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Riesa

Hier will Riesa investieren

Schulgebäude, Feuerwehr, Breitband: In den nächsten Jahren will die Verwaltung dafür viel Geld in die Hand nehmen. Die SZ listet die wichtigsten Vorhaben auf.

Das Rathaus nimmt ein, das Rathaus gibt aus: Im Haushalt steht, wie das in den nächsten zwei Jahren passieren soll.
Das Rathaus nimmt ein, das Rathaus gibt aus: Im Haushalt steht, wie das in den nächsten zwei Jahren passieren soll. © Sebastian Schultz

Riesa. In seiner März-Sitzung hat der Riesaer Stadtrat über den Haushaltsplan für dieses und das kommende Jahr entschieden. Bis zu 70 Millionen Euro umfasst der städtische Haushalt – pro Jahr. Im Gespräch mit der SZ hatte Finanzbürgermeisterin Kerstin Köhler  bereits  vor der Beschlussfassung deutlich gemacht: Es soll viel investiert werden, auch Kredite könnten nötig werden. Die SZ fasst zusammen, wo das Geld hinfließt – sofern der Landkreis den Haushalt genehmigt. 

Nach der Oberschule sind zwei Grundschulen an der Reihe

Nach wie vor ist der Zustand der Schulgebäude ein Thema im Rathaus. Im vergangenen Jahr war bereits die Sanierung der Oberschule Am Merzdorfer Park gestartet. Auch für dieses und das kommende Jahr sind Auszahlungen geplant: Mehr als zehn Millionen Euro sind für das Vorhaben im Doppelhaushalt enthalten. Allein für die Sport- und Außenanlagen, den letzten Part im Jahr 2021, rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro. 

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Läuft alles planmäßig, könnten die Schüler im Sommer 2021 den Interimsstandort an der Alleestraße verlassen. "Dort ist ebenfalls eine erhebliche Aufwertung der Schule und der Außenanlagen geplant", erklärt Kerstin Köhler. Verglichen mit dem Mammutprojekt an der Merzdorfer Straße stehen dort bescheidenere Investitionen an: Bis 2022 rechnet man im Rathaus mit jeweils 900.000 Euro für Gebäude und Schulhof, dazu kommt noch einmal eine halbe Million für den Hort und seine Außenanlagen. 

Derzeit ist das Gebäude an der Alleestraße Interimsstandort für die Oberschule Am Merzdorfer Park. Ab Sommer 2021 will die Stadt mehr als zwei Millionen Euro in das Haus stecken, anschließend kann es wieder als Grundschule genutzt werden. Auch der Storche
Derzeit ist das Gebäude an der Alleestraße Interimsstandort für die Oberschule Am Merzdorfer Park. Ab Sommer 2021 will die Stadt mehr als zwei Millionen Euro in das Haus stecken, anschließend kann es wieder als Grundschule genutzt werden. Auch der Storche © Sebastian Schultz

Sind die Arbeiten an diesen beiden Häusern abgeschlossen, dann gebe es noch zwei sanierungsbedürftige Grundschulgebäude in der Stadt. Für eines davon, die 3. Grundschule in Weida, sind im Doppelhaushalt ebenfalls Mittel vorgesehen. Bauarbeiten werden dort allerdings nicht so schnell starten: Es soll zunächst eine Machbarkeitsstudie her, um zu klären, ob eine Sanierung infrage kommt oder ein Neubau her muss. Grundsätzlich herrsche auch in den Stadtratsfraktionen Einigkeit darüber, dass für Weida eine Lösung gefunden werden muss, heißt es aus dem Rathaus. 

Schulen sollen schnelleres Internet bekommen

Über den Digitalpakt Schule kann Riesa in den kommenden Jahren über Fördermittel in Höhe von 1,6 Millionen Euro verfügen. Die Stadt gibt selbst bis 2024 fast noch einmal so viel hinzu. Das Geld soll unter anderem für bauliche Maßnahmen ausgegeben werden, um schnelles Internet in die Schulen zu bringen - aber nicht nur. "Es geht darum, die Server aus den Schulen herauszunehmen und zentral hier im Rathaus einen Schulserver zu installieren", erklärt Kerstin Köhler. Außerdem sollen Schulen über das Förderprogramm auch die Möglichkeit bekommen, neue Technik anzuschaffen. "Derzeit wird auch der Medien-Entwicklungsplan zwischen Schulen und Verwaltung abgestimmt."

Stadt hofft auf Fördergeld für Feuerwache

Auch den Umzug der Hauptwache sowie der Freiwilligen Feuerwehr Riesa-Stadt will Riesa vorantreiben. Eine erste Machbarkeitsstudie hat jetzt ergeben, dass der Standort am RHT-Gelände an der Klötzerstraße grundsätzlich geeignet wäre. Die Studie sei  vor einigen Tagen erstmals durch das Planungsbüro im Beisein des Kreisbrandmeisters erläutert worden, so die Stadt. Jetzt werden weitere Schritte abgestimmt. "Wichtig ist, dass wir in die Prioritätenliste des Landkreises kommen, um eine angemessene Förderung sicher zu wissen", so Kerstin Köhler. Mittelfristig sind im Haushalt dafür 9 Millionen Euro eingestellt. 

Derzeit noch Zukunftsmusik: ein neuer Feuerwehrstandort an der Klötzerstraße in Riesa. Mit Kosten in Höhe von etwa 9 Millionen Euro rechnet die Stadt - und hofft auf Förderung durch den Landkreis. 
Derzeit noch Zukunftsmusik: ein neuer Feuerwehrstandort an der Klötzerstraße in Riesa. Mit Kosten in Höhe von etwa 9 Millionen Euro rechnet die Stadt - und hofft auf Förderung durch den Landkreis.  © Montage / Sebastian Schultz

Offenes Jugendhaus wird modernisiert

Insgesamt 770.000 Euro sind im Haushaltsentwurf für das Offene Jugendhaus (OJH) am Bahnhof eingeplant. Dort muss in erster Linie der Brandschutz ertüchtigt werden. Dafür liegt bereits ein Förderbescheid in Höhe von etwas mehr als 400.000 Euro vor. Geplant ist, dass die Maßnahme im Oktober abgeschlossen wird. Dann wird das OJH 30 Jahre alt. 

770.000 Euro sollen in die Ertüchtigung des Brandschutzes im Offenen Jugendhaus fließen.
770.000 Euro sollen in die Ertüchtigung des Brandschutzes im Offenen Jugendhaus fließen. © Sebastian Schultz

Millionen für Innenstadt und das Efre-Gebiet

Fast fünf Millionen Euro, davon rund drei Millionen aus der Städtebauförderung aktive Stadt- und Ortsteilzentren (SOP) sollen in den nächsten Jahren im Innenstadtbereich investiert werden. Die Maßnahmen reichen von Arbeiten auf dem Gelände der Grundschule am Rathausplatz über einen Spielplatz unterhalb der Sparkasse bis hin zur Aufwertung des Elberadwegs. Der soll, so der Plan, in Zukunft unterhalb des Muskatorgeländes verlaufen. Die Stadt wird dazu Flächen erwerben müssen. Außerdem ist eine "Öffnung der Innenstadt zur Elbe hin" geplant. Dafür will die Stadt auch an der Breiten Straße Flächen kaufen. 

Der Elberadweg soll künftig auch in Riesa direkt an der Elbe entlangführen. Dazu soll Geld aus der Städtebauförderung aktive Stadt- und Ortsteilzentren beitragen. 
Der Elberadweg soll künftig auch in Riesa direkt an der Elbe entlangführen. Dazu soll Geld aus der Städtebauförderung aktive Stadt- und Ortsteilzentren beitragen.  © Sebastian Schultz

Viel Fördergeld wird 2020/21 auch ins Efre-Gebiet "Merzdorf" fließen. Im vergangenen Jahr konnten die Anwohner aktiv mitbestimmen, was sie sich etwa für den Generationenpark, den Bürgergarten oder das sogenannte Rentnerdreieck an der Alleestraße wünschen. Die ersten Beschlüsse dazu wurden schon gefasst, so entschied sich etwa der Bauausschuss Anfang des Jahres für umfangreiche Investitionen vor der künftigen Grundschule Alleestraße, inklusive abgesenkter Bordsteine und neuer Fahrradschutzstreifen.  

Im September 2019 informierte die Stadtverwaltung an der Alleestraße zu den Projekten Bürgergarten und Rentnerdreieck. Das Interesse der Anwohner war groß. In diesem Jahr geht es an die Umsetzung.
Im September 2019 informierte die Stadtverwaltung an der Alleestraße zu den Projekten Bürgergarten und Rentnerdreieck. Das Interesse der Anwohner war groß. In diesem Jahr geht es an die Umsetzung. © Sebastian Schultz

Neue Laufbahn fürs Stadion

Fast eine Million Euro will die Sportstadt in das Leichtathletik-Stadion an der Pausitzer Delle stecken - genauer gesagt in die zugehörige Laufbahn. Kerstin Köhler hofft - wie bei vielen anderen Vorhaben auch - auf Kostenbeteiligung - in diesem Fall seitens des Landkreises Meißen und des Kreissportbunds. "Ich meine, das Stadion hat überregionale Bedeutung", sagt sie und verweist unter anderem auf das Projekt Sport ist Klasse und auf die Wettkämpfe, die auch der Kreissportbund hier austrägt.  

Wird die Laufbahn im Leichtathletik-Stadion modernisiert? 900.000 Euro würde das kosten. Investieren will die Stadt aber nur, wenn sich Landkreis und Kreissportbund beteiligen. 
Wird die Laufbahn im Leichtathletik-Stadion modernisiert? 900.000 Euro würde das kosten. Investieren will die Stadt aber nur, wenn sich Landkreis und Kreissportbund beteiligen.  © Sebastian Schultz

Viele Fragezeichen beim Straßenbau

Ähnlich wie im Schulhausbau ist in Sachen Straßenbau das umfangreichste Vorhaben schon angelaufen: An der Auenwaldstraße wird bereits seit Sommer 2019 gebaut. Trotzdem wird es noch bis Ende dieses Jahres dauern, ehe der grundhafte Ausbau abgeschlossen ist. Die letzten Auszahlungen sind sogar erst für Anfang 2021 vorgesehen. Daneben bestehen zumindest noch Chancen für den Ausbau der Poppitzer Landstraße, inklusive der beiden Brücken über Jahna und Mühlgraben. 1,9 Millionen Euro veranschlagt die Stadt dafür, hofft auf Fördermittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Ob die bewilligt werden, ist noch offen: Die Mittel sind stark überzeichnet, wie Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) zuletzt mehrfach mitgeteilt hatte. Gleiches gilt auch für den erhofften Ausbau der Ganziger Straße. Ohne Fördermittelzusage bleiben die Maßnahmen gesperrt, betont die Finanzbürgermeisterin. 

Einen Ausbau der Poppitzer Landstraße hat die Stadt ebenfalls auf dem Zettel. Ob er wirklich kommt, ist abhängig von der Fördermittelzusage des Landes. 
Einen Ausbau der Poppitzer Landstraße hat die Stadt ebenfalls auf dem Zettel. Ob er wirklich kommt, ist abhängig von der Fördermittelzusage des Landes.  © Sebastian Schultz

Blechbrücke soll verschwinden

Ebenfalls im Haushalt eingestellt ist der Abriss der Fußgängerbrücke über die Gleise am Bahnhof. An dem Bauwerk wurden schon vor Jahren Schäden festgestellt, seit 2015 ist sie schon für den Fußgängerverkehr gesperrt. Zuletzt beauftragte die Stadt im Herbst ein Büro damit, den Zustand der Konstruktion zu überwachen. So soll im Zweifel schnell reagiert werden können, falls akute Gefahr für die darunter hindurchfahrenden Züge droht. Der Abriss ist frühestens für 2021 geplant. Kostenpunkt: 2,7 Millionen Euro. 

Die Blechbrücke am Bahnhof ist bereits seit Jahren gesperrt. Nun rückt der Abriss näher. 
Die Blechbrücke am Bahnhof ist bereits seit Jahren gesperrt. Nun rückt der Abriss näher.  © Sebastian Schultz

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Anmerkung in eigener Sache: in einer früheren Version des Artikels hatten wir Finanzbürgermeisterin Kerstin Köhler der CDU zugeordnet. Sie ist aber parteilos. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.