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Hier baut Großharthau in diesem Jahr

Mehrere Straßen werden saniert. Ein Projekt bereitet dem Bürgermeister aber Sorgen.

Von Ingolf Reinsch
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Großharthaus Bürgermeister Jens Krauße steht an der Hauptstraße in Seeligstadt. Der Landkreis investiert elf Millionen Euro in die Sanierung der Ortsdurchfahrt. Doch auch die Gemeinde gibt Geld, das sich auf einen Millionen-Betrag summiert.
Großharthaus Bürgermeister Jens Krauße steht an der Hauptstraße in Seeligstadt. Der Landkreis investiert elf Millionen Euro in die Sanierung der Ortsdurchfahrt. Doch auch die Gemeinde gibt Geld, das sich auf einen Millionen-Betrag summiert. © Steffen Unger

Großharthau. Die Seeligstädter Ortsdurchfahrt wird schick. Sanierte Straße, sicherer Fußweg mit moderner Beleuchtung, barrierefreie Bushaltestellen im Ort und ein neuer Buswendeplatz. Voraussichtlich noch knapp zwei Jahre, bis Oktober 2021, bleibt die Hauptstraße wegen der Bauarbeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wenn nach gut fünf Jahren Bauzeit alles fertig ist, wird der Landkreis, dem die Straße gehört, voraussichtlich elf Millionen Euro in den Ausbau der Ortsdurchfahrt dieses Großharthauer Ortsteils investiert haben.

An und unter der Straße stecken aber auch Gemeindegelder. Die Gemeinde Großharthau bezahlt den Regenwasserkanal, der neu verlegt wird, Schmutzwasserkanäle, die teilweise erneuert, teilweise umverlegt werden müssen, den Fußweg und die Straßenbeleuchtung – zusammengenommen ebenfalls ein Millionenbetrag. Rund eine halbe Million Euro fließt in diesem Jahr in den Bau der Regenwasserkanäle im zweiten und dritten Ausführungsabschnitt auf den Straßen in Richtung Arnsdorf und in Richtung Bahnübergang.

 Hinzu kommen reichlich 260.000 Euro für den Bau von Schmutzwasserkanälen in beiden Bereichen. Die Straße in Richtung Arnsdorf soll bis Jahresende 2020 fertiggestellt werden. Damit bleibt für das Jahr 2021 noch die Strecke zwischen der Ortsmitte und dem Bahnübergang. Der Gemeindehaushalt sieht dafür im kommenden Jahr 319.000 für den Regenwasserkanal und weitere 82.000 für die Schmutzwasserentsorgung vor. Hinzu kommen die Kosten der Straßenbeleuchtung. Allein für die Tiefbauarbeiten plant die Gemeinde in beiden Jahren mit insgesamt 47.000 Euro.

Zuschüsse reichen nicht

Neben den gestiegenen Preisen im Tiefbau bereiten Bürgermeister Jens Krauße (SPD) vor allem die Zuschüsse für den Bau der Regenentwässerung Sorgen. Da die Straßenentwässerung auf diesem Weg läuft, bekommt die Gemeinde vom Landkreis pauschal einen Zuschuss – 166 Euro für jeden Kanalmeter plus eine einmalig ausgezahlte Unterhaltungspauschale. Was sich viel anhört, deckt nicht einmal ein Drittel der Baukosten. 600 Euro kostet es nach Angaben der Gemeinde, einen Kanalmeter zu verlegen. „Die Zuschüsse sind nicht auskömmlich“, resümiert der Bürgermeister. 

Hinzu kommt: Aufgrund des sandigen Bodens arbeiten die Bauleute auf schwierigem Terrain, was das Bauen nicht billiger macht. Zwar erhält die Gemeinde Fördergelder, beispielsweise bei der Erneuerung von Schmutzwasserkanälen. Doch sie muss finanziell in Vorleistung gehen. Erst, nachdem ein Vorhaben abgerechnet ist, fließen tatsächlich die Gelder vom Land bzw. Bund aufs Gemeindekonto. „Der Ausbau der Hauptstraße in Seeligstadt bindet viel Kraft und viele Mittel der Gemeinde“, sagt Jens Krauße. Er sagt es nüchtern, ohne Vorwurf. Denn auch er weiß, dass nicht nur die Infrastruktur, sondern auch das Ortsbild immens gewinnt, wenn eine Ortsdurchfahrt erneuert wird.

Die Seeligstädter Hauptstraße ist nicht die einzige Straßenbaustelle in der Gemeinde Großharthau in diesem Jahr. Die für den Verkehr wohl bedeutendste wird der Bau einer neuen Brücke für die B 6 über die Bahngleise im Ort Großharthau sein. Die neue Brücke wird neben der alten errichtet. Bis sie fertig ist, rollt der Verkehr über das bestehende Bauwerk. Doch diese Baustelle läuft nicht in Regie der Gemeinde, sondern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. 

Auch für den Ortsteil Bühlau gibt es Straßenbaupläne. Der Landkreis will auf der Hauptstraße am Ortseingang aus Richtung B 6 zwei Stützwände erneuern. „Die Straße ist zu schmal, auch die Entwässerung ist zu erneuern. Außerdem wird ein Gehweg angebaut“ beschreibt Sarah Günther, Pressesprecherin des Landratsamtes, kurz das Projekt. Die Baulänge beträgt 150 Meter, die geplanten Kosten liegen bei 465.000 Euro. „Ein Fördermittelantrag mit 90-prozentiger Förderung wurde 2019 gestellt, derzeit haben wir jedoch keine Rückmeldung dazu“, sagte die Sprecherin. Damit ist es offen, ob in Bühlau in diesem Jahr gebaut werden kann.

Dorfzentrum in Schmiedefeld geplant

Bei den eigenen Baumaßnahmen der Gemeinde sind zwei Vorhaben hervorzuheben: Der Platz an der ehemaligen Schule in Schmiedefeld soll neu gestaltet und zu einem kleinen Dorfzentrum werden. Geplant sind ein Spielgerät für Kinder, Sitzbänke und eine Überdachung. Von den veranschlagten Kosten in Höhe von 80.000 Euro werden 80 Prozent über das Regionalprogramm Ile gefördert. Der Gemeinderat entscheidet an diesem Donnerstag über den Abschluss eines Ingenieurvertrages für die Planung.

Ein weiteres Vorhaben betrifft die Freiwillige Feuerwehr in Seeligstadt. Sie kann sich über neue Mitglieder freuen, was zugleich eine neue Herausforderung mit sich bringt. Der Umkleideraum in der Fahrzeughalle ist zu klein geworden. Nun soll ein Durchbruch zum Haupthaus geschaffen und der bisherige Schulungsraum der Feuerwehr zum Umkleideraum umgebaut werden. Der Bauhof der Gemeinde wird diese Arbeiten ausführen. Ein neuer Schulungsraum für die Feuerwehrleute ist schon gefunden: Sie nutzen künftig den ehemaligen Gastraum im Seeligstädter Erbgericht. Das Gebäude, das auch weitere Vereine nutzen, gehört der Gemeinde.

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