen aufnehmen. Der Baubereich ist in fünf Teilabschnitte untergliedert. Der dritte Teilabschnitt in der Geißmannsdorfer Ortsmitte wird in dieser Woche fertiggestellt, sagt Enso-Pressesprecherin Claudia Kuba. Nach derzeitigem Stand sei bis Mitte Oktober mit der Fertigstellung der Geißmannsdorfer Straße zu rechnen.

Anzeige
Schlossherr gesucht!
Schlossherr gesucht!

Herbst-Auktionen mit außergewöhnlichen Immobilien aus Ostsachsen

Die Sprecherin widerspricht dem Eindruck, es werde nur mit wenig Personal oder an manchen Tagen auch gar nicht gearbeitet. „Die Bauarbeiten beinhalten auch Hausanschlüsse; damit ist die Besetzung der Baustelle nicht nur an der Zahl der an der Straße arbeitenden Personen zu beurteilen“, sagt Claudia Kuba. Die für Außenstehende recht lang erscheinende Bauzeit ist technologisch bedingt. Es muss eine Kombination von Glasfaser-Hauptleitung und Hausanschlüssen in jeweils rund 200-Meter-Abschnitten – der maximalen Länge von Baustellen-Sperrungen – gemeistert werden. Damit ist kein schnelles „Durchbaggern“ durch den Ort möglich.

Mehrfach höherer Aufwand nötig

Im jetzigen dritten Teilabschnitt sind außerdem mehrere erhöhte Aufwendungen erforderlich gewesen, so dass der Baustand zurzeit nicht ganz dem Plan entspricht. Abgesehen von zusätzlichem Zeitaufwand für das Beseitigen von Wurzelstämmen im Straßenrand-Bereich und das Ausbessern der Fahrbahn kommt dazu, dass auch einige Strom-Hausanschlüsse – dort, wo Glasfaser-Hausanschlüsse bei Gewerbe-Betreiben verlegt werden – aus betriebstechnischer Sicht erneuert werden mussten. „Unabhängig davon werden wir mit der ausführenden Firma und in Abstimmung mit der Stadt Bischofswerda Lösungswege suchen, die Arbeiten zu straffen“, sagt Claudia Kuba.

Die Enso realisiert in der Stadt Bischofswerda und ihren Ortsteilen flächendeckend den Breitbandausbau. In einem ersten Bauabschnitt agierte das Unternehmen eigenwirtschaftlich. Jetzt baut es im Auftrag des Landkreises. Bereits im Bau bzw. kurz vor Baubeginn sind weitere Abschnitte: Pickau, Schmöllner Weg, Kynitzsch, der östliche Teil der Bischofswerdaer Innenstadt und Teile von Goldbach. Weitere Bauabschnitte werden in den nächsten Monaten folgen. Voraussichtlich bis Ende 2020 werden die Arbeiten im Stadtgebiet abgeschlossen. Insgesamt sollen rund 48 Kilometer Glasfaser-Trasse gebaut werden. Die Enso werde selbstverständlich versuchen, die Einschränkungen für Anwohner und Gäste zu minimieren, sagt Claudia Kuba. Allerdings bitte man um Verständnis dafür, „dass bei dieser anspruchsvollen Gesamtmaßnahme, bei der die Tiefbauarbeiten überwiegend in Verkehrsflächen erfolgen, noch zahlreiche halbseitige und vereinzelt auch Vollsperrungen erforderlich werden“, so die Unternehmenssprecherin.

Bürger können sich auf der Internetseite der Stadt Bischofswerda über den aktuellen Baustand informieren – entweder über www.bischofswerda.de / Menü: Aktuell und Wissenswert / Untermenü: Verkehr und Baumaßnahmen oder direkt über den Link tinyurl.com/BreitbandBIW.

Mehr zum Thema Bischofswerda