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Hightech-Blitzer ärgert Autofahrer

Von Verkehrsschildern aus macht der Landkreis teure Fotos von Temposündern. Die Kameras sind dabei kaum zu erkennen.

Von Antje Steglich

Dieses Gerät ist an Hinterhältigkeit nicht zu überbieten, heißt es auf der Facebook-Seite „Riesa Blitzer u Umgebung“. Und das ist gegenüber dem originalen Zitat noch nett ausgedrückt. Schon seit zwei Jahren blitzt der Landkreis Meißen Temposünder mit der Leivtec XV 3, bestätigte Kreissprecher Eberhard Franke auf Anfrage der SZ. Trotzdem galt diese Kamera zur digitalen Geschwindigkeitskontrolle bisher als Phantom. Autofahrer haben das unscheinbare schwarze Gerät zwar immer mal wieder entdeckt – zum Beispiel in Auer Richtung Dresden an einem Straßenschild oder am Ortseingang Zehren an einem Verkehrsspiegel – Beweisfotos gab es bisher jedoch kaum. Nun postete Thomas K. kürzlich ein Bild bei Facebook von dieser Hightech-Maschine, aufgenommen dieses Mal am Haltestellenschild an der S 88 in Glaubitz. Vielen wird die Kamera an jenem Novembermorgen gar nicht aufgefallen sein. Nicht nur wegen der für Blitzer ungewöhnlichen Höhe, sondern weil die Infrarotmessung bei Tageslicht laut Hersteller, der Leivtec Verkehrstechnik GmbH aus Wetzlar, auch ganz ohne Blitz auskommt.

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Warum der Landkreis sich neben den zwei mobilen Radargeräten Multanova 6F und den zwei Messgeräten SpeedoPhot auch noch die beiden Leivtec-Kameras leistet, ließ Eberhard Franke offen. „Einen klaren Vorteil dieses Messgerätes zu benennen, ist so nicht möglich, da jede Geschwindigkeitsmessanlage in ihrer Anwendung vor Ort Vor- und Nachteile hat“, so der Sprecher. Er bestätigte jedoch, dass die Kameras sowohl Lkws als auch Pkws erfassen können und – soweit es möglich ist – täglich im Einsatz sind. „Die Leivtec werden auf den Multanova-Fahrzeugen mitgeführt und je nach Standort oder Witterungsbedingungen flexibel eingesetzt“, so Eberhard Franke weiter. Bei der Aufstellhöhe gebe es übrigens keine Einschränkungen. Das Messgerät müsse also nicht immer wie in Glaubitz in einer Höhe von etwa zwei Metern angebracht sein, sondern könnte auch am Boden stationiert werden. Die Anlage werde im Einsatz allerdings immer von einem Mitarbeiter des Landratsamtes Meißen vor Ort betreut.

Die Geschwindigkeitsmessung erfolgt laut Hersteller bereits in einer Entfernung zwischen Kamera und Auto von 50  bis 30 Metern, wobei der Autofahrer dabei in den meisten Fällen die Kamera noch gar nicht bemerkt haben dürfte. Zudem wirbt das Wetzlaer Unternehmen mit problemlosen Messungen „selbst in Baustellen, Kurven und an unübersichtlichen Stellen ... aus der Hand, vom Stativ und aus dem Fahrzeug heraus“.

Was die Autofahrer in zahlreichen Internetforen ärgert, dürfte den Landkreis Meißen allerdings freuen. Der rechnet in diesem Jahr mit Einnahmen von rund 2,15 Millionen Euro durch seine zwölf fest installierten und sechs mobilen Blitzer.