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Hier wird alles Müller

15 Mühlen und Einrichtungen wollen noch mehr Erlebnisse für Familien schaffen.

© hübschmann hübschmann

Von Dieter Hanke

Triebischtal hat jetzt zwei neue Attraktionen. So wurde das Maskottchen der Mühlengemeinschaft, der Mühlenkater zur Eröffnung des diesjährigen Mühlentages in der Barthmühle in Garsebach auf den Namen Alfred getauft. Und an der Preiskermühle in Semmelsberg können fortan die Bürger zu bestimmten Anlässen auf dem Teich wieder gondeln. Tausende waren wieder am Pfingstmontag in die über zehn Mühlen und zu weiteren Sehenswürdigkeiten ins Triebischtal gekommen. Bei Musik, Führungen, Ausstellungen, Kulturellem, Präsentationen und anderen Aktivitäten hatten sie allerlei Kurzweil. Klipphausens Bürgermeister Gerold Mann (parteilos): „Es war wieder ein schönes Fest.“ Der 60-Jährige denkt schon an morgen. Die Wassermühlen mit ihrer jahrhundertelangen Geschichte sollen noch besser für den Tourismus genutzt werden. Die Gemeinde Klipphausen will deshalb zusammen mit der Mühlengemeinschaft einen Mühlenlehrpfad schaffen – von Rothschönberg bis Garsebach. Bestehende Strecken sollen dafür genutzt werden, wobei aber besonders zwischen Garsebach und Roitzschen ein extra neuer Wanderweg angelegt werden soll. „Mit den jeweiligen Grundstücksbesitzern sind wir dazu im Gespräch“, sagt Mann.

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Im Tourismuskonzept, das Klipphausen derzeit erarbeitet, haben die Mühlen ein besonderes Gewicht. „Dazu soll es auch eine bessere Vernetzung der Mühlen im Triebischtaler Raum mit denen auf Klipphausener Fluren geben“, bemerkt der Bürgermeister. Die Lehmann-, Schloss- und Neudeckmühle in Klipphausen zum Beispiel, aber auch die kleinste Getreidemühle Deutschlands, die Schulzemühle in Gauernitz, sollen da mit einbezogen werden.

„Wir wollen die historischen Mühlen noch mehr nutzen, um Erlebnisse für die ganze Familie zu schaffen“, sagt Michaela Stock, Mühlen-Projektmanagerin von der Wirtschaftsförderung Region Meißen (WRM). Die Kontakte zum Verein Burg Forchtenstein in Österreich werden da weiter ausgebaut. „Das gemeinsame Anliegen ist, die Bürger noch mehr einbeziehen und das Mühlen-Erbe und denkmalgeschützte Bauten bewahren.“ In Triebischtal wurde da bei der Namensgebung des Maskottchens ein guter Erfolg erreicht. Viele Kinder beteiligten sich daran. Sie machten über 90 Vorschläge für den Mühlenkater – von Flinki, Triebi, Oskar bis zu Charly. Der Name Alfred wurde schließlich am Pfingstmontag aus der Lostrommel gezogen.

Letztlich geht es auch um weitere Partner. „Das historische Steingut in Burkhardswalde oder auch die Miltitzer Kirche gehören da ebenfalls zur Mühlengemeinschaft“, sagt Preiskermühlen-Chef Markus Flade. Er selbst will in seiner Mühle noch ein Café einrichten und den historischen Schankgarten wieder öffnen. Bürgermeister Mann denkt noch an ein anderes Vorgehen. So soll die neue Partnerschaft von Klipphausen zur polnischen Landgemeinde Czaikow (Kiebitztal), die etwa 100 Kilometer von Wroclaw (Breslau) entfernt liegt, für dieses Anliegen mit genutzt werden.

Wie WRM-Managerin Manuela Stock sagte, sollen auch noch weitere Mühlen wie die Helm-Mühle oder die Rendlermühle im Kleinen Triebischtal einbezogen werden. „Für den Tourismus gibt es da noch viele gute Möglichkeiten. Der diesjährige Mühlentag hat gezeigt, dass wir da auf dem richtigen Weg sind“, bemerkt die 38-jährige Projektmanagerin von der WRM.