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Hier werden Firmenchefs zu Tellerwäschern

Seit zehn Jahren gibt es den Dixiebahnhof in Weixdorf. Diesmal waren „The Souldiers“ aus der Landeshauptstadt zu Gast.

Von Bernd Goldammer

Schon lange lag es auf der Hand und jeder fühlte es: Großes wird kommen. Es war an der Zeit, mal eine Nacht lang, wohlbekleidet im „Dresden- Soul“ zu baden. The Souldiers aus der Landeshauptstadt sind für aufgeweckte Sachsen der wahre Luxus. Im hohen Norden der Landeshauptstadt konnten „Soulisten“ aus allen Himmelsrichtungen am Sonnabend die euphorisierende Wirkung ihres Soulbades genießen. Und das stundenlang.

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Dieses einzigartige Geschenk präsentierte der Weixdorfer Dixiebahnhof all seinen Freunden. Ermöglicht wird das durch solide Leidenschaft im kulturellen Ehrenamt. Seit zehn Jahren wird sie im alten Weixdorfer Bahnhof ausgelebt. Vor 13 Jahren hätte kaum einer mehr für den alten Bahnhof einen Pfifferling gegeben. Jetzt ist er zum Kulturzentrum mit überregionaler Reichweite geworden. So wirkt sie, die Kraft der Liebe. Es ist ein offenes Geheimnis: Jeder hier erwirtschafte Cent, fließt in die Kulturkasse. Firmeninhaber, Angestellte, Handwerker oder Arbeitslose bündeln ihre Kräfte für eine Freizeitgestaltung der Sonderklasse.

Für die kulturelle Entwicklung des Bahnhofes werden Geschäftsführer zu Tellerwäschern, Arbeiter und Angestellte zu Bierzapfern, Bühnentechnikern oder Moderatoren. Genau deshalb kann man sich hier Veranstaltungen leisten, die anderswo als purer Luxus gelten. Und das zu moderaten Preisen. Im Dixiebahnhof soll Kultur verbinden. Das ist nicht nur Anspruch, am Sonnabend konnte man diese Realität mit Händen greifen! In Künstlerkreisen genießt das Dixie-Bahnhofsteam deshalb einen erstklassigen Ruf. Und auch davon profitiert der Dresdner Norden. „Diese kleineren Klubs und Kultureinrichtungen sind das Rückgrat der Dresdner Musikszene“, macht Souldiers-Bandchef Gerald Ulbricht deutlich. Seine 13-köpfige Band machte überschäumendes Soul-Temperament erlebbar. The Souldiers als „die größte Soulband       Dresdens“       wurde hier in Weixdorf nicht nur gehört. Sie wurde gefeiert! Ein wechselvolles Spannungsfeld entfaltete sich.

So schön kann Halbprofessionalität sein: IT-Techniker, Berufsmusiker, Biologen, Köche, Psychologen liefen an Instrumenten und Mikrofonen zur Hochform auf. Und zwar von den ersten Tönen an. So lief es bis nach Mitternacht. Jubelnd verlangten die Besucher Zugabe auf Zugabe. Der besondere Status der Band dürfte sich in dieser Nacht erneut bestätigt haben.

Dass man zu solchen Konzerten kein Handy mitnimmt, erwies sich dieses Mal als schade: Auch die Soul-Freunde der NSA hätten sicher ihre helle Freude gehabt, zu hören, mit welcher Leidenschaft Dresden amerikanisches Liedgut feiert. Und das schon seit langem: Anfang Oktober 2013 begingen die The Souldiers bereits ihr zwanzigjähriges Bühnenjubiläum. Bis kurz vor Mitternacht bebte der Weixdorfer Tanzboden. Handgemachte Soulmusik, von Herzen kommend, gefühlvoll gesungen, geblasen, getastet und getrommelt. Ein unvergesslicher Abend. Dank auch dem Dixie-Bahnhofs-Team für den unglaublichen Luxus.