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Hier wächst bald ein neues Viertel

Zwischen Wehlener, Altenberger und Marienberger Straße soll es Wohnungen, Grün und neue Wege geben. Nur ein Termin fehlt.

© Christian Juppe

Von Kay Haufe

Ganze zwei Jahre hat sich das Stadtplanungsamt Zeit gelassen, um die Rahmenplanung für Tolkewitz/Seidnitz voranzutreiben. Die ersten Ideen dafür waren Ende 2013 in einem Wettbewerb präsentiert worden. Doch nun sind die Hinweise aus der Bevölkerung und von betroffenen Grundstücksbesitzern in den Entwurf eingeflossen. Demnächst soll der Stadtrat beschließen, dass eine ganz konkrete Rahmenplanung „Seidnitz/Tolkewitz“ erarbeitet wird. Wichtig für die Anwohner ist, dass die Öffentlichkeit informiert wird und erneut in das Verfahren einzubeziehen ist. Was genau ist zwischen Wehlener, Marienberger und Altenberger Straße geplant?

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Startschuss mit dem Schulcampus

Ende März soll der alte Straßenbahnhof an der Wehlener Straße abgerissen sein. Dann beginnt der Neubau von einem Gymnasium und einer Oberschule, die beide im Februar 2018 eröffnen. Parallel dazu bauen die Verkehrsbetriebe (DVB) die neue Gleisschleife auf

Wohnen für alle Altersgruppen

Das Leipziger Planungsbüro Station 23 C, das den Wettbewerb gewonnen hat, geht von rund 1 700 neuen Wohnungen im Gebiet aus. Neben Mehrgeschossern können das auch Reihenhäuser sein, bestehende Plattenbauten sollen zum Teil um zwei Geschosse reduziert werden. Ziel ist, dass möglichst viele Generationen zusammenleben, denn derzeit wohnen vorwiegend ältere Menschen im Areal.

Neue Straßen und Verkehrsmittel

Wo es deutlich mehr Bewohner als vorher gibt, werden auch mehr Erschließungsstraßen und Wege benötigt. Derzeit verbindet lediglich ein Fußweg die Schlömilchstraße mit dem Berthelsdorfer Weg. Künftig könnte diese Strecke als Straße ausgebaut werden. Perspektivisch könnte darauf auch eine Straßenbahn fahren, wie DVB-Sprecher Falk Lösch bestätigt. Möglicherweise kann an der Altenberger Straße eine Gleisschleife entstehen. Weiterhin ist vorgesehen, die Hepkestraße bis zum Johnsbacher Weg zu verlängern. Eine Durchfahrt zur Marienberger Straße ist jedoch nicht geplant, da dies nur Durchgangsverkehr erzeugt, den keiner will.

Grün und Erholungsangebote

Der große Garagenkomplex an der Dittersdorfer Straße soll abgerissen und an seiner Stelle eine große Grünfläche mit Bewegungsfreiräumen entstehen. Auch hinter den neuen Turnhallen des Schulcampus an der Kipsdorfer Straße soll es mehrere Grünbereiche geben, zudem grüne Innenhöfe. Geplant ist auch, eine neue Turnhalle nahe der Altenberger Straße zu bauen.

Stadtteilzentren als Treffpunkt

Vor allem Dienstleister sollen sich in den zwei neu geplanten Zentren nahe der Kreuzung zwischen Hepke- und Marienberger Straße sowie am Konsum ansiedeln. Für eine Bibliothek wäre die Anzahl der Bewohner wohl nicht ausreichend, dennoch sei sie dort wünschenswert, so CDU-Ortsbeirat Sebastian Kieslich. Auch ein Café und Aufenthaltsräume wären denkbar.

Sorgen der Anwohner

Vor allem die Garagenbesitzer kritisieren, dass der Entwurf viel zu wenige Stellplätze vorsieht. Niemals könnten diese die 450 abzureißenden Garagen ersetzen. Durch die neue Straßenführung würde der Anlieferverkehr für den Konsum mitten durch das Wohngebiet geleitet. Für beide Punkte wünscht man sich bessere Lösungen.